Stufenzinsanleihen Meldung

Die Käufer der Nachtigall-Anleihe der Landesbank Berlin hatten nicht lange Freude an ihrem ­Papier. Im August hat die Bank gekündigt.

Anleger freuen sich über Anleihen mit jährlich steigendem Zins. Doch sobald sie sich wirklich lohnen, kündigt die Bank.

Angebot. Stufenzinsanleihen sind beliebt. Der Zins steigt jährlich, am Ende der Laufzeit gibt es das Geld zurück. Vor allem die Landesbanken haben sie im Programm: Die West LB hat derzeit über 100 solcher Anleihen laufen, und alle sind mit einem einseitigen Kündigungsrecht ausgestattet. Wird der Bank der Zins zu hoch, kann sie den Anlegern das Geld vorzeitig zurückzahlen. Auch bei der Landesbank Berlin und der Bayern LB gibt es zahlreiche Stufenzinsanleihen mit Kündigungsrecht.

Kündigung. Teilweise nutzen Banken ihr Kündigungsrecht rege. Beispielsweise hat die Landesbank Berlin (LBB) allein in diesem Jahr über 20 Anleihen gekündigt. So die am 1. August 2008 aufgelegte Nachtigall-Anleihe. Im ersten Jahr gab es 5 Prozent Zins pro Jahr, danach sollte es noch mehr geben. Doch dazu kam es nicht.

Wiederanlage. Die Anleger haben jetzt Probleme, eine ähnlich lukrative Geldanlage zu finden. Hätten sie im August 2008 gewusst, dass die Anleihe gar keine vier Jahre läuft, hätten sie gleich ein Festgeld für vier Jahre zu 5,4 Prozent abschließen können, bei vergleichbarer Einlagensicherung. Diese Zinsen hätten sie dann wirklich für die ganze Zeit bekommen.

Tipp: Seien Sie vorsichtig bei Bankangeboten mit einseitigem Kündigungsrecht, denn Sie ziehen im Zweifel den Kürzeren. Sobald es für Sie gut und aus Sicht der Bank schlecht läuft, ist anzunehmen, dass die Bank die Anleihe kündigt.
Es hat auch keinen Sinn, den guten Zins für ein Jahr mit dem Hintergedanken mitzunehmen, die Anleihe selbst zu verkaufen, wenn es am Markt dann bessere Angebote gibt. Sie können Ihre Stufenzinsanleihe zwar vorzeitig verkaufen, in diesem Fall aber nur mit Kursverlust.

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