Studienkredite Meldung

Banken und Sparkassen haben eine neue Zielgruppe entdeckt: Studenten. Pünktlich zum Sommersemester bietet jetzt auch die KfW Förderbank einen Studienkredit an, den sie bereits letztes Jahr angekündigt hatte. Als erstes Kreditinstitut hatte die Deutsche Bank zu Beginn des Wintersemesters einen speziellen Kredit für Studierende im Angebot. Auch andere Banken wie Deutsche Kreditbank, SEB-Bank, Sparkassen und Volksbanken geben Studenten eine Chance, sich Geld für niedrige Zinsen zu leihen. Stiftung Warentest hat 14 bekannte Angebote miteinander verglichen und sagt, welche die günstigen sind.

14 Studienkredite im Überblick

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Stipendium, Job oder Kredit?

Reicht das Geld von den Eltern, das Bafög oder Stipendium nicht aus, waren Studenten bisher aufs Jobben angewiesen. Das jedoch zieht das Studium oft über Gebühr in die Länge. Die neuen Angebote scheinen also gerade recht zu kommen. Zumal der Geldbedarf durch Einführung von Studiengebühren sogar noch wachsen könnte. Banken und Sparkassen machen seit letztem Wintersemester verlockende Angebote. Sie bieten Studienkredite mit besonderen Konditionen an. Die KfW Förderbank zieht im April mit ihrem schon länger angekündigten Angebot nach, auch die Dresdner Bank plant einen Studienkredit.

Günstiges Angebot von Deutsche Kreditbank

Angebote für Studienkredite unterscheiden sich hinsichtlich der Höhe und Art des Effektivzinses (fest oder variabel), monatlicher Auszahlungshöhe, Auszahldauer, Beginn und Dauer der Rückzahlung. Manche Banken schränken das Angebot ein. So erhalten zum Beispiel nur Studenten aus der Region oder eines bestimmten Studienfachs Kredit. Die Deutsche Kreditbank vergibt mit einem festen effektiven Jahreszins zwischen 4,86 und 5,02 das günstigste Bankdarlehen. Studenten bekommen monatlich maximal 500 Euro. Einschränkung: Den Studienkredit gibts nur fürs Hauptstudium und auch nur solange, wie sich der Student in der Regelstudienzeit befindet. Auch muss er eine Empfehlung von einem seiner Professoren vorlegen. Ein Jahr nach Auszahlungsende beginnt die Rückzahlung, die sich bis maximal zehn Jahre strecken kann.

Entscheidung gut überlegen

Doch die Aufnahme eines Studienkredits will reiflich überlegt sein: Auszahlungsbeträge und Zinsen wachsen schnell auf eine stattliche Summe. Und wie hoch der Rückzahlungsbetrag wirklich ist, lässt sich zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses selten sagen: Die Angebote vieler Banken beinhalten einen variablen Zins. Steigen die Zinsen in den kommenden Jahren von derzeit niedrigem Niveau an, steigt damit auch die monatliche Belastung. Deutlich kalkulierbarer sind also Festzinsverträge. Genereller Nachteil etwa gegenüber dem Bafög: Studenten müssen bei den meisten Krediten ein oder zwei Jahre nach Studienende die Rückzahlung beginnen - unabhängig vom Einkommen.

Alternative Bildungskredit

Wer Geld fürs Studium braucht, sollte sich also vorher ausführlich über Möglichkeiten wie Bafög oder Stipendium informieren. Auch ein staatlicher Bildungskredit kann eine interessante Alternative zum Bankdarlehen sein. So bietet das Bundesverwaltungsamt einen zweijährigen Bildungskredit von monatlich 300 Euro mit einem variablen Zins von zurzeit 3,27 Prozent an. Die Höhe des Kredits ist begrenzt auf 7 200 Euro beziehungsweise 24 Monate. Studenten dürfen nicht älter als 36 Jahre sein und nicht länger als 12 Semester studiert haben. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Ratenzahlung.

Alternative Bildungsfonds

Wiederum anders funktioniert ein so genannter Bildungsfonds. Nur Studenten mit überdurchschnittlichen Leistungen bekommen aus dem Fonds finanzielle Unterstützung für das Studium. Sie müssen sich einem strengen Auswahlverfahren unterziehen. Beispiel: Aus dem Fonds der Firma Career Concept erhalten Studenten monatlich bis zu 1 000 Euro, insgesamt maximal 30 000 Euro, solange sie in der Regelstudienzeit bleiben. Gespeist wird der Fonds aus Zahlungen von Unternehmen, Stiftungen und Privatinvestoren. Drei Monate nach der letzten Förderrate beginnt die Rückzahlung. Sie ist verdienstabhängig: In der Regel müssen Ex-Studenten monatlich zwischen 4 und 10 Prozent des monatlichen Bruttogehalts binnen drei bis neun Jahren abführen.

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