Studienkredite Meldung

Leichter als ein Student bekommt niemand einen Bankkredit. Es reicht die Immatrikulationsbescheinigung. Sicherheiten verlangen die meisten Banken und Sparkassen nicht. Die Geldhäuser haben unterschiedliche Kreditangebote für Studierende aufgelegt. Finanztest hat in einer Stichprobe 22 Studienkredite untersucht. Herausgekommen ist: Die günstigsten Angebote machen kleine regionale Kreditinstitute. Nach dem Grundstudium oder dem Bachelor verlangen die Institute einen Leistungsnachweis.

Die zinsgünstigsten Kredite bieten Regionalbanken

Bei vielen Banken und Sparkassen ist der Studienkredit der staatlichen KfW-Förderbank ab dem ersten Semester zu haben. Die KfW verlangt einen Effektivzins ab 5,15 Prozent. Einige regionale Banken liegen sogar deutlich unter 5 Prozent. Unschlagbar ist das Angebot der Vereinigten Raiffeisenbank (VR-Bank) Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg für Studierende in Nürnberg und Unterfranken. Sie verlangt 3,5 Prozent festen Zins während der Auszahlung und 4,4 Prozent variabel in der Tilgungsphase. Kaum schlechtere Konditionen haben die VR-Banken in Hof mit 4,95 Prozent und in Rothenburg mit 4,50 Prozent festem Effektivzins für ihr Darlehen.

Studenten können Auszahlungssumme variieren

Ein großer Vorteil des Studienkredits: Die Studierenden können wählen, wie viel Geld sie von ihrer Bank brauchen. So kann die monatliche Kreditrate immer auch als Ergänzung zum Job, zum Bafög oder zur Unterstützung durch die Eltern angepasst werden. Selbst im Urlaubssemester geben etwa die KfW oder die Deutsche Bank weiter Geld. Etliche Banken zahlen auch während des Auslandssemesters weiter. Manche bieten sogar einen höheren Einmalbetrag an.

Schuldenberg am Studienende

Wer das Studium vollständig auf Pump finanziert, hat zu Beginn der Berufstätigkeit viel zu tilgen. Beispiel: Ein Student borgt sich ab Oktober zehn Semester lang jeden Monat den Höchstsatz von 650 Euro bei der KfW. Am Ende des Studiums belaufen sich seine Schulden auf 39 000 Euro zuzüglich der bis dahin aufgelaufenen Zinsen. Schließt er nach dem vierten Semester planmäßig sein Grundstudium ab, verschiebt die KfW ihre weiteren Zinsansprüche in die Tilgungsphase. Die beginnt in unserem Beispiel 18 Monate nach dem Uniabschluss im April 2013. Der Akademiker zahlt dann monatlich 273,80 Euro zurück. Nach 25 Jahren, im März 2038, hat er mit der letzten Rate von 248,17 Euro seinen Studienkredit zurückgezahlt.

Variabler Zins macht Kredit unkalkulierbar

Nur wenn der Nominalzins über die 31,5 Jahre stabil bei 5,1 Prozent bleibt, beträgt der Effektivzins 5,15 Prozent. Das ist unwahrscheinlich, weil sich die Zinsen am Kapitalmarkt ändern werden. Die KfW hat eine Zinskappung eingebaut. Sie liegt derzeit bei nominal 8,38 Prozent. Wenn der Zinssatz tatsächlich auf 8,38 Prozent steigt, verteuert das den Studienkredit dramatisch. Um 25 000 Euro Schulden in 25 Jahren abzubezahlen, sind dann monatlich fast 200 Euro zu zahlen. Bei 5,1 Prozent Zinsen liegt die Rate nicht mal bei 150 Euro. Bis zum Ende der Tilgung addiert sich der Zinsunterschied auf rund 7 500 Euro. Besser lassen sich Kredite mit festem Zinssatz kalkulieren. Bei ihnen steht von Anfang an fest, was zu zahlen ist.

Bafög ist die günstigste Studienfinanzierung

Studenten, die in der Endphase ihres Studiums sind und ihre Zeit zum Lernen und nicht zum Arbeiten nutzen wollen, finden im KfW-Bildungskredit ein günstiges Angebot. Die monatliche Rate ist auf 300 Euro begrenzt, der variable Zins liegt im Moment bei 4,1 Prozent. Er wird nur an Studenten im Hauptstudium vergeben. Die günstigste Studienfinanzierung ist allerdings das Bafög. Das Staatsdarlehen ist zinslos. Der Höchstsatz liegt bei 585 Euro monatlich. Großer Vorteil: Es muss nur zur Hälfte zurückgezahlt werden und keinesfalls mehr als 10 000 Euro.

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