Studienförderung nach der Bafög-Novelle: Ab Herbst mehr Bafög für mehr Studierende

Förderung: Durch die Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) erhöhen sich zum 1. Oktober 2008 die Bedarfssätze um 10 Prozent. Der Grundbedarfssatz für Studierende, die bei den Eltern wohnen, steigt auf 414 Euro, sonst auf 512 Euro pro Monat. Der Mietzuschlag erhöht sich auf bis zu 72 Euro. Der Förderungshöchstsatz steigt von 585 auf 643 Euro.

Freibeträge: Zum 1. Oktober steigen die Einkommensfreibeträge für Eltern und Ehepartner um 8 Prozent. Die Beträge finden Interessierte unter www.das-neue-bafoeg.de. Hat der Student mehr als 5 200 Euro Vermögen (Verheiratete 7 000 Euro, für jedes Kind 1 800 Euro), wird die Förderung gekürzt.

Zuverdienst: Bafög-Empfänger dürfen künftig etwa 10 Prozent mehr hinzuverdienen, ohne dass das auf das Bafög angerechnet wird. Für Minijobs sind das jetzt maximal 400 Euro im Monat, insgesamt darf der Student pro Jahr höchstens 4 800 Euro verdienen.

Kranken- und Pflegeversicherung: Studierende ab dem 25. Lebensjahr sind in der Kranken- und Pflegeversicherung versicherungspflichtig. Ab nächstem Jahr steigen dort die Beiträge. Deshalb werden auch die Bafög-­Zuschläge für die Krankenversicherung auf 50 Euro und für die Pflegeversicherung auf monatlich 9 Euro erhöht.

Kinderbetreuungs­zuschlag: Den Zuschlag für Kinder gibt es rückwirkend seit dem 1. Dezember 2007. Für Studierende mit Kindern unter zehn Jahren sind monatlich 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind vorgesehen. Der Zuschlag muss nicht zurückgezahlt werden.

Ausländische Studierende: Seit dem 1. Januar 2008 können EU-Bürger und andere ausländische Studierende, die dauerhaft in Deutschland leben, leichter Bafög erhalten. Migrantenkinder werden jetzt unabhängig von einer vorherigen Mindesterwerbsdauer der Eltern gefördert.

Auslandsförderung: Wer ein Studium im EU-Ausland beginnt, kann ab dem ersten Semester Bafög erhalten. Seit dem 1. August 2008 muss die Förderung wie beim Inlandsstudium zur Hälfte zurückgezahlt werden. Studiengebühren werden in der Regel nur noch für ein Studienjahr in Höhe von maximal 4 600 Euro übernommen. Außerdem werden die Zuschläge für Reisekosten pauschal auf 250 Euro für eine Hin- und Rückreise innerhalb Europas und auf 500 Euro für Länder außerhalb Europas festgelegt. Praktika im außereuropäischen Ausland werden gefördert, wenn ein Praktikum laut Studienordnung vorgeschrieben ist und mindestens zwölf Wochen dauert.

Tipp: Wer bereits eine Zusage seiner Uni oder Fachhochschule hat, sollte jetzt beim zuständigen Bafög-Amt den Antrag stellen. Beginnt das Studium zum 1. Oktober, muss der Antrag bis spätestens Ende Oktober gestellt sein, um noch die Förderung für den vollen Monat zu erhalten.

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