Strumpfhosen Test

Strumpfhosen sollen passen, gut aussehen und nicht sofort kaputtgehen. Doch manche rutschen und sind nagelneu schon voller Zieh­fäden. Andere bekommen leicht Laufmaschen. Erfreulich: „Gute“ Strumpfhosen gibt es schon ab 3 Euro.

Wolford gegen Woolworth – da kann es doch keine Zweifel geben. Umso überraschender das Testergebnis: Eine der besten vier Strumpfhosen ist für 3,30 Euro bei Woolworth erhältlich. Sie heißt „Duft der Rose“. Die mit 24 Euro deutlich teurere Strumpfhose der Exklusivmarke Wolford schnitt ein bisschen schlechter ab. Zwar lobten die Testerinnen das „sehr gute Tragegefühl“, aber im Test der Haltbarkeit konnte die Wolford mit „Duft der Rose“ nicht mithalten: Sie bekam leichter Löcher, Ziehfäden und Laufmaschen.

36 im Laufmaschentest

Strumpfhosen Test

Die Experten haben einen Schwamm vorsichtig über die Strumpfhose gezogen. Viele Ziehfäden ergaben schlechte Noten.

Von den 36 geprüften Strumpfhosen bestanden nur fünf den Test zur Haltbarkeit „gut“. Zwei bekamen sogar ein „Mangelhaft“: P2 light 15 vom dm-Drogerie-Markt und Hudson Life 15. Der Grund: Beide Strumpfhosen bekamen ganz schnell Löcher und Laufmaschen. Die entstehen etwa, wenn die Strumpfhose im Schuh an der Ferse oder Spitze scheuert. Das haben wir im Prüflabor simuliert: So wurde eine Textilprobe aus dem Fuß der Strumpfhosen gegen ein Wollgewebe gescheuert. Bis sich Löcher bildeten, hielten die schlechten nicht einmal 2 000 solcher Bewegungen durch, die guten schafften 15 000 und mehr.

Zusätzlich haben unsere Experten die Strumpfhose vorsichtig auf ein Holzbein gezogen und dann am Bein, an der Ferse und an der Spitze mit ganz feinem Schmirgelpapier bearbeitet. Danach haben sie Verschiebungen von Fäden und die Löcher beurteilt. Ziehfäden, wie sie durch rauhe Hände oder unebenes Holz an Stühlen entstehen, wurden mit der rauhen Seite eines Schwamms simuliert.

Geprüft haben wir außerdem, ob und wohin Maschen laufen, wenn Löcher entstanden sind, wie zum Beispiel durch spitze Fingernägel. Gut ist, wenn die Strumpfhosen so gestrickt sind, dass die Laufmaschen zum Beispiel nicht vom Hosenteil ins Beinteil wandern. Immerhin neun Strumpfhosen bekamen für den Laufmaschenstopp ein „gut“.

Auffällig: Viele Strumpfhosen waren vor allem an Spitze und Ferse empfindlich, zum Teil auch dann, wenn sie mit einer verstärkten Spitze warben. Mit generell langer Haltbarkeit wirbt Aldi für die beiden Modelle im Test. Wir ermittelten aber nur eine durchschnittliche Haltbarkeit, viele Strumpfhosen hielten länger.

Neben den Angaben zur Haltbarkeit prüften wir auch die zur Garnstärke. Dabei stellte sich zum Beispiel heraus: Das Garn der C&A-Strumpfhose war viel feiner als angegeben, deutlich stärker war es bei Woolworth und Hudson Feeling 40. Übrigens: Für uns sahen diese beiden Strumpfhosen identisch aus.

Mehr „gute“ mit 40 den

Strumpfhosen Test

An der Ferse wurden Löcher eingeschnitten. Breiten sich Laufmaschen aus oder werden sie durch die Strickart gestoppt?

Die Strumpfhosen, die gut hielten, hatten alle die relativ dicke Garnstärke 40 denier (den). Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn stärkeres Garn hält in der Regel besser. Was jedoch einige Frauen als Nachteil empfinden: Die 40-den-Strumpfhosen sind nicht so transparent. Die Strumpfhosen in 15 oder 20 den sind transparenter und fühlen sich auf der Haut leichter an. Aber sie sind eben auch oft nicht so haltbar.

Immerhin können es einige 20er in der Haltbarkeit mit dem Mittelfeld der 40er aufnehmen. Es kommt bei der Haltbarkeit also nicht nur auf die Garnstärke, sondern auch auf die Verarbeitung des Garns und die Oberflächenstruktur an. Die Zusammensetzung, also der Anteil von Polyamid, Elastan und Baumwolle, hatte aber keinen erkennbaren Einfluss.

Insgesamt schnitten die 15- und 20-­den-Strumpfhosen etwas schlechter ab als die mit Garnstärke 40 den. Neben der Haltbarkeit lag das auch an der Verarbeitung und dem Tragekomfort. Viele der feinen Strumpfhosen sahen am Bein streifig aus und hatten viel häufiger schon vor dem ersten Tragen Ziehfäden.

Unter den 40-den-Strumpfhosen gab es einzelne blickdichte. „Blickdicht“ bedeutet, dass die Haut ein bisschen durchschimmert – auch bei den schwarzen Strumpfhosen, die wir für den Test ausgewählt haben. In dem Sinne „blickdicht“ sind nur zwei (Duft der Rose, Hudson Feeling 40). Zwei weitere (nur die Brillant, Kaufhof) werben damit, sind aber so transparent wie die anderen 40er.

Die schönsten Beine

Strumpfhosen Test

Flosse oder Fuß? Manchmal waren Nähte unsauber verarbeitet. Die Fußnaht der Strumpfhose rechts wirft Falten.

In welcher Strumpfhose das Bein am besten aussieht, empfindet jede Frau anders. Manch eine hat es lieber, wenn die Haut stärker durchscheint, eine andere mag es eher glänzend, die nächste ein bisschen matter. Wir haben zur Optik das bewertet, was objektiv zu bewerten ist, und zwar in den Punkten Verarbeitung und Tragen. Bei der Verarbeitung floss ein, ob schon beim ersten Anziehen viele Ziehfäden oder Laufmaschen zu erkennen oder ob Nähte unsauber vernäht waren. Viele solcher oder ähnlicher Mängel zeigten die Strumpfhosen von Deichmann, Sinn Leffers, Quelle, Esda Superglanz, Stunz-Porsche und WalMart. Ob eine Strumpfhose eher gleichmäßig aussah oder streifig, haben wir beim Tragen mitbewertet. Die besten Noten für Tragen und Verarbeitung (keine Streifen, kaum Materialmängel) bekamen Wolford, Ergee und Elbeo (Massage aktiv).

Tipps: Lassen Sie sich vor dem Kauf Muster zeigen. Manchmal hängen Modellstrümpfe an den Regalen aus. Streifen Sie den Strumpf vorsichtig über die Hand, um zu sehen, wie er auf Ihrer Haut wirkt. Zum Glanz: Eigentlich glänzen alle Strumpfhosen ein bisschen, besonders aber die Wolford, eher matt wirkte beispielsweise Formfit von C&A.

Der beste Komfort

Beim Tragen beurteilten wir auch, ob eine Strumpfhose bei Bewegungen rutschte, was bei nur die Transparent und Schlecker Chacaresse der Fall war. Wir bewerteten beim Tragen aber auch, wie breit das Bündchen war und wie die Testerinnen das Tragegefühl empfanden. Die Bündchen waren etwa zwei bis sechs Zentimeter breit. Schmale Bündchen sind am Bauch eher unangenehm, sie können drücken oder kneifen.

Das Tragegefühl der Wolford beurteilten die Testerinnen am besten, sie fühlten sich aber auch in Duft der Rose von Woolworth, Hudson Feeling und nur die Brillant wohl. Zudem bewerteten sie, ob sich die Strumpfhosen leicht anziehen lassen. Das funktioniert oft besser, wenn die Hose einen verstärkten Griffrand hat. Praktisch ist ein Etikett (siehe Tabelle), dann kann man vorn und hinten unterscheiden. Ein „Gut“ für das Anziehen schafften neun Strumpfhosen.

In der Passform waren viele Strumpfhosen sogar „sehr gut“. Wir haben dabei geprüft, ob die Größe 40 für kleine, normalgroße und eher große Frauen mit Konfektionsgröße 40 passt. Wenn es für die 40 mehrere Varianten gab (zum Beispiel 38/40 und 40/42), haben die Frauen die kleine Größe zuerst probiert. Manche Strumpfhosen waren für die große Frau an den Beinen zu kurz, einzelne auch für die mittelgroße. Wenn es dann eine weitere Größe gab (etwa 40/42), die beiden passte, beurteilten wir die Passform mit „Befriedigend“. Ein „Ausreichend“ vergaben wir, wenn es keine weitere Größe mit 40 gab oder auch die nicht passte. Die Strumpfhose von Görtz passte keiner Frau richtig: Passform „mangelhaft“.

Neun wollen stützen, nur vier tuns

„Stützstrumpfhose“, „Massagewirkung“ oder „sanft formend“ – solche oder ähnliche Werbeaussagen haben wir auf den Verpackungen von neun Strumpfhosen entdeckt. Doch nur vier davon erreichen einen geringen Effekt: Görtz Leg Care, Tip, Wal-Mart Simply-Basic und disée. Die Strumpfhosen spannen und drücken das Bein etwas zusammen. Medizinische Kompressionsstrümpfe, etwa gegen Thrombose, wirken aber mit mehr als doppelt so hohem Druck auf das Bein.

Ähnlich ist das mit den Strumpfhosen, die mit „Aloe Vera“ werben. Solch eine haben wir früher einmal in Heft 5/99 (online leider nicht verfügbar) getestet: Der Haut pflegende Effekt durch die Strumpfhosen ist nicht besonders groß. Mehr Infos über Aloe Vera haben wir in test 7/03 zusammengestellt. Problematisch können Chemikalien sein, etwa Farbstoffe, oder antibakterielle Substanzen.

Teure sind nicht immer gut

Der Preisvergleich zeigt es: Im Test ganz vorn liegen auch preiswerte Strumpfhosen. Aber auch die teuersten Strumpfhosen der Edelmarken Palmers und Wolford gehören zu den „guten“. Falke, ebenfalls eher teuer, liegt nur im Mittelfeld. Auf den letzten Plätzen ist es ähnlich wie an der Spitze: Auch dort gibt es eine eher teure und eine ganz preiswerte Strumpfhose. Die sollten sich ein Beispiel an Wolford und Woolworth nehmen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2361 Nutzer finden das hilfreich.