Strukturierte Anleihen Meldung

Anleihen sind nicht immer so sicher, wie es den Anschein hat.

Als hätte es die Krise nie gegeben: Hypovereinsbank und LBBW bieten Privatanlegern Anleihen mit Pleiterisiko an.

HVB Crelino: Noch bis zum 24. April können Anleger die HVB Crelino Anleihe der Hypovereinsbank auf die Schweiz zeichnen. Sie läuft bis zum 20. Juni 2014 (Isin DE 000 HV5 AML 6). Der Zinssatz beträgt 4,5 Prozent und die Rückzahlung 100 Prozent – vorausgesetzt, die Schweiz ist bis dahin zahlungsfähig.

Sollte in der Laufzeit ein „Kreditereignis“ eintreten, gibt es von da an keine Zinsen mehr. Die Anleger be­kämen nur noch einen „Barausgleichsbetrag“ zurück, im schlimmsten Fall nichts. Als Kreditereignis gilt zum ­Beispiel, wenn die Schweiz ihre Verbindlichkeiten nicht bezahlt. Das mag unvorstellbar sein, doch vor einem Jahr konnte sich auch niemand vorstellen, dass die Investmentbank ­Lehman Brothers pleitegehen könnte.

Die HVB hat noch mehrere solcher Crelino-Anleihen im Angebot. Sie beziehen sich nicht nur auf Staaten, sondern auch auf Unternehmen.

LBBW Synthia: Die Anleihe „LBBW Synthia Euro Staatsanleihen“ der Landesbank Baden-Württemberg bezieht sich auf Italien, Belgien, Spanien, Portugal und Griechenland. Sie läuft bis Dezember 2013, der Zinssatz ist variabel. Er entspricht dem Zinssatz für 3-Monats-Geld im Interbankenhandel, dem 3-Monats-Euribor, plus 1 Prozent pro Jahr (Isin DE 000 LBW 1D0 9).

Zinsen und eine Rückzahlung gibt es nur, wenn in keinem der Länder ein Kreditereignis eingetreten ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines von fünf Ländern pleitegeht, ist größer als die, dass ein einzelnes Land abstürzt.

Tipp: Anleger der Crelino- oder Synthia-Anleihen sollten nachsehen, auf welche Länder oder Firmen sie sich beziehen, und bei Gefahr einer Pleite rechtzeitig versuchen zu verkaufen. Das gilt auch für die ähnlichen Cobold-Anleihen der DZ-Bank und Colibri-Anleihen der Commerzbank (siehe Meldung Cobold- und Colibri-Anleihen).

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