Stromwechsel Meldung

Egal ob etablierter oder neuer Stromanbieter. Es gibt keine Garantie für einen problemfreien Wechsel.

Zwei Jahre nach der Liberalisierung des Strommarkts bleibt der Wechsel des Lieferanten für den Verbraucher ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Kunden bekommen doppelte oder falsche Rechnungen. Neue Anbieter reagieren nach Vertragsabschluss überhaupt nicht oder sehr lange nicht. Sie erheben Verwaltungs- oder Wechselgebühren, noch bevor der Strom geliefert wird. Alte Lieferanten verzögern den Wechsel oder drohen mit Sanktionen, wie dem Abbau des Zählers.

Alle diese Klagen erreichten die Zeitschrift test, als sie die Leser nach ihren Erfahrungen mit dem freien Strommarkt befragte. Rund 2.600 Leser füllten einen Fragebogen aus. Von ihnen hatten nur gut 20 Prozent bereits versucht, den Anbieter zu wechseln. Fast jeder zweite davon hatte dann auch noch die oben genannten Schwierigkeiten beim Wechsel ­ egal ob er zu einem jungen oder alten Anbieter wechseln wollte.

Die Bereitschaft zum Wechsel nimmt immer mehr ab, stellt Dr. Friedel Schubert von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) fest. Das habe sich die Stromwirtschaft aber selbst zuzuschreiben. Der Verbraucher benötige als Motivation zum Wechsel keine Werbesprüche, sondern Informationen und Sicherheit. Dafür hätten die Stromversorger von Beginn an nichts getan und die Aufklärung immer anderen überlassen. Das deckt sich mit den Aussagen der test-Leser: Hauptgrund für ein Verharren beim alten Anbieter sind die Unsicherheiten beim Wechsel und die unübersichtlichen Tarife.

Doch das Hauptargument für einen Lieferantenwechsel ist die Preisersparnis. Rund 20 Prozent im Jahr sind möglich. Das hat zumindest einen Teil der Verbraucher die möglichen Hindernisse vergessen lassen.

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