Strom­verbrauch von Elektrogeräten Meldung

Seit drei Jahren veröffent­licht Stiftung Warentest im Rahmen der nationalen Klima­schutz­initiative auf www.test.de/spargeraete Verbrauchs­werte von Elektrogeräten. Aktuell: etwa 1 100 Produkte in 27 Kategorien. Zeit für eine Bilanz. Die kommt zu interes­santen und zum Teil über­raschenden Ergeb­nissen.

Neuer Stromräuber Multimedia

Strom­verbrauch von Elektrogeräten Meldung

Hießen die Übel­täter früher eher Kühl­schrank und Gefriertruhe, sind es heute immer häufiger Fernseher, Computer und Co. Multimedia avanciert zum neuen Stromräuber. Fast ein Drittel der gesamten Strom­kosten fallen bereits in diesen Bereich. Die Gründe sind vielfältig. Fernseher werden nicht nur immer größer, sondern laufen häufig auch als Zweitgerät. Daneben erobern immer neue Elektrogeräte, wie zum Beispiel Router oder Schnurlostelefone, die heimischen Wohn­zimmer und treiben die Strom­kosten dauer­haft in die Höhe.

Neugeräte sind spar­samer

Strom­verbrauch von Elektrogeräten Meldung

Doch es gibt auch eine gute Nach­richt: Viele Elektrogeräte sind in den letzten Jahren spar­samer geworden (siehe linke Grafik). Am markantesten sind die Einspar­effekte bei Kühl-Gefrier-Kombinationen. Geräte aus dem Jahr 1992 verursachen im Schnitt Strom­kosten von 145 Euro im Jahr. Kombis aus dem Jahr 2009 begnügen sich dagegen bereits mit 56 Euro. Ähnlich die Entwick­lung bei Wäschetrock­nern: Die verschlangen Anfang der Neunziger noch Strom im Wert von 132 Euro. Bei Neugeräten aus dem Jahr 2009 waren es mit 75 Euro spür­bar weniger. Auch in anderen Produktkategorien schlugen Neu- die Altgeräte in Sachen Energieeffizienz.

Standby bei Neugeräten kein Thema mehr

Jahre­lang ein Ärgernis: der Strom­verbrauch im Standby oder Auszustand. Über­raschend und positiv: Bei Neugeräten ist der Strom­verbrauch in diesen beiden Zuständen kaum noch der Rede wert. Grund ist eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2008. Danach dürfen seit 2010 viele neue Elektrogeräte wie zum Beispiel Fernseher, Kaffee­maschinen aber auch Wasch­maschinen ausgeschaltet und im Bereit­schafts­zustand höchs­tens noch 1 Watt verbrauchen. Verfügen die Geräte zum Beispiel über eine zusätzliche Status­anzeige liegt die Ober­grenze für die Leistungs­aufnahme im Standby bei 2 Watt. Zum Jahres­beginn 2013 sinken die Grenz­werte weiter. Dann gelten für Standby und Aus noch maximal 0,5 Watt beziehungs­weise 1 Watt bei zusätzlicher Status­anzeige im Standby.

Ausnahme Drucker

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test.de kann diesen Trend bestätigen. Seit Jahren schon sind die Strom­verbräuche von Elektrogeräten im Standby und Auszustand rück­läufig (siehe linke Grafik). Nahezu alle getesteten Produktkategorien liegen unter den neuen Grenz­werten – mit einer Ausnahme: Drucker. Die tanzen noch immer völlig aus der Reihe. So verbrauchten zum Beispiel die Farblaser-Drucker im Test aus dem Juni 2011 im Schnitt 7,7 Watt im Standby. Nicht viel besser sieht es bei den anderen Drucker­typen aus.

Wasch­maschinen sind am Ende

Und in Zukunft? Sinkt der Strom­verbrauch der Elektrogeräte einfach immer weiter? Das kommt auf die Geräte an. Bei Wäschetrock­nern oder auch Fernsehern drängen in den nächsten Jahren sicherlich noch spar­samere Modelle auf den Markt. Anders ist bereits heute die Lage bei Wasch­maschinen. Das Ende der Einspar­möglich­keiten scheint in greif­bare Nähe gerückt. Weniger geht kaum noch. Immerhin soll die Wäsche ja auch sauber werden. Fakt ist: Elektrogeräten sind gewisse Grenzen gesetzt. Wer noch mehr sparen will, sollte deshalb lieber seinen alltäglichen Umgang mit Strom im Auge behalten. Muss der Fernseher immer laufen? Brauche ich den alten Kühler als Zweitgerät im Keller? Kann der Rechner vom Sohnemann nicht auch mal ruhen?

Klima­schutz auf test.de

Seit drei Jahren veröffent­licht die Stiftung Warentest im Rahmen der Klima­schutz­initiative des Umwelt­ministeriums Strom­verbrauchs­werte von Elektrogeräten Special Energieverbrauch von Haushaltsgeräten, test 1/2012. Mehr als 1 100 Elektrogeräte, 27 Produktkategorien, zahlreiche Stromsp­artipps und viele nützliche Infos rund um das Thema Energie. Knapp 2 Millionen Besuche verzeichnete das kostenlose Angebot inner­halb der vergangenen drei Jahre. Zum Jahres­ende läuft das Projekt aus. Das Team der Klima­schutz­initiative möchte sich deshalb bei allen Interes­sierten recht herz­lich bedanken und hofft, dass ein oder andere Mal den Lesern von test.de eine nützliche Hilfe gewesen zu sein.

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