Strom­tarif Strom­anbieter wechseln und sparen

Strom­tarif - Strom­anbieter wechseln und sparen
Nach­haltig. Weniger Strom zu verbrauchen ist gut für Umwelt und Geldbeutel. Ein Strom­anbieter­wechsel kann weitere Erspar­nisse bringen. © Roman Klonek

Den Strom­anbieter zu wechseln, ist einfach. Entweder nutzen Kunden ein Vergleichs­portal oder einen Wechsel­service, der ihnen alles abnimmt. test.de erklärt, wie es geht.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Das Wichtigste in Kürze

Ersparnis ist individuell.
Bis vor Kurzem brachte der Wechsel des Strom­vertrags oft 100 Euro und mehr pro Jahr – je nach Verbrauch und Preis­unterschied zwischen altem und neuem Tarif. Bei den derzeit steigenden Strom­preisen sind so hohe Erspar­nisse selten. Wer sich nach einem Umzug nicht um die Strom­versorgung kümmert oder noch nie etwas an seinem Tarif geändert hat, ist auto­matisch in der (teuren) Grund­versorgung seines lokalen Strom­anbieters.
Zwei Kunden­typen.
Aktive Kunden wechseln verläss­lich jedes Jahr den Strom­anbieter und haben ihre Termine im Griff. Sie möchten das Maximum sparen und nutzen am besten Vergleichsportale für Strom und Gas. Bequeme Kunden lassen sich von einem Wechselservice helfen. Er optimiert regel­mäßig – meist jähr­lich – ihren Tarif. So können sie regel­mäßig sparen, holen aber nicht das Optimum raus.
Ökostrom.
Sowohl über Wechsel­dienste als auch über Vergleichs­portale können Sie nach­haltige Ökostrom­tarife abschließen.
Wichtige Unterlagen.
Egal ob Sie ein Vergleichs­portal oder einen Wechsel­dienst nutzen, die folgenden Unterlagen müssen Sie zur Hand haben:
1. Ihre Vorjahres­rechnung. Hier finden Sie die Zählernummer, Ihren Verbrauch und Ihren alten Preis.
2. Ihren alten Strom­vertrag mit seinen allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB). Hier lässt sich nach­lesen, wie lang Ihre Kündigungs­frist ist. Falls Sie einen Online­tarif haben, finden Sie diese Info oft auch in Ihrem Online-Account.

Was tun bei steigenden Strom­preisen?

Derzeit kennen die Strom­preise nur eine Richtung, und zwar nach oben. Viele Kundinnen und Kunden machen sich Sorgen, weil sie eine Preis­erhöhung erhalten oder ständig von gestiegenen Energiepreisen hören.

Das sollten Sie wissen:

Welche Kundinnen und Kunden betrifft der Preis­anstieg?

Nicht alle gleichermaßen. Wer einen Vertrag mit Preis­garantie hat, muss sich keine Sorgen machen. Bis zu deren Auslaufen muss er nur dann mehr ­bezahlen, wenn Abgaben, Steuern oder Netz­entgelte steigen. Diese sind häufig nicht Bestand­teil der Garantie. Nach einem großen Anstieg der Abgaben sieht es nicht aus. Im neuen Jahr steigt die CO2-Abgabe leicht. Und die regionalen Netz­entgelte ­sollen im Schnitt um 4 Prozent erhöht werden. Die Umlage zum Ausbau der erneuer­baren Energien (EEG-Umlage) sinkt ab 2022 von 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro Kilowatt­stunde.

Was sollten Kunden machen, die eine Preis­erhöhung erhalten?

Ihnen steht ein Sonderkündigungs­recht zu. Die Kündigungs­frist muss im Erhöhungs­schreiben stehen. Außerdem sollten diese Kunden ihren neuen Preis bei Vergleichs­portalen auf den Prüf­stand stellen. Acht ­Vergleichsportale für Strom und Gas haben wir getestet. Womöglich wäre auch ein Wechsel­service für Kundinnen und Kunden mit einer Preis­erhöhung geeignet. Er kümmert sich jedes Jahr um einen güns­tigen Tarif und wechselt den Anbieter. Auch diese Wechselservice haben wir getestet.

Was machen Haushalte, deren Preis­garantie ausgelaufen ist?

Kunden mit einem älteren Vertrag, deren Preis­garantie ausgelaufen ist, kann eine Preis­erhöhung treffen – aber nicht in der Größen­ordnung wie die aktuelle Preissteigerung am Markt. Das liegt vor allem daran, dass ein großer Teil der Strom- und Gaspreise nicht von den Firmen beein­flusst werden kann. Der Strom­preis setzt sich zu rund 76 Prozent aus Steuern, Abgaben und Netz­entgelten zusammen. Beim Gaspreis sind es rund 59 Prozent.

Eine gute Strategie, um auf gestiegene Preise zu reagieren, kann der Wechsel in einen güns­tigeren Tarif sein. Mit der Ersparnis ließe sich womöglich ein Teil der Preis­erhöhung abfedern.

Erspar­nisbeispiel. Ein Frank­furter Haushalt mit einem Jahres­verbrauch von 3 500 Kilowatt­stunden spart 111 Euro, wenn er von der Grund­versorgung bei Mainova in den Tarif „Solo“ des Oldenburger Unter­nehmens EWE wechselt (Stand: 25. Oktober 2021). Die genaue Ersparnis ist individuell und hängt vom aktuellen Preis des Tarifs ab. Wer noch nie ­seinen Vertrag geändert hat, ist in der Grund­versorgung. Hier lässt sich oft sparen. Wer schon häufiger gewechselt hat, muss bei den Portalen prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.

So viel lässt sich sparen

Wie viel sich sparen lässt, hängt vom Wohn­ort und dem Preis des alten Tarifs ab. Besonders viel ist es oft für jene, die noch nie etwas an ihrem Vertrag verändert haben. Sie sind in der Grund­versorgung. Bei den aktuellen Preissteigerungen ist es manchmal gar nicht möglich, Tarife zu finden, die güns­tiger sind als der aktuelle. Hier ein Beispiele, wo Kundinnen und Kunden sparen konnten:

Haus­halts­strom: Ein Frank­furter Haushalt mit einem Jahres­verbrauch von 3 500 Kilowatt­stunden spart 111 Euro, wenn er von der Grund­versorgung bei Mainova in den Tarif „Solo“ des Oldenburger Unter­nehmens EWE wechselt (Stand: 25. Oktober 2021).

Selber wechseln oder Wechsel­service?

Wir werden oft gefragt: Welcher Strom­tarif ist eigentlich dauer­haft günstig? Denn viele Kunden wollen gar nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln. Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Versorger veröffent­lichen keine Preise für Bestands­kunden. Neukunden­preise sind meist güns­tiger als Bestands­kunden­preise. Ein regel­mäßiger Preis­vergleich und Wechsel lohnt sich. Das geht in Eigen­regie mithilfe von Vergleichsportalen für Strom und Gas oder mit einem Wechselservice.

Vergleichs­portale: Ideal für Aktive

Kunden, die sich Auswahl und Wechsel des Anbieters zutrauen, empfehlen wir, alles selbst in die Hand zu nehmen. Der Wechsel­prozess ist problemlos und ohne Risiko und kostet Sie in der Regel nur wenige Minuten: einfach im aktuellen Vertrag nach­lesen, wann und mit welcher Frist Ihr bisheriger Strom­vertrag künd­bar ist. Anschließend einen Vertrag beim neuen Versorger abschließen. Dieser kündigt den alten Vertrag beim bisherigen Lieferanten (Selber wechseln: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung).

Wechsel­service: Ein Tipp für Bequeme

Sie neigen dazu, Kündigungs­fristen zu verpassen oder haben einfach keine Lust, sich regel­mäßig um Ihren Strom­tarif zu kümmern? Dann sollten Sie einen Wechsel­service nutzen – auch Wechsel­dienst oder Wechsel­assistent genannt. Diese Dienst­leister wählen für Sie gute und güns­tige Tarife aus und organisieren jedes Jahr den Anbieter­wechsel.

Die maximale Ersparnis holen Sie so nicht raus. Denn die meisten Wechsel­dienste verlangen eine Provision bis zu 30 Prozent der erzielten Ersparnis. Unser Gas Wechselservice Test zeigt ausführ­lich, welche Anbieter empfehlens­wert sind und wie Sie diese Dienste am besten nutzen.

Wechsel­dienst einfach erklärt

Welche Arbeiten nimmt mir ein Wechsel­dienst ab?

Er schlägt Ihnen gute und güns­tige Tarife vor und kümmert sich jähr­lich recht­zeitig vor Ablauf der Kündigungs­frist um den Wechsel des Strom­anbieters. Sie profitieren ohne viel Aufwand von Boni und güns­tigen Neukunden­preisen.

Was unterscheiden Wechsel­dienste vom „Erinnerungs-Service“, den einige Tarif­vergleichs­portale bieten?

Wechsel­dienste kümmern sich nicht nur einmalig, sondern über Jahre, wenn Sie dies wünschen. Unser Wechselservice-Test zeigt, nur Wechselpilot schnitt mit „sehr empfehlens­wert“ ab.

Wie nutze ich einen Wechsel­dienst?

Zuerst gehen Sie auf die Internetseite des Wechsel­dienstes. Dort finden Sie entweder einen Online­rechner, der Ihnen einige Tarif­vorschläge unterbreitet, oder Sie fordern diese per E-Mail an. Manche Dienste kommentieren die Vorschläge etwa als „Preis-Sieger“ oder „Preis-Leistungs-Tipp“. Sie wählen einen Tarif aus und beauftragen den Dienst mit dem Vertrags­wechsel – meistens läuft alles online.

Muss ich dem Wechsel zum neuen Anbieter zustimmen?

Bei einigen Diensten läuft der Wechsel ab dem zweiten Jahr auto­matisch, bei anderen müssen Sie aktiv zustimmen. Einen auto­matischen Wechsel bieten zum Beispiel Remind.me oder Wechsel­strom.eu. Die Dienste empfehlen Ihnen zuerst einen oder mehrere Tarife. Wenn Sie nicht inner­halb von 14 Tagen wider­sprechen, führt der Dienst den Wechsel durch. Bei anderen Diensten wie Switchup oder Wechsel­fabrik können Sie wählen, wie der Wechsel künftig ausgelöst werden soll.

Wie errechnet sich meine Ersparnis?

Für die Berechnung Ihrer Ersparnis müssen Sie den Preis heran­ziehen, den Sie im nächsten Vertrags­jahr zahlen würden, wenn Sie den Tarif oder Anbieter nicht wechseln. Das entspricht der Summe Ihrer monatlichen Abschläge, die Sie in den nächsten zwölf Monaten Ihrem bisherigen Versorger zahlen würden. Davon ziehen Sie die Jahres­kosten beim neuen Versorger ab – inklusive aller Boni.

Die Ersparnis kommt vor allem durch hohe Boni des neuen Tarifs zustande, Grund­preis und Kilowatt­stunden­preis ändern sich oft nur wenig. Da die Boni allerdings erst einige Monate bis ein Jahr nach Liefer­beginn ausgezahlt werden, sinkt Ihr monatlicher Abschlag durch den Wechsel ebenfalls oft nur wenig.

Habe ich wirk­lich gar keine Arbeit mehr?

Doch. Sie sollten regel­mäßig in Ihr E-Mail-Post­fach schauen, weil der Wechsel­dienst Ihnen die neuen Tarif­vorschläge schon sehr früh schickt. Außerdem müssen Sie gegebenenfalls die Provision an den Wechsel­dienst über­weisen und ihm Briefe über­mitteln, die Ihnen Ihr Versorger per Post schickt.

Selber wechseln: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aktive Kunden, die sich selbst um Tarif­auswahl und Wechsel kümmern wollen, orientieren sich an dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wer nicht selbst wechseln möchte, nutzt einen Wechsel­service und liest unseren Gas Wechselservice Test. Es gibt keine Anhalts­punkte dafür, dass sich seine Ergeb­nisse nicht auch auf Strom­tarife über­tragen lassen.

1. Unterlagen bereitlegen

Alle für den Wechsel wichtigen Informationen wie die Kunden- oder Zählernummer und Ihren Jahres­verbrauch finden Sie in Ihrer Jahres­rechnung.

2. Früh­zeitig kümmern

Wir empfehlen, den Wechsel spätestens sechs Wochen vor Ablauf der Kündigungs­frist einzuleiten. So haben Sie noch genügend Zeit, falls ein Versorger Sie als Kunde ablehnt. Davon ­haben uns Leser berichtet. Recht­lich ist das kein Problem: Energiefirmen dürfen Kunden außer­halb der ­Grund­versorgung ohne ­Begründung ablehnen.

2. Stan­dard­suche nutzen

Geben Sie in die Suchmaske des Portals Post­leitzahl und Jahres­verbrauch ein und klicken sie auf „Vergleichen“. Begnügen Sie sich nicht mit den Ergeb­nissen nur eines Vergleichs­portals. Nutzen Sie mehrere, zum Beispiel die Markt­führer Check24 und Verivox und das Energieverbraucherportal oder Finanztip. Vergleichen sie die Such­ergeb­nisse. Die Portale haben unterschiedliche Filter und vermitteln teil­weise exklusive Tarife. Für ihre verbraucherfreundlichen Vor­einstel­lungen hat Finanztip in unserem aktuellen Test Vergleichsportale für Strom und Gas ein Sehr gut bekommen, Check24, Strom­auskunft, Strom­vergleich und Verivox die Note Gut. Fast alle wichtigen Tarifkriterien sind hier voreinge­stellt. Schauen Sie, ob die voreinge­stellten Filter passen, sonst ändern Sie sie. Vielleicht möchten Sie einen Ökostrom­tarif?

3. Tarif auswählen

Nehmen Sie nicht einfach den güns­tigsten Tarif, sondern den mit den besten ­Kundenbe­wertungen, einer hohen Ersparnis und einem hohen Sofortbonus. Er wird schon einige Monate nach Vertrags­schluss ausgezahlt. Derzeit sind Tarife mit hohen Boni allerdings rar. Achten Sie auf Folgendes:

Achtung, Werbung. Beachten Sie, dass Sie bei Check24, Preis­vergleich und Verivox über den Sucher­gebnissen die sogenannte „Null-Platzierung“ sehen. Das sind vom Rechner empfohlene oder beworbene Tarife, die meist teurer sind als der Erst­platzierte. Oft haben sie Kommentare wie „bester Service“ oder „hohe Empfehlungs­quote“. Wer nicht genau hinschaut, läuft Gefahr, einen solchen Tarif für den güns­tigsten zu halten.

Kundenbe­wertungen. Sie geben Hinweise auf die ­Arbeits­weise eines Anbieters. Bei Check24 können Sie nach­lesen, welche Erfahrungen Kunden nach einem Jahr gemacht haben, wenn der Neukundenbonus fällig wird.

Vergleichs­tarif. Ihre persön­liche Ersparnis können Sie nur ermitteln, wenn Sie den richtigen Vergleichs­tarif einstellen. Normaler­weise stellen die Portale den Basis­tarif Ihres Grund­versorgers ein. Dieser teurere Tarif gilt für Sie nur, wenn Sie noch nie gewechselt haben. Bei Check24 und Finanztip können Sie durch die Eingabe ­Ihres monatlichen Abschlags oder Jahres­preises Ihre individuelle Ersparnis ermitteln. Bei Check24 klicken Sie den blauen Stift oben über den Sucher­gebnissen an. Bei ­allen anderen Portalen lässt sich zwar ebenfalls Ihr Tarif als Vergleichs­tarif einstellen. Die Portale kennen aber nicht Ihren Bestands­kunden­preis und greifen auf Neukunden­preise zurück. Das führt zu falschen Erspar­nissen.

4. Anbieter checken

Erkundigen Sie sich mithilfe von Such­maschinen im Internet, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Unternehmen gemacht haben. Gute Informationen über einzelne Firmen finden Sie auch beim Bund der Energieverbraucher.

5. Altvertrag kündigen

Erst­wechsler. Wenn Sie noch nie etwas geändert haben, sind Sie im Grund­versorgungs­tarif für Strom oder Gas bei Ihrem örtlichen Stadt­werk. Um zu wechseln, müssen Sie nur einen Vertrag mit einem neuen Anbieter abschließen. Er über­nimmt die Kündigung bei Ihrem alten Versorger. Die Frist hierfür beträgt nur 14 Tage. Manchmal dauert es aber etwas länger, weil einige Versorger neue Verträge nur zum Monats­anfang akzeptieren.

Erfahrene Wechsler. Wenn Sie bei Ihrem Stadt­werk schon einmal den Tarif ausgetauscht oder bei einem neuen Anbieter angeheuert haben, haben Sie einen Sonder­vertrag. Bei einem Wechsel über­nimmt ebenfalls der neue Anbieter die Kündigung für Sie. Die Frist dafür finden Sie im Vertrag oder in den allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB). Oft beträgt sie sechs Wochen zum Vertrags­ende.

Das gilt im Fall einer Preis­erhöhung

Sonderkündigungs­recht.
Falls Ihr Versorger ankündigt, dass er künftig mehr für Strom oder Gas haben will, dürfen Sie den Belieferungs­vertrag kündigen. Welche Kündigungs­frist für Sie gilt, sollte im Preis­erhöhungs­schreiben des Anbieters stehen. Wenn Sie Ihr Sonderkündigungs­recht nutzen wollen, sollten Sie den Vertrag selbst kündigen und Ihren neuen Versorger darüber informieren.
Formalien.
Prüfen Sie zuerst, welche Form­vorschriften für Ihre Kündigung gilt. Verlangt der Vertrag „Text­form“, genügt eine E-Mail. Ist jedoch die „Schriftform“ vorgesehen, müssen Sie einen persönlich unter­schriebenen Brief schi­cken, zum Beispiel mit dieser Formulierung: „Ich kündige den Vertrag mit Ihnen zu dem Zeit­punkt, an dem die angekündigte Preis­erhöhung in Kraft treten soll. Bitte bestätigen Sie den Erhalt der Kündigung.“ Nennen Sie dabei nicht nur Name und Adresse, sondern auch Ihre Zähler- und Kunden­nummer.
Beleg.
Machen Sie sich eine Kopie der Kündigung und verschi­cken Sie den Brief per Einschreiben mit Rück­schein. So können Sie Ihre Kündigung belegen, wenn es Ärger gibt.

6. Vertrag abschließen

Sie können den neuen Vertrag auf der Internetseite des neuen Anbieters oder über ein Vergleichs­portal abschließen. Ist der Antrag ausgefüllt und abge­schickt, erhalten Sie ein Begrüßungs­schreiben des neuen Versorgers. Darin bestätigt er Ihnen den Liefer­beginn. Ihr jetziger Versorger wird Sie dann auffordern, den Zählerstand mitzuteilen. Sechs Wochen nach Lieferende sollten Sie die Abrechnung erhalten.

Einen guten Ökostrom­tarif finden

Eva Hauser vom IZES,Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme, sagt: „Der Abschluss eines Ökostrom­tarifs führt nicht auto­matisch zu mehr Wind­rädern oder Solar­anlagen. Viele Ökostromanbieter setzen mit dem Geld ihrer Kunden aber wichtige Projekte um, die die Energiewende beschleunigen. Zum Beispiel fördern sie neue Speicher­technologien, Solar­thermie­anlagen, Energiegenossenschaften, Elektromobilität und teil­weise auch den Natur­schutz.“

Energiewende fördern

Mit einem guten Ökostrom­tarif können Verbraucher also die Energiewende fördern (siehe auch unser Interview). Hier gilt es ebenfalls, vor der Tarif­wahl das Angebot zu prüfen und insbesondere einen Blick auf das Ökostromlabel zu werfen.

Ökostromsiegel kennen

Strenge Kriterien legen zum Beispiel das Ok-Power-Label oder das Grüner Strom-Label an. Empfehlens­werte Tarife finden Kunden unter anderem auf der Seite des Freiburger Öko-Instituts. Ökostrom­tarife lassen sich über Vergleichsportale finden, oder auch über einen Wechselservice.

Was ist, wenn der Wechsel nicht klappt?

Selbst wenn der Wechsel mal nicht reibungs­los klappen sollte, sitzt niemand im Dunkeln. Dafür sorgt die Ersatz­versorgung des örtlichen Grund­versorgers. Das ist der Energieversorger, der im Netz­gebiet eines Kunden die meisten Haushalte mit Strom versorgt – meist das örtliche Stadt­werk. Die Ersatz­versorgung dauert längs­tens drei Monate. In dieser Zeit können Kunden ohne Einhaltung einer Frist jeder­zeit wechseln. Sind sie länger als drei Monate in der Grund­versorgung, ist dies auch kein Problem. Mit einer Frist von 14 Tagen kommen sie dort aus dem Vertrag.

Was tun, wenn es Ärger mit dem Strom­anbieter gibt?

Lese­rinnen und Leser berichten uns immer wieder, dass ein neuer Versorger sie als Kunde abge­lehnt hat. Das passiert vor allem Personen, die jedes Jahr wechseln. Wie Sie sich davor am besten schützen, lesen Sie in unserem Special Wenn der Versorger Sie als Kunde ablehnt.

Schlichtungs­stelle hilft – in bestimmten Fällen

Wer schon Kunde ist und Ärger mit einem Versorger hat, kann sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Unternehmen sind laut Energiewirt­schafts­gesetz verpflichtet, an der Schlichtung teil­zunehmen und sie auch zu ­bezahlen. Das gilt aber nur, wenn ein Verbraucher bereits ihr Kunde ist. Bei Konflikten ­wegen eines gescheiterten Anbieter­wechsels oder bei Ärger mit einem Vergleichs­portal ist die Schlichtungs­stelle nicht zuständig. ­Streitig­keiten mit Flüssiggasanbietern oder Fern­wärme fallen auch nicht in ihren Bereich.

Voraus­setzungen für eine Schlichtung

Bevor jemand eine Schlichtungs­stelle einschaltet, muss er oder sie bereits erfolg­los probiert haben, eine Lösung mit dem Unternehmen zu finden. Am besten schriftlich an das Unternehmen wenden und eine angemessene Frist von bis zu vier Wochen zur Behebung des Problems stellen. Erst wenn das Unternehmen nicht reagiert oder es zu keiner Einigung kommt, ist die Schlichtungs­stelle zuständig. Diesen Einigungs­versuch können Kunden durch die Korrespondenz mit Versorger nach­weisen, etwa durch E-Mail- oder Brief­verkehr.

Schlichter­spruch ist nicht bindend

Der Schlichter­spruch ist weder für Verbraucher noch für Energieunternehmen bindend. Ein Prozess vor Gericht wäre auch nach der Schlichtung noch möglich. Den Schlichtungs­antrag können Kunden online über die Internetseite der Schlichtungsstelle einreichen.

Tipp: Mehr Infos zum Thema Schlichtung Finden sie in unserem Special Recht bekommen – günstig und ohne Gericht.

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