Strompreise Meldung

Kaum Wettbewerb – kaum Billig­­strom.

Von einem ernst zu nehmenden Wettbewerb der Strom­anbieter kann kaum noch die Rede sein. Im Vergleich zum November 1999 ist Strom heute 10 bis 20 Prozent teurer. Und durch einen Wechsel lässt sich nur noch wenig Geld sparen.

Ab Juli 2004 soll es endlich einen Wettbewerbshüter für den Strommarkt geben. Verbraucherschützer haben eine solche Regulierungsbehörde seit Beginn der Liberalisierung gefordert. Doch sie kommt zu spät. Zu spät für die vielen neuen Stromanbieter, die Pleite gegangen sind oder ihre Angebote wieder zurückgezogen haben. Aktuellstes Beispiel für einen Wackelkandidaten: best energy, ein bundesweit agierendes Tochterunternehmen der Berliner Bewag. Hauptgründe für den Schwund: Die Exmonopolisten verzögerten den Wechsel ihrer Kunden zu einem anderen Anbieter häufig. Und sie verlangten viel Geld dafür, dass der neue Strom durch ihre Netze fließen durfte.

In test 11/99, als wir die neuen Stromanbieter erstmals umfassend verglichen haben, gab es etwa 20 bundesweite. Später waren es dann sogar zirka 30 bis 40. Jetzt stehen nur noch rund 10 zur Auswahl. Bei den meisten handelt es sich übrigens um Anbieter für Ökostrom. Der wird nicht mit einem niedrigen Preis beworben, sondern mit der umweltschonenden Produktion. Anbieter, die mit Dumpingpreisen lockten, mussten häufig Insolvenz anmelden.

Heute ist der Strom etwa 10 bis 20 Prozent teurer als im November 1999, wie der Vergleich der damaligen test-Tabelle mit den aktuellen Daten zeigt. Allerdings: Noch immer kann man beim Wechsel sparen. Aber auch wenn es gut läuft, nur etwa fünf bis zehn Prozent.

  • Sparstrom vom „Alten“. Viele Stadtwerke bieten den Strom in Sonderverträgen billiger an als im allgemeinen Tarif. Rufen Sie Ihren Versorger an oder schauen Sie auf seine Seiten im Internet. Vergleichen Sie mit dem test-Infoabruf: Wir haben regionale und bundesweite Angebote aufge­listet.
  • Ökostrom. Manche Ökostromangebote sind auch im Preis konkurrenzfähig. Und ihr Service stimmt auch, wie der Test Stromwechsel gezeigt hat.
  • (Fast) jeder kann wechseln. Grundsätzlich kann jeder den Anbieter wechseln. Für den billigen Heiz- oder Nachtstrom vom ansässigen Versorger gibt es bisher aber keine Konkurrenz. Außerdem stellen sich noch immer mal alte Versorger quer. Hilfe bietet dann die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale.
  • Strom sparen. Wenn Sie konsequent Strom sparen, bringt das mehr Geld in die Haushaltskasse als der Wechsel des Anbieters (Sparpotenzial: etwa 20 bis 30 Prozent). Entscheiden Sie sich für Energie sparende Geräte.

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