Energie produzieren

Strom­preis Special

Ich habe etwas Acker­land geerbt. Lohnt es sich, dort ein eigenes kleines Wind­rad aufzustellen?

Eher nicht. Die Anschaffungs­kosten für kleine, privat betriebene Anlagen sind im Verhältnis zur Leistung sehr hoch. Ein wirt­schaftlicher Betrieb ist normaler­weise nicht möglich. Bei der Aufstellung von Wind­kraft­rädern in Wohn­gebieten oder Wohn­gebiets­nähe kann es außerdem Probleme mit Nach­barn und Behörden geben.

Wo bekomme ich Hilfe, um vor dem Kauf die Qualität einer Fotovoltaikanlage oder eines Akkus beur­teilen zu können?

Viele Verbraucherzentralen haben Energieberater, die auch zu Fotovoltaikanlagen beraten. Eine Beratungs­stelle in der Nähe finden Sie über die Website verbraucherzentrale-energieberatung.de.

Nach der EEG-Reform sollen Betreiber von Fotovoltaikanlagen für den Eigen­verbrauch eine Umlage zahlen. Lohnen sich solche Anlagen künftig über­haupt noch?

Ja, eine Anlage kann sich durch­aus noch lohnen, die Rendite­aussichten sind aber deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. Für typische Solar­anlagen auf Ein– und Zweifamilienhäusern mit einer Leistung bis zu 10 Kilowatt ändert sich nichts. Betreiber größerer Neuanlagen müssen künftig auf selbst verbrauchten Strom einen Teil der EEG-Umlage zahlen. Bis Ende 2015 sind es 30 Prozent, 2016 35 Prozent und ab 2017 40 Prozent der EEG-Umlage. Im Gegen­zug steigt die Einspeise­vergütung für diese Anlagen etwas.

In welchem Zeitraum sollte sich eine Solar­anlage vernünftiger­weise amortisiert haben?

Das kommt auf die Rendite an, die mit der Anlage mindestens erzielt werden soll. Für 3 Prozent Rendite im Jahr reicht es aus, wenn die Investitions­kosten nach etwa 15 Jahren durch Einspeise­vergütung und Strom­kosten­ersparnis abzüglich laufender Kosten wieder herein­kommen. Um mehr als 5 Prozent zu erzielen, sollte sich die Anlage schon nach etwa 12 bis 13 Jahren amortisiert haben.

Einnahmen, Ausgaben und die voraus­sicht­liche Rendite lassen sich mit unserem Solarstromrechner ermitteln.

Ist eine Solar­anlage mit einer Dach­ausrichtung nach Osten oder Westen über­haupt wirt­schaftlich?

Das macht einen wirt­schaftlichen Betrieb der Anlage deutlich schwieriger, aber nicht unmöglich. Die Ertrags­einbußen im Vergleich zu einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage betragen etwa 20 Prozent. Die Wirt­schaftlich­keit hängt aber auch vom Stand­ort, dem Anlagen­preis und dem Anteil des Eigen­verbrauchs ab.

Umfassende Informationen zu Planung, Betrieb und Wirt­schaftlich­keit von Fotovoltaikanlagen liefert unser Buch Photovoltaik: Solarstrom vom Dach, das für 24,90 Euro im test.de-Shop erhältlich ist.

Was kosten einsetz­bare Energiespeicher für ein Einfamilien­haus und welche Nutzungs­dauer haben sie?

Beides ist sehr unterschiedlich. Der Preis hängt vor allem vom Akku-Typ (Blei oder Lithium) und von der Speicher­kapazität ab. Die Preise fangen bei etwa 6 000 Euro an und gehen bis über 15 000 Euro. Bis zu 30 Prozent gibt es als Zuschuss von der staatlichen KfW-Bank (kfw.de). Blei-Akkus halten ungefähr 10 Jahre, Lithium-Akkus sollen eine Nutzungs­dauer von bis zu 20 Jahren haben – hier fehlen aber Erfahrungs­werte.

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