Strommessgeräte Test

Sie können Standbyverluste aufspüren und einen Überblick über die Stromkosten im Haushalt geben. Doch von sieben Geräten ist nur eines „gut“.

Manchmal reicht schon Handaufle­gen. Wenn das Netzteil einer Lampe warm wird, ohne dass sie leuchtet, dann heißt das: Hier wird sinnlos Strom verbraucht. Das gilt auch für die Musikanlage, die leise brummt, obwohl sie ausgeschaltet ist. Solche Schein-aus-Verluste vergeuden in vielen Haushalten unbemerkt Strom. Aber auch Fernseher, die stundenlang im Standby dümpeln, ohne dass es was zu sehen gibt, gehören zu den üblichen Stromfressern. Ein Strommessgerät kann solche Kostenfallen aufspüren und zeigt gleichzeitig, wie viel Geld sich sparen lässt, wenn man konse­quent den Stecker zieht. Zudem verschafft es einen Überblick, wie sich die Stromkosten im Haushalt verteilen.

Strommessgeräte Test

Stromfresser aufzuspüren ist nur der erste Schritt. Sinnloser Standbyverbrauch und Schein-aus-Verluste lassen sich dann bequem mit einer schaltbaren Steckdosenleiste verhindern. Der Austausch alter, sehr stromhungriger Geräte gegen energieeffiziente lohnt sich spätestens dann, wenn eine größere Reparatur ansteht.

Zwischen Steckdose und Netzstecker des Fernsehers, Computers oder Druckers gesteckt, misst das Gerät den durchfließenden Strom. Über die Länge der Messzeit ergibt sich daraus der Energieverbrauch in Kilowattstunden. Hat zum Beispiel ein Staubsauger eine Leistungsaufnahme von 2 000 Watt, werden für eine Stunde 2 000 Wattstunden oder 2 Kilowattstunden Energie verbraucht (siehe „Glossar“). Die Stromkostenmessgeräte messen den tatsächlichen Verbrauch. Wird eine Viertelstunde gemessen, werden dementsprechend auch nur 0,5 Kilowattstunden angezeigt. Zugleich rechnen die Geräte aus, was dieser Verbrauch kostet. Dafür muss ein Strompreis im Gerät eingestellt werden, zum Beispiel 20 Cent pro Kilowattstunde (siehe „Tipps“). Eine Viertelstunde lang Staubsaugen kostet in diesem Fall also 10 Cent.

Einige Messgeräte erstellen zudem eine Kostenprognose. Sie rechnen die ermittelten Kosten auf einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr hoch. Das ist vor allem bei „Dauerläufern“ sinnvoll. So wird manch einer überrascht sein, wie gierig der alte Zweitkühlschrank im Keller ist. Und wie sich Standbykosten summieren, die jährlich durch den Schornstein gejagt werden. Ein alter Fernseher zum Beispiel verbraucht im Bereitschaftsmodus 5 Watt, die Empfangsbox fürs Digitalfernsehen bis zu 15 Watt und die Surroundanlage für perfekten Raumklang noch einmal 5 Watt – macht zusammen 25 Watt. Bei 20 Stunden Leerlauf am Tag verpuffen im Jahr also rund 180 Kilowattstunden Energie – 36 Euro.

Voltcraft mit hoher Messgenauigkeit

Es kann sich daher lohnen, mit einem Messgerät auf die Suche zu gehen, zumal die kleinen Kisten nicht viel kosten. Die Preise in unserem Gerätevergleich liegen zwischen 8 und 50 Euro. Die Ergebnisse der Prüfungen sind allerdings weniger erfreulich: Von sieben Strommessgeräten im Test war am Ende nur eines „gut“. Das Voltcraft überzeugt durch sehr hohe Messgenauigkeit, vor allem beim Messen von Standbyverbräuchen und hohen Leistungen über 1 000 Watt. Auch die Energiemessung über mehrere Stunden liefert genaue Werte.

Zwei Geräte mit Sicherheitsmängeln

Es gibt noch zwei weitere Geräte im Test mit „guter“ und sogar „sehr guter“ Messgenauigkeit – ausgerechnet diese beiden haben jedoch die Sicherheitsprüfung nicht überstanden: Leitungen im Inneren des Basetech und des No-Energy werden unter der von der Prüfnorm geforderten Höchstlast so heiß, dass sich das Gehäuse verformen kann. Solange das Gerät für Kurzzeitmessungen von wenigen Minuten eingesetzt wird, kann kaum etwas passieren. Bei längerer Messdauer ist eine Überhitzung aber nicht auszuschließen, insbesondere, wenn das Messgerät tagelang hinter einem Einbauschrank liegt, wo es leicht zum Wärme­stau kommen kann. Das Sicherheitsurteil kann daher nur „mangelhaft“ lauten.

Die restlichen vier Messgeräte patzen bei der Messgenauig­keit. Die Abweichungen der gemessenen Werte vom wirklichen Stromverbrauch sind oft groß. Das liegt bei den Geräten von Aldi und Westfalia auch daran, dass sie Schwierigkeiten haben, die Wirkleistung von der Blindleistung zu unterscheiden (siehe „Glossar“). Bei Messungen von Elektrogeräten, die Spulen oder Kondensatoren besitzen, wie zum Beispiel Kühlschränke oder Waschmaschinenmotoren, führt das zu ungenauen Angaben.

Für Standbymessung ungeeignet

Wegen der großen Messungenauigkeit bei Standbyverbräuchen unter 3 Watt haben wir die Geräte von Aldi und Westfalia in dem Punkt mit „mangelhaft“ bewertet. Beim Messen eines Netzteils mit 1,4 Watt Standbyverbrauch zum Beispiel zeigen die beiden Geräte einen Wert von 6 Watt an.

Handhabung nicht immer einfach

Die Handhabung der Geräte ist nicht immer ganz einfach. Das Einstellen der Parameter gelingt bei allen nur mithilfe der Gebrauchsanleitung, bei einigen ist auch das Abrufen der Messwerte schwierig. Nicht alle Geräte speichern den letzen Stromverbrauchswert: Das bedeutet, dass die Messwerte bei Heitronic und Revolt nur in der Steckdose abgelesen werden können, was mitunter recht umständlich sein kann.

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