Strommessgeräte: Nur eins ist gut

Sie sollen Stromfresser aufspüren und Geld sparen: Strommessgeräte für den Hausgebrauch. Doch ausgerechnet den wichtigen Standby-Verbrauch zeigen einige Geräte falsch an. Im Test: sieben Strommessgeräte für 8 bis 50 Euro. test.de stellt die besten Messgeräte vor und gibt Tipps zum Sparen.

Sieben Messgeräte im Test

Fünf Watt für den Videorekorder, sieben für die Hifi-Anlage, zehn für den alten Röhrenfernseher: Der Standby-Verbrauch von Elektrogeräten läppert sich. Da kommen schnell Stromkosten von 30, 40 oder gar 100 Euro zusammen. Jahr für Jahr. Dazu kommen Stromfresser wie der alte Gefrierschrank oder der Wäschetrockner. Das muss nicht sein. Moderne Geräte verbrauchen weniger Strom. Viele lassen sich zwischendurch abschalten: Der Standby-Modus ist überflüssig. Strommessgeräte helfen zunächst, die Stromfresser zu erkennen. Die Stiftung Warentest hat sieben Messgeräte getestet.

Einfach in die Steckdose

Es sind kleine Geräte für den Hausgebrauch: Das billigste kostet gerade acht Euro – Aktionsware von Aldi. Die Strommessgeräte sehen aus wie eine Zeitschaltuhr. Sie kommen in die Steckdose, der Stecker des Elektrogeräts dann ins Messgerät. Das zeigt nun Stromverbrauch und Kosten: in Kilowattstunden und in barer Münze. 15 Minuten Staubsaugen kostet beispielsweise 1,5 Cent. Der aktuelle Strompreis wird zuvor programmiert. Am einfachsten geht das bei den Geräten von Heitronic, Revolt und No-Energy NZR. Handhabung: gut. Mit Hilfe der Gebrauchsanleitung lassen sich alle Geräte im Test auch von Laien bedienen.

Nur drei messen gut

Erst bei der Messgenauigkeit trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur drei Geräte messen gut oder sehr gut: Conrad Voltcraft, Conrad Basetech und No-Energy. Die anderen Modelle sind ungenau. Mehr oder weniger. Beispiel: Das Strommessgerät von Aldi. Hohe Leistungen über 1 000 Watt zeigt das Gerät noch zuverlässig an. Mit kleinen Werten hat es dagegen Probleme: Das Messgerät übertreibt. Es erkennt die so genannte Blindleistung nicht. Die tritt vor allem bei Netzteilen, Kühlschränken und Waschmaschinen auf. Die Blindleistung fließt ins Stromnetz zurück. Das Messgerät muss sie vom Verbrauch abziehen. Im Test sollten die Geräte den Standby-Verbrauch eines Netzteils ermitteln. 1,4 Watt war der richtige Wert, 6 Watt zeigte das Messgerät von Aldi schließlich an. Viel zu viel. Auch das Westfalia Wetekom lag hier daneben. Das kostet Punkte.

Zwei sind nicht sicher

Das Conrad Basetech misst gut, hat aber eine andere Schwäche: Es ist nicht sicher. Die Leitungen im Inneren des Messgeräts werden unter extremer Belastung so heiß, dass sich das Gehäuse verformen kann. Bei Langzeitmessungen mit hohen Leistungen ein ernstes Problem. Vor allem, wenn das Messgerät schlecht belüftet in einer Steckdose hinter Möbeln steckt. Die Prüfnorm schreibt eine Prüfung bei extremer Belastung von 20 Ampere vor. Die besteht das Basetech nicht. Testurteil deshalb: mangelhaft. Dasselbe gilt für das Messgerät von No-Energy NZR, namens SEM 16. Das teuerste Gerät im Test. Schade, denn das SEM 16 wäre ansonsten das Beste: Messgenauigkeit sehr gut und Handhabung gut.

Testsieger Conrad Voltcraft

Der Patzer von No-Energy NZR bringt das zweite Gerät von Conrad nach vorn. Das beste Messgerät im Test heißt Conrad Voltcraft Energy Monitor 3000. Es misst sehr genau. Auch bei kleinen Standby-Werten von ein bis drei Watt. Positiv: Großes Display und gute Tasten. Der Voltcraft Energy Monitor zeigt viele Werte (Leistung, Spannung, Stromstärke, Frequenz und Wirkfaktor) und erstellt auf Wunsch sogar eine Kostenprognose für Woche, Monat und Jahr. In der Handhabung ist das Gerät allerdings gewöhnungsbedürftig: Ohne Gebrauchsanleitung läuft kaum was. Die Anleitung selbst ist schwer lesbar, die Schrift zu klein. Testurteil insgesamt aber gut, Note 2,1. Der Testsieger kostet 40 Euro. Wer damit ein paar Stromfresser aufspürt, hat die Ausgabe schnell wieder drin. Doch es geht noch billiger – zeigen die Tipps.

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