Strommarkt Meldung

Geht ein Stromanbieter Pleite, können Kunden einen Wirrwarr erleben. Matthias L. erhielt Post von einem ihm unbekannten Unternehmen, der Deutschen Strom AG (DSA). Die DSA teilte ihm mit, dass sein bisheriger Stromversorger abos energie ­ offenbar in finanziellen Schwierigkeiten ­ beabsichtige, die Stromversorgung durch die DSA sicherzustellen, "zunächst zu gleichen Bedingungen" wie mit abos vereinbart. Aber was bedeutet "zunächst"? Das erfuhr Matthias L. nicht. Stattdessen sollte er innerhalb von sechs Tagen eine Einverständniserklärung unterschreiben ­ was er zunächst bleiben ließ.

Drei Wochen später schrieb ihm e.on Netz: Da die abos energie mittlerweile einen Insolvenzantrag gestellt habe, werde e.on Netz die Notversorgung aufnehmen. Zu saftigen Preisen: Matthias L. müsste 40 Pfennig je Kilowattstunde zahlen. Normal sind etwa 30 Pfennig. Um die Notversorgung zu verkürzen, solle Matthias L. "so schnell wie möglich" einen Vertrag mit einem anderen Energieversorger abschließen. Nach drei Monaten werde er andernfalls wieder, wie vor seinem Wechsel zu abos, von den Isar-Amperwerken beliefert. Wir haben eine juristische Einschätzung eingeholt: Die Verbraucherzentrale Bayern rät, der Belieferung durch e.on Netz schriftlich zu widersprechen. Denn nach dem Energiewirtschaftsgesetz müssten die Isar-Amperwerke Matthias L. sowieso automatisch beliefern. Sie haben niedrigere Strompreise als die von e.on Netz genannten. Außerdem müssten die Isar-Amperwerke Matthias L. ihren Vertrag zusenden. Den könne er dann immer noch ablehnen und sich einen billigeren Versorger suchen.

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