Stromlieferant pleite Meldung

Strom- und Gaslieferant Teldafax hat heute Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bonn gestellt. Das Gericht hat den Düsseldorfer Rechtsanwalt Biner Bähr als vorläufigen Insolvenzverwalter beauftragt. Kunden, die von Teldafax noch mit Strom und Gas versorgt werden, haben kein Sonderkündigungsrecht. Bei vielen Verträgen hatte bereits der örtliche Versorger die Belieferung übernommen.

[Update: 17.06.2011]

Teldafax liefert vorerst keine Energie mehr. Seinen verbliebenen Strom- und Gaskunden liefert Teldafax von Samstag an auf unbestimmte Zeit keine Energie mehr. Alle Teldafax-Kunden werden dann von ihrem regionalen Grundversorger beliefert. Der Lieferstopp seit nötig, „weil die finanzielle Lage des Unternehmens zu den gegenwärtigen Vertragsbedingungen keine Belieferung aller Kunden erlaubt“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr. Er sucht derzeit einen neuen Investor, der den angeschlagenen Stromlieferanten übernehmen könnte.
Tipp: Liefert Teldafax Ihnen keinen Strom mehr, können Sie außerordentlich kündigen. Tun Sie das am besten per Einschreiben mit Rückschein. In dem Brief teilen Sie den Zählerstand mit und widerrufen die Einzugsermächtigung. Zugleich können Sie sich über Stromtarifrechner einen neuen Lieferanten suchen, damit Sie schnell aus dem teuren Ersatzversorgungstarif herauskommen.

Zahlungsunfähig: Viele Netzbetreiber haben gekündigt

Außer der Teldafax Energy GmbH haben auch die Teldafax Holding AG und die Teldafax Services GmbH Insolvenzanträge gestellt, teilte das Amtsgericht Bonn mit. Die Zahlungsunfähigkeit zeichnete sich bereits seit Monaten ab. Viele regionale Netzbetreiber – etwa in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Leipzig und Dresden – kündigten die Verträge mit Teldafax, weil das Unternehmen keine Netzgebühren mehr gezahlt hatte. Die Energieversorgung für diese Kunden hat automatisch der lokale Grund- und Ersatzversorger übernommen. Das ist meistens das örtliche Stadtwerk. Allerdings sind die Strom- und Gastarife in der Ersatzversorgung meist sehr teuer.
Tipp: Wechseln Sie umgehend in einen günstigeren Tarif, in Hamburg und Berlin zum Beispiel in die Tarife Easy oder Natur. Wer diese Tarife mindestens ein Jahr behält, bekommt bis zu 90 Euro Neukundenbonus. Alternativ können Sie auch zu einem anderen Stromanbieter wechseln. Wie umweltbewusste, bequeme und sparsame Kunden jeweils einen passenden Stromanbieter finden, sagt Ihnen der aktuelle Finanztest-Beitrag.

Kein Sonderkündigungsrecht für Kunden

Kunden, die Teldafax auch nach dem Insolvenzantrag beliefert, weil der zuständige Netzbetreiber Strom und Gas von Teldafax immer noch weiterleitet, haben auch nach dem Insolvenzantrag kein Sonderkündigungsrecht. Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag ist nur möglich, wenn der Versorger keine Energie mehr liefert, sagt Friederike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Tipp: Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet eine Telefon-Hotline zu Teldafax an. Sie ist am Mittwoch, den 15. Juni (zehn bis zwölf Uhr), und am Donnerstag, den 16. Juni (zehn bis zwölf Uhr und 13 bis 16 Uhr) unter der Nummer 09 00/17 97 77 zu erreichen (1,24 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz). Das Amtsgericht Bonn will außerdem zu dem Verfahren eine Hotline einrichten, die unter den Anschlüssen 02 28/70 22 21 6, –22 17, –19 08 und –19 09 erreichbar ist.

Kunden können noch keine Rückzahlung fordern

Günstige Stromverträge bei Teldafax haben Kunden nur erhalten, wenn sie ein Jahr im voraus Stromkosten bezahlt haben. Was sie von dem Geld wiedersehen, hängt vom weiteren Verfahren ab. Der Insolvenzverwalten prüft, ob ein Insolvenzverfahren für Teldafax tatsächlich eröffnet werden kann. Erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens können Kunden Rückzahlungen fordern. Wahrscheinlich werden Teldafax-Kunden allenfalls einen Teil ihrer Vorauszahlung zurück erhalten. test.de warnte wiederholt vor Stromverträgen mit Vorkasse wie bei Teldafax.

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