Stromanbieter wechseln Meldung

Oft lohnt sich der Wechsel des Stromversorgers ­ doch nicht alle Anbieter liefern in die neuen Länder.

Wer in Ostdeutschland den Stromlieferanten wechseln möchte, braucht reichlich Energie. Ostdeutsche Verbraucher, die beispielsweise die Servicehotline des Energieanbieters EGT Triberg anrufen, erhalten eine Abfuhr: "Neue Bundesländer? Tut mir leid, da können wir nicht hinliefern."

Eine freie Wahl des Stromanbieters ist für Ostdeutsche auch drei Jahre nach der Liberalisierung des Strommarkts nicht immer einfach. Knapp ein Dutzend Energielieferanten, die gerne bundesweit Strom verkaufen würden, liefern zurzeit nicht in die neuen Länder.

Ein Grund hierfür sind die hohen Nutzungsgelder, die überregionale Energielieferanten für das Einspeisen ihres Stroms in die Netze der örtlichen Versorger zahlen müssen. Nach einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e.V. sind unter den zehn Netzanbietern mit den teuersten Netznutzungspreisen allein sechs aus Ostdeutschland. Gerade für kleine Energieanbieter ist es in dieser Situation schwierig, ein wettbewerbsfähiges Angebot zu machen.

Außerdem erschwert die Braunkohleschutzklausel neuen Anbietern den Marktzutritt. Sie erlaubt es den örtlichen Stromanbietern, die Durchleitung von Fremdstrom zu verweigern, wenn dadurch die Energieerzeugung aus der heimischen Braunkohle gefährdet ist.

Die finanzkräftigeren unter den jungen Anbietern wie Yello oder best energie haben sich dennoch inzwischen in Ostdeutschland etabliert. Sie wollen sich Marktanteile sichern und bieten deutschlandweit dieselben Konditionen. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt allerdings nicht nur vom Preis, sondern auch von den Vertragsbedingungen ab. Je kürzer die Vertragslaufzeit ist, desto besser können Stromkunden auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren.

Sonderkonditionen lohnen

Doch nicht nur durch einen Anbieterwechsel lassen sich Stromkosten sparen. Fast alle ­ ost- wie westdeutsche ­ Stadtwerke bieten neben dem allgemeinen Tarif auch Sonderkonditionen an. Vielfach jedoch nur auf Nachfrage. Vor allem für Vielverbraucher lohnen sich solche Angebote. Rund 200 Mark jährlich spart beispielsweise eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh, die bei den Schweriner Stadtwerken vom Normaltarif zu den Sonderkonditionen wechselt und einen Jahresvertrag abschließt.

Wer bei seinem alten Anbieter bleibt und dessen Sonderkonditionen nutzt, beflügelt zwar nicht unbedingt den Wettbewerb, schont aber unter Umständen seine Nerven.

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