Stromanbieter-Wechsel Meldung

Der Stromversorger Eon Edis musste ein Strafgeld von 650 000 Euro wegen Behinderungen anderer Stromanbieter zahlen. Eon Edis ist Grundversorger in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Der Wechsel von Stromkunden zu billigeren Anbietern klappte oft nicht reibungslos.

Eon Edis verzögerte Stromanbieterwechsel

Der Wechsel des Stromanbieters ist für Kunden eine wirksame Möglichkeit den Strompreis zu drücken. Eon Edis machte aber den Kunden und den neuen Stromlieferanten das Leben schwer, indem das Unternehmen den Stromwechsel verzögerte oder verhinderte. Über eine systematische Behinderung des Wettbewerbs beschwerten sich die Konkurrenten bei der Aufsichtsbehörde, der Bundesnetzagentur. Sie verhängte ein Zwangsgeld von 650 000 Euro, dass der Grundversorger bereits gezahlt hat. Weiter drohte die Bundesnetzagentur ein Strafgeld von 1,3 Millionen Euro an, wenn die Schwierigkeiten nicht bis 5. Oktober behoben sind. Eon Edis begründete die Verzögerung mit Schwierigkeiten bei der Umstellung des EDV-Systems.

Leserin sollte doppelt zahlen

Roberta Schuster* aus Löwenberger Land sollte bis Ende September ihren Strom bei zwei Versorgern bezahlen, nachdem sie den Stromanbieter gewechselt hatte. Ihre monatlichen Abschläge zahlte sie an Stromio, der Anbieter liefert ihr seit 1. Mai 2010 den Strom ins Haus. Eon Edis verlangte von Mai bis September auch Stromgeld von ihr und schickte Mahnungen und Sperrandrohungen. Schuster legte Widerspruch ein, bekam aber keine Antwort. Bei ihrem regionalen Versorger Eon Edis war sie im April 2010 gelandet, weil sich der Wechsel vom alten Anbieter zu Stromio um einen Monat verzögerte. Schuster wendete sich an test.de. Die Redaktion bat Eon Edis, die Forderungen Frau Schuster gegenüber einzustellen. Heute teilte ihr Eon Vertrieb mit, dass er kein Geld mehr einfordert und die Verträge storniert sind.
*Name von der Redaktion geändert

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