Auf dem Strommarkt gelten neue Spielregeln. Sie betreffen auch den Verbraucher, der seinen Stromanbieter wechseln will. Er muss in Zukunft zwei Verträge schließen: einen mit seinem Stromversorger und einen mit dem Betreiber des Netzes, durch das sein Strom fließt.

Die Verbände der Energiewirtschaft und der deutschen Industrie haben die Durchleitung von Fremdstrom in der neuen Vereinbarung vereinheitlicht. Bisher mussten die neuen Stromanbieter mit den Netzbetreibern den Preis für die Nutzung des Netzes selbst aushandeln. Das führte zu Verzögerungen beim Anbieterwechsel und dazu, dass Kunden desselben Stromanbieters in verschiedenen Regionen unterschiedlich viel zahlen mussten.

Die Verbändevereinbarung verlangt nun vom Kunden zwei separate Verträge. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein vermutet, dass die Kunden mit diesem Aufwand an einem Wechsel gehindert werden sollen.

60 bis 80 Mark Kosten verursacht ein Anbieterwechsel nach Angaben des Verbands Deutscher Elektrizitätswerke. Ob dieser Betrag individuell bei einem Wechsel vom Kunden zu bezahlen ist oder auf alle Kunden umgelegt wird, steht noch nicht fest. Diese Wechselgebühr und die Durchleitungspreise werden voraussichtlich erst im Juli 2000 feststehen.

TiPP: Erkundigen Sie sich vor einem Wechsel beim neuen Anbieter nach dem Stand der Verhandlungen mit Ihrem alten Versorger. Bestehen Sie auf einem festen Liefertermin.

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