Auf Sparflamme

Auch ohne Wechsel des Energielieferanten können Verbraucher im Jahr mindestens 100 Euro Stromkosten ­sparen. Der Aufwand ist gering.

Allein für Stand-by – den ständigen ­Bereitschaftsdienst – von Fernseher, Computer und anderen elektronischen Geräten verbraucht ein Vierpersonenhaushalt rund 500 Kilowattstunden (kWh) im Jahr. Bei einem angenommenen Preis von 19 Cent pro kWh sind das rund 90 Euro im Jahr. Das hat die Stiftung Warentest zusammen mit der Initiative Energieeffizienz vor gut einem Jahr ermittelt. Am meisten „Bereitschafts-Strom“ verbrauchen die Hifi-Anlage, PC mit Monitor und Drucker sowie Fernseher, Video- und DVD-Recorder, wenn diese nicht im Aufnahmestatus sind. „Wer diese Geräte konsequent ausschaltet oder schon beim Einkauf auf einen niedrigen Stand-by-Verbrauch achtet, kann rund 70 Euro im Jahr sparen“, sagt Fachredakteur Lothar Beckmann von unserer Zeitschrift test.„Aber auch Kleinvieh macht Mist: Strom spart auch der, der Ladestationen von Handy, Rasierapparat oder Zahnbürste vom Netz nimmt, wenn sie nicht in Gebrauch sind.“

Die Reduzierung des Stand-by-Verbrauchs ist nur eine Möglichkeit, Strom zu sparen. Es gibt viele lohnende Sparmöglichkeiten in einem Haushalt.

Leuchten, waschen und spülen

Verglichen mit einer gleich hellen Glühlampe verbrauchen Energiesparlampen rund 80 Prozent weniger Strom. Zudem leuchtet eine herkömmliche Glühlampe nur etwa 1 000 Stunden, ehe sie für immer verlöscht. Die meisten Energiesparlampen schaffen das 14-Fache. Deshalb haben die meisten von ihnen nach weniger als 1 000 Betriebsstunden ihre höheren Anschaffungskosten ausgeglichen. Wer eine 60-Watt-Glühlampe durch eine 11-Watt-Sparlampe ersetzt, spart über die ganze Lebensdauer unterm Strich etwa 65 Euro.

Optimal ist es, wenn Waschmaschine und Geschirrspüler voll beladen sind und im Energiesparprogramm laufen. Manche Geräte passen Energie- und Wassermenge zwar der Beladung an, aber bei Geschirrspülern benötigt das Automatikprogramm oft mehr Strom und Wasser als das länger laufende Energiesparprogramm.

Kochen, kühlen, gefrieren

Auch beim Kochen tun sich Sparpotenziale auf: Töpfe nur auf gleich große Herdplatten stellen, einen passenden und gut schließenden Deckel verwenden, auf einen ebenen Topfboden achten. Die Herdplatten beim Elektroherd können etwa zehn Minuten früher abgeschaltet werden – die Restwärme reicht zum Garen.

Kühlschränke und das Gefriergerät stehen am besten in kühler Umgebung – nicht neben Herd, Heizkörper oder im ­direkten Sonnenlicht. Temperaturen von 7 Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad in der Gefriertruhe reichen aus. Denken Sie auch regelmäßig daran, die Eisschichten abzutauen und auf der Rückseite die Lüftungsgitter abzusaugen. Undichte Türen entdecken Sie, wenn Sie eine eingeschaltete Taschenlampe in das Gerät legen und den Raum abdunkeln.

Geht Ihr über 15 Jahre alter Kühlschrank kaputt, lohnt sich keine Reparatur mehr. Ein altes noch funktionierendes Kühlgerät gehört nicht in den Keller, weil man dort ja noch die Getränke für die nächste Party kühlen könnte. Meist wird es nur selten genutzt und zieht in der übrigen Zeit trotzdem unzeitgemäß viel Strom.

Energiekennzeichnung

Bei Neuanschaffungen sollten Sie gleich auf stromsparende Geräte achten. Wer sich zum Beispiel für einen Geschirrspüler der A-Klasse – besonders sparsam – entscheidet, spart gegenüber einem B-Klasse-Gerät in zehn Jahren rund 150 Euro. Bei Kühl- und Gefriergeräten ist die einfache A-Klasse nur drittklassig. Mittlerweile gibt es dafür schon die Klassen A+ und A++.

Die Auswahl erleichtert das EU-weit einheitliche Energielabel für Haushaltsgeräte. Es weist den Stromverbrauch aus und erleichtert durch die Angabe der Energieeffizienz den Vergleich verschiedener Geräte.

Bei der Verringerung des Stromverbrauchs hilft auch die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Sie spürt Stromfresser im Haushalt auf und nennt geeignete Sparmaßnahmen.

Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Unter 0 900 1/3 63 74 43 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz) können Sie auch direkt einen Termin für eine Energieberatung vereinbaren.

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