Strom- und Gasanbieter Meldung

Der ehemalige Aufsichtsrat des Stromanbieters Teldafax, Michael Josten, sitzt im Gefängnis. Er ist rechtskräftig wegen Untreue zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt. Bis 1998 hat er mit dem inzwischen insolventen Unternehmen Secur Finanz Anleger eines Immobilienfonds abgezockt.

Teldafax soll verkauft werden

Michael Josten hatte bis 1998 mit einem Schneeballsystem Fondsanteile von Immobilien verkauft. Das Landgericht Mannheim hat ihn 2007 verurteilt (Az. 631 Js 3 96 33/98 9). Mit dem Bekanntwerden der derzeitigen Gefängnishaft von Josten kommt auch Teldafax in schwere Fahrwasser. Das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichten von Zahlungsschwierigkeiten des Strom- und Gasanbieters in Millionenhöhe. Teldafax bestreitet alle Berichte zur Überschuldung und baldiger Zahlungsunfähigkeit. „Wir sind überzeugt, dass die los getretene Medienkampagne in erster Linie dazu dient, Teldafax zu beschädigen und so den Verkaufsprozess, in dem sich das Unternehmen befindet, zu torpedieren“, erklärt der Vorstandschef Klaus Bath. Wie es um die Finanzen des Lieferanten von rund 700 000 Energiekunden wirklich steht, ist ungewiss.

Kunden haben Teldafax schon im Voraus Geld gegeben

Viele Kunden haben Gas und Strom bei Teldafax schon ein Jahr im Voraus bezahlt. Etliche Teldafax-Kunden leisten auch Quartalsvorauszahlungen. Bei Tarifen mit Kaution hinterlegt der Verbraucher eine bestimmte Summe für die Vertragslaufzeit beim Anbieter. Dafür bieten die Energieversorger Preise an, die häufig nicht von Tarifen mit monatlichen Abschlagszahlungen unterboten werden können. Nach Angaben des Internetportals Verivox haben im Moment 76 Stromlieferanten Tarife mit jährlicher Vorauskasse im Programm. Bei mehr als der Hälfte dieser Anbieter handele es sich um kommunale Grundversorger oder deren Vertriebstöchter.

Bei Insolvenz ist vorgeschossenes Geld weg

test.de warnt ausdrücklich vor Tarifen mit Vorauszahlung und Kaution. Im Fall einer Insolvenz des Unternehmens ist das Geld höchstwahrscheinlich weg. Beim Insolvenzverwalter könnten Kunden zwar Ansprüche geltend machen. Viel Geld ist dann aber meist nicht mehr zu verteilen. Sollte Teldafax insolvent werden, geht bei den Kunden aber nicht das Licht aus. Der regionale Grundversorger übernimmt dann die Strom- und Gaslieferung, allerdings verlangt er im Grundtarif mehr Geld. Die Kündigungsfrist ist aber kurz. Kunden können sich schnell einen neuen Lieferanten suchen.

Tipps

  • Schließen Sie beim Wechsel nur Verträge ohne Vorkasse und ohne Kaution ab. Dann müssen Sie keine Angst um ihr Geld haben.
  • Wollen Sie zu einem billigeren Strom- oder Gasanbieter wechseln wollen, suchen Sie sich mit einem Internetvergleichsrechner ein Angebot. Nutzen Sie dazu gute Tarifportale aus dem Test.

Landgericht Mannheim, Urteil vom 16.03.2007
Aktenzeichen: 631 Js 39633/98

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