Für viele der mehr als 20 Millionen Haushalte mit Gasanschluss lohnt sich ein Anbieter­wechsel: die Gaspreise für Neukunden sind so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch für viele Strom­kunden könnte ein Wechsel ange­zeigt sein– haben doch viele Anbieter die Preise satt erhöht. Finanztest erklärt, wie „aktive“ und „bequeme“ Kunden – je nach Naturell – am besten vorgehen, und gibt sechs Tipps für den Wechsel zum besten Vertrag.

Hinweis: Anbieter BEV ist pleite

In diesem Bericht thematisieren wir auch den Anbieter BEV und berichten über die Kritik von Verbraucherschützern am Geschäfts­gebahren der BEV. Mittlerweile ist die BEV pleite.

Gaspreis auf Fünf­jahres­tief

Für Neukunden ist Gas so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dies zeigt ein Vergleich der Preise im Oktober 2012, die wir für einen Gastarif-Test erhoben haben, mit aktuellen Preisen. Damals zahlte ein Berliner mit 20 000 Kilowatt­stunden Jahres­verbrauch beim güns­tigsten Anbieter 1 166 Euro pro Jahr. Heute sind es bei gleichem Verbrauch nur 824 Euro, immerhin 342 Euro weniger. Aber auch Kunden, die den Strom­anbieter wechseln, können locker mehrere Hundert Euro sparen. Wechseln lohnt sich also vor allem für Kunden mit älteren Gast­arifen und für Kunden, die noch nie etwas an ihrem Tarif geändert haben. Sie sind im Grund­versorgungs­tarif bei ihrem örtlichen Stadt­werk.

Das bietet unser Test Strom- und Gas-Tarife

Modell­berechnungen. Unsere Tabellen zeigen für Berlin und Hamburg, welche Einspar­möglich­keiten Energiekunden haben. Beim Strom sind wir dabei von einem Jahres­verbrauch von 3 500 kWh ausgegangen, beim Gas verbraucht unser Modell­haushalt jähr­lich 20 000 kWh.

Zwei Kunden­typen. Aktive Kunden wollen möglichst viel sparen, bequeme Kunden wollen flexibel bleiben: Wir zeigen, wie unterschiedlich die Einspar­möglich­keiten sind – je nachdem, ob der Energiekunde zum regel­mäßigen Anbieter­wechsel bereit ist oder nicht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wir erklären, wie Sie in sechs Schritten zu dem für Sie besten Vertrag kommen.

Ein flexibler Tarif oder doch einer mit Bonus?

Kunden können zwischen Tarif­typen wählen:

Bonus­tarife für Aktive. Hohe Boni locken im ersten Vertrags­jahr. Wenn sie im zweiten Jahr wegfallen, sind die Tarife oft teurer als die, die Kunden zuvor hatten. Bonus­tarife verlängern sich ohne frist­gerechte Kündigung meist auto­matisch um zwölf Monate. Empfehlens­wert sind sie daher nur für Aktive, die recht­zeitig einen neuen Vertrag abschließen und außerdem in ihrer Abrechnung prüfen, ob versprochene Boni auch ausbezahlt wurden.

Flexible Tarife für Bequeme. Arbeits- und Grund­preis sind günstig, Neukundenboni gibt es fast nie. Im zweiten Vertrags­jahr lassen sich die Verträge monatlich kündigen. Bequeme Kunden bleiben dann flexibel, wenn eine Preis­erhöhung ins Haus kommen sollte. Sie müssen dann nicht unter Zeit­druck ihr Sonderkündigungs­recht nutzen.

Aktive sparen mehr

Vergleicht man die Ersparnis von aktiven und bequemen Kunden, so holen Aktive mehr raus, wie das folgende Beispiel zeigt: Ein Berliner Haushalt im örtlichen Grund­versorgungs­tarif, der 3 500 Kilowatt­stunden Strom im Jahr verbraucht, spart nach dem Umstieg auf einen Bonus­tarif 382 Euro im ersten Vertrags­jahr. Wenn er statt­dessen eine Alternative für Bequeme wählt, spart er ein Drittel weniger – nämlich nur noch 249 Euro.

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