Kündigung nach einer Preis­erhöhung: So kommen Kunden vorzeitig aus dem Vertrag

Viele Energiekunden haben es bequem. Sie können jeder­zeit wechseln, um die Kündigung des alten Vertrags kümmert sich der neue Versorger. Einzige Ausnahme: Kunden, die schon einmal den Anbieter gewechselt haben.

Diese Kunden sind an die Lauf­zeit ihres Sonder­tarifs gebunden, haben aber ein Sonderkündigungs­recht, wenn ihr Versorger den Preis erhöht. Doch zum Kündigen bleiben nach der Mitteilung über die Preis­erhöhung manchmal nicht einmal zwei Wochen Zeit.

In neueren Verträgen reicht es zwar oft, wenn die Kündigung beim Versorger ankommt, bis die Preis­erhöhung in Kraft tritt. Doch kaum jemand kann auf die Schnelle klären, ob diese Regel für seinen Vertrag bereits gilt.

Finanztest empfiehlt deshalb: Kündigen Sie selbst und so schnell wie möglich, wenn Sie wegen einer Preis­erhöhung den Strom- oder Gasversorger wechseln wollen. Und so gehts:

  • Schreiben Sie einen Brief: „Hier­mit kündige ich den Vertrag mit Ihnen zum Zeit­punkt, an dem die angekündigte Preis­erhöhung in Kraft treten soll.“ Ein besonderes Formular brauchen Sie dafür nicht zu verwenden.
  • Nennen Sie im Schreiben nicht nur Name und Adresse, sondern auch Ihre Zähler- und Kunden­nummer. Alle Daten finden Sie auf den Rechnungen des Versorgers. Machen Sie eine Kopie des Kündigungs­schreibens.
  • Schi­cken Sie den Brief als Einschreiben mit Rück­schein oder stecken Sie ihn in den Brief­kasten des Unter­nehmens, wenn es vor Ort ein Büro hat. Nehmen Sie einen Zeugen mit. Notieren Sie den Zeit­punkt des Einwurfs.
  • Weisen Sie Ihren neuen Versorger darauf hin, dass Sie selbst gekündigt haben. Legen Sie am besten eine Kopie des Kündigungs­schreibens bei.
  • Kontrollieren Sie vor dem Abschi­cken alle wichtigen Daten. Wichtig ist vor allem auch die Nummer Ihres Gas- oder Stromzäh­lers. Sollten sich Tipp­fehler oder Zahlendreher einschleichen, kann der Wechsel deswegen scheitern.

Beachten Sie: Nach Auffassung vieler Juristen ist es keine Preis­erhöhung, wenn ein Versorger allein Steigerungen der EEG-Umlage, der Netz­entgelte oder der Steuern an seine Kunden weitergibt. Ein Sonderkündigungs­recht hat der Kunde nur, wenn der Versorger seinen Anteil am Preis erhöht.

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