Stromsp­artipps: Enormes Spar­potential

Heimliche Strom­fresser stehen in fast jedem Haushalt. Die böse Über­raschung kommt manchmal erst mit der Jahres­abrechnung – oftmals mit einer hohen Nach­zahlung. Da helfen nied­rigere Strom­preise nur wenig. Tatsäch­lich ist es ohne große Umstände möglich, Strom und Geld zu sparen - mit diesen Stromsp­artipps.

Kühlen

Effizienz. Alte Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den größten Strom­fressern im Haus. Ihr Anteil am Jahres­strom­verbrauch macht im Durch­schnitt rund 20 Prozent aus. Beim Neukauf sollten Sie deshalb auf möglichst nied­rigen Strom­verbrauch achten. Bevor­zugen Sie Geräte der Energieeffizienz­klasse „A++“. Besser: Schauen Sie schon gezielt nach Geräten der Klasse A+++. Denn bereits zum Ende des Jahres gilt ein neues EU-Energielabel. Geräte mit einem A+ spielen dann nur noch in der dritten Liga. Stiftung Warentest bietet Ihnen online eine Über­sicht der effizientesten Kühl- und Gefriergeräte.

Stell­platz. Soweit möglich sollten Sie das Gerät an einem kühlen Ort aufstellen. Je höher die Außen­temperatur, desto häufiger schaltet sich das Gerät ein und verbraucht Strom. Beispiel: Der Strom­verbrauch der meisten Geräte sank um etwa 30 Prozent, nachdem Techniker die Umge­bungs­temperatur von 25 auf 16 Grad abge­senkt hatten. Stellen Sie daher die Geräte nicht neben eine Wärmequelle (Heizung, Herd, Geschirr­spüler) und vermeiden Sie direkte Sonnen­einstrahlung.

Kühl­temperatur. Stellen Sie die Temperatur im Kühl­schrank nicht zu tief ein, da jedes Grad extra Kühlung Energie kostet. Gut sind Lager­temperaturen im Kühl­schrank von + 5 bis + 7 Grad Celsius, im Gefriergerät von – 18 Grad Celsius.

Ordnung. Vermeiden Sie häufiges und langes Öffnen der Türen. Der Kühl­schrank muss anschließend die einge­drungene wärmere Umge­bungs­luft wieder kühlen. Das kostet Energie. Ordnung im Gerät verschafft einen schnellen Über­blick und verhindert unnötiges Suchen.

Kochen und Backen. Legen Sie Zutaten, die Sie nicht mehr brauchen, möglichst gleich wieder zurück in den Kühl­schrank, damit sie sich nicht voll­ständig erwärmen und anschließend wieder gekühlt werden müssen.

Warme Speisen. Stellen Sie niemals heiße oder warme Lebens­mittel in den Kühl­schrank. Entnommenes möglichst schnell ins Kühlgerät zurück­stellen, ehe es sich zu sehr erwärmt.

Reinigung. Reinigen Sie regel­mäßig die Kühlrippen. Sie befinden sich auf der Rück­seite der Kühlgeräte.

Abtauen. Tauen Sie die Geräte entsprechend der Herstel­ler­angaben regel­mäßig ab und vermeiden Sie dicke Reifschichten. Je dicker die Reif­schicht ist, umso höher ist der Energieverbrauch.

„Superfrost“. Wählen Sie diese Einstellung bei Gefriergeräten nur zur Schaffung von Kältere­serven vor dem Einfrieren großer Mengen.

Dichtung. Kommen Sie undichten Türen auf die Schliche: Legen Sie eine einge­schaltete Taschen­lampe ins Gerät. Schauen Sie dann bei Dunkelheit nach, ob Licht nach draußen dringt. Falls ja, wechseln Sie die Dichtung aus.

Ausschalten. Auch Ihr Kühl­schrank darf Urlaub machen, wenn Sie für längere Zeit verreisen. Lassen Sie am Besten die Kühl­schranktür offen, nachdem Sie das Gerät abge­schaltet haben. Dann kann sich kein Schimmel bilden.

Waschen

Effizienz. Alte Wasch­maschinen verbrauchen rund 15 Prozent des Stroms in Haushalten. Achten Sie beim Kauf von Neugeräten auf möglichst geringe Verbrauchs­werte in den von Ihnen am häufigsten benutzten Programmen. Angaben dazu finden Sie auf dem EU-Label und in der Gebrauchs­anleitung. Stiftung Warentest hat eine Übersicht der energiesparendsten Waschmaschinen zusammen­gestellt.

Füllen. Nutzen Sie das Fassungs­vermögen der Wasch­maschine voll aus.

Programm­wahl. Waschen Sie Fein­wäsche und Wolle bei maximal 30 Grad Celsius, Buntes bei 40 Grad und Weißes höchs­tens bei 60 Grad. Vorwäsche ist meist unnötig. Behandeln Sie Flecken und starke Verschmut­zungen lieber mit Spezial­mitteln. Achten Sie auch auf die Pflegekenn­zeichen der jeweiligen Textilien und waschen Sie Ihre Wäsche entsprechend der Empfehlungen der Hersteller.

Wäsche trennen. Trennen Sie Weißes und Farbiges, unempfindliche Textilien von Wolle und Fein­wäsche. So können Sie stets das optimale Wasch­programm wählen.

Warm­wasser­anschluss. Der meiste Strom wird zum Aufheizen des Wassers benötigt. Nutzen Sie die Möglich­keit eines Warm­wasser­anschlusses, wenn Sie Ihr warmes Wasser kostengünstig beispiels­weise durch Solar­wärme erzeugen und die Leitungs­wege kurz sind. Fragen Sie vorher Ihren Hersteller, ob das Gerät auch für einen Warm­wasser­anschluss zugelassen ist.

Schleuder­kraft. Je schneller die Maschine schleudert, desto trockener wird die Wäsche. Wählen Sie eine Wasch­maschine mit mindestens 1 200 bis 1 400 Umdrehungen, wenn Sie die Wäsche anschließend im Wäschetrockner trocknen. Das spart Zeit und Strom. Wenn Sie die Wäsche auf der Leine trocknen, reichen etwa 1 000 Schleuder­touren.

Geschirr­spülen

Effizienz. Auch Geschirr­spüler unterscheiden sich deutlich in ihrer Energieeffizienz. Achten Sie auch hier auf Geräte mit geringem Strom­verbrauch. Das neue EU-Energielabel hilft bei der Auswahl. Zahlreiche Energiesparmodelle hat die Stiftung Warentest in einer Über­sicht zusammen­gestellt.

Füllen. Schalten Sie den Geschirr­spüler erst ein, wenn er komplett gefüllt ist. Alle Teile müssen vom Wasser gut umspült werden können, damit sie richtig sauber werden.

Spar­programm. Geschirr­spüler spülen bei normaler Beladung im Energiespar- oder Label­programm am spar­samsten. Dieses trägt häufig die Bezeichnungen Eco, Spar oder Intelligent. Nutzen Sie dies als Stan­dard­programm. Es verbraucht am wenigsten Strom, dauert aber am längsten. Auto­matik­programme sind meist schneller, brauchen dafür aber auch etwas mehr Energie. Auch Kurz­programme für leicht Verschmutztes helfen sparen.

Reiniger. Achten Sie auf den richtigen Einsatz von Reiniger, Klarspüler und Enthärter. Die Wasser­härte, auf die der Geschirr­spüler einge­stellt werden muss, erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Wasser­werk. Einzel­komponenten sind spar­samer als Multi­funk­tions­tabs, insbesondere in Gegenden mit hartem Wasser. Hilf­reich ist der test Geschirrspültabs.

Reinigung. Reinigen Sie regel­mäßig die Siebe und Sprüharme.

Hand­spülen. Töpfe und Pfannen sowie stark verschmutztes Geschirr werden im Intensiv­programm sauber, nehmen jedoch viel Platz ein. Das Spülen von Hand kann hier spar­samer sein.

Standby. Was viele nicht wissen: Auch Spül­maschinen verfügen über eine Standby-Funk­tion, in der sie Strom verbrauchen. Diese ist dann aktiv, wenn Sie den Spülgang mit Zeit­vorwahl verzögert starten oder das Gerät nach Beendigung des Spülgangs nicht ausschalten. Vermeiden Sie möglichst solche Standby-Zeiten.

Kochen

Größe. Verwenden Sie immer den kleinst­möglichen Topf, und stellen Sie ihn auf die passende Platte. Wenn diese größer ist als der Topf, wird viel Strom vergeudet.

Deckel. Kochen Sie stets mit einem passenden Deckel auf dem Topf. Das spart Energie.

Glatt. Unebene Töpfe verlängern die Koch­zeit. Achten Sie auf einen glatten Boden.

Schnell. Ein Schnell­kochtopf spart Zeit und Strom.

Wasser. Kochen Sie mit möglichst wenig Flüssig­keit.

Nach­wärme. Schalten Sie die Koch­platte und den Back­ofen etwa zehn Minuten vor Ende der Gardauer ab, um auch die Nach­wärme zu nutzen.

Beleuchtung

Einkauf. Energiespar­lampen eignen sich für nahezu alle Zwecke im Haushalt. Achten Sie aber auf die Unterschiede hinsicht­lich Brenn­dauer, Schalt­zyklen und Dauer der Einschalt­zeit. Die gewählte Spar­lampe sollte optimal an die Nutzung angepasst sein. Beispiel: Modelle für das Bade­zimmer, den Flur oder das Treppen­haus sollten eine hohe Zahl von Schalt­zyklen ertragen können.

Tages­licht. Der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch im Haushalt kann bis zu 15 Prozent betragen. Nutzen Sie, wenn möglich, das Tages­licht aus.

Auto­matik. Im Flur oder im Treppen­haus kann sich eine Abschalt­automatik lohnen.

Lampenschirm. Helle, reflektierende Lampenschirme und weiße Wände verstärken die Wirkung der Beleuchtung.

Energiespar­lampen. Vor allem dort, wo das Licht lange ange­schaltet ist, lohnen sich Energiespar­lampen. Diese Sparwunder verbrauchen bis zu 86 Prozent weniger als herkömm­liche Glühbirnen und haben eine viel längere Lebens­dauer. Die Stiftung Warentest hat die verschiedenen Energiesparlampen getestet.

Dimmen. Nutzen Sie die Möglich­keit Glüh­lampen zu dimmen. Dadurch reduziert sich der Strom­verbrauch. Dimmen ist größ­tenteils auch mit modernen Energiespar­lampen möglich.

Einschalt­zeiten. Es gibt Energiespar­lampen, die nur kurze Zeit benötigen bis sie die volle Leucht­kraft entfaltet haben. Benutzer neigen dann dazu, die Lampe seltener auszuschalten oder sie komplett anzu­lassen. Versuchen Sie das möglichst zu vermeiden.

Ausschalten. Lassen Sie Lampen in Zimmern und Räumen nicht unnötig lange brennen. Energiespar­lampen sorgen zwar für ein gutes Gewissen. Brennen sie unnütz, belasten sie aber trotzdem Ihren Geldbeutel.

Standby

Stecker­leisten. Bei kleinen Elektrogeräten treibt insbesondere der Standby-Betrieb die Stromrechung in die Höhe. Ein einfaches Mittel gegen nimmersatte Netz­teile sind Steck­dosen­leisten mit Schalter.

Verbrauch. Achten Sie beim Neukauf von Geräten auf den Strom­verbrauch im Standby.

Abschalten. Schalten Sie Fernsehgerät, Mini-HiFi-Anlage, Blu-ray-Spieler aber auch Waschmaschine und Geschirrspüler komplett ab. Auch wenn die Wasch­maschine nicht mehr spült, verbrauchen die einge­schalteten Sensoren für Wasser­stand, Schlauchsicherheit, Temperatur etc. unnötig Strom.

Unbe­merkte Strom­fresser

Akkus. Akku­betriebene Geräte ziehen kontinuierlich Strom, solange sie an die Strom­versorgung ange­schlossen sind. Stellen Sie schnurlose Telefone daher erst wieder in die Lade­station, wenn sie nahezu entladen sind. Auch Stecker von elektrischen Zahnbürsten sollten nicht dauer­haft in der Steck­dose verbleiben.

Wasser­betten. Bedenken Sie beim Kauf eines Wasser­betts, dass das Bett pro Jahr rund 1 000 Kilowatt­stunden Strom verbraucht, um das Wasser auf angenehmer Körpertemperatur zu halten.

Wenn Sie alle Strom­fresser im Haus auf Diät setzen, fällt Ihre nächste Strom­rechnung im besten Fall nur noch halb so hoch aus wie die letzte. Auch die Investition in stromsparende Neugeräte kann sich lohnen. Bis zu 400 Euro pro Jahr lassen sich im Modellhaushalt der Stiftung Warentest damit einsparen.

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