Wie der Wechsel abläuft

Strom Special

Der Wechsel des Strom­anbieters ist denk­bar einfach. In den meisten Fällen genügt es, wenn der Kunde ein Anmeldeformular ausfüllt, unter­schreibt und an den neuen Strom­versorger schickt. Dieser über­nimmt die Kündigung beim bisherigen Anbieter und stellt die Strom­versorgung um.

Stromlieferung

Rund zwei Wochen vor Beginn der Strom­versorgung meldet sich der neue Strom­versorger noch einmal schriftlich beim Kunden und teilt das Datum des Liefer­beginns mit. Umbauten am Stromzähler oder den Leitungen sind nicht nötig. Einmal pro Jahr schreibt der Versorger den Kunden zwecks Zähler­ablesung an. Der Verbraucher kann den Zähler meist selbst ablesen und schickt lediglich ein Antwort­kärt­chen mit dem Zählerstand zurück oder gibt diesen gleich online ein.

Versorgungs­sicherheit

Ängste, im Dunkeln zu stehen, sind unbe­gründet. Sollte der neue Strom­anbieter den Dienst einstellen, muss der lokale Netz­betreiber die Strom­versorgung weiterführen. Dies ist im Energiewirt­schafts­gesetz geregelt. Zwar wird der Strom­preis dann unter Umständen teurer, doch kann sich der Verbraucher inner­halb der ersten drei Monate in der so genannten Notstrom­versorgung erneut bei einem anderen Strom­versorger anmelden.

Tipps: So wechseln Sie richtig

  • Lauf­zeit. Achten Sie beim Neuabschluss auf die Lauf­zeit des Vertrages: Je kürzer, desto besser. Manche auf den ersten Blick güns­tigen Tarife erfordern eine lange Mindest­vertrags­lauf­zeit von bis zu fünf Jahren. Die güns­tigsten Tarife gibt es oft nur mit einem Jahres­vertrag.
  • Kündigung. Grund­versorgungs­tarife können Sie mit einer Frist von vier Wochen zum Monats­ende kündigen. Das ist optimal. Bei einigen Anbietern erhalten Sie diese flexiblen Konditionen auch bei Sonder­verträgen. Oft finden sich aber auch Tarife mit Kündigungs­fristen von bis zu drei Monaten. Bitte beachten Sie, dass die Strom­anbieter sechs bis acht Wochen für die Umstellung benötigen. In der Regel verlangt der neue Versorger, dass der unter­schriebene Vertrag bis zum zehnten eines Monats beim neuen Anbieter eingehen muss. Nur dann kann die Strom­versorgung zum ersten des über­nächsten Monats erfolgen.
  • Verlängerung. Wenn Sie nicht frist­gerecht kündigen, verlängert sich der Vertrag auto­matisch. Einige Anbieter verlängern nur um vier Wochen, andere um ein ganzes Jahr. Je kürzer, desto besser.
  • Sonderkündigungs­recht. Bei Preis­erhöhungen sollte ein Sonderkündigungs­recht bestehen. Je länger die Frist zwischen Benach­richtigung und Inkraft­treten der Preis­erhöhung, desto besser. So haben Sie mehr Zeit für den Anbieter­wechsel. Üblich sind vier Wochen.
  • Umzug. Wenn Sie eine neue Wohnung beziehen und den Strom dort von einem anderen als dem lokalen Strom­versorger beziehen wollen, sollten Sie die Anmeldung sechs bis acht Wochen vor dem Einzug vornehmen. Teilen Sie Ihre Wahl auch dem örtlichen Strom­versorger mit. Ansonsten stellt sich der lokale Anbieter auf den Stand­punkt, dass beim ersten Einschalten des Lichts ein Strom­vertrag mit ihm zustande gekommen ist.

Tipps: Der Preis ist heiß

  • Grund­preis. Einige Versorger bieten unterschiedliche Tarife für Singles und Mehr­personen-Haushalte an. Tendenz: Je nied­riger der Grund­preis, desto besser eignet sich der Tarif für Haushalte mit nied­rigem Strom­verbrauch, also etwa Singles. Große Familien fahren dagegen mit möglichst geringem Arbeits­preis am güns­tigsten.
  • Preise. Manchmal nennen Tarif­rechner falsche Preise oder es handelt sich um Lock­vogelangebote, die nur für ein paar Tage gültig sind. Verbindlich ist, was der neue Strom­anbieter im Vertrag nennt.
  • Endpreis. Fragen Sie den neuen Lieferanten, ob es sich bei seinem Preis um den Endpreis handelt, er also alle Kosten­komponenten enthält.
  • Preis­garantie. Wegen der in den vergangenen Jahren kontinierlich gestiegenen Preise sollten Sie auf mögliche Preis­garan­tien achten. Dies sichert Ihnen einen gleich­bleibenden Strom­preis zumindest für die Lauf­zeit der Garantie. Eine gewisse Sicherheit bieten Preis­garan­tien, die für mindestens ein Jahr gelten. Manche Anbieter versprechen den Verzicht auf Preis­erhöhungen aber nur für drei Monate, das lohnt sich nicht. Mitunter müssen Preis­garan­tien auch extra zugekauft werden.
  • Rabatt. Angebote mit Erst­jahres­rabatt sind im ersten Jahr zwar oft günstig, können aber im Folge­jahr deutlich teurer sein als andere Tarife.
  • Sonder­angebote. Bevor Sie zu einem anderen Anbieter wechseln, sollten Sie bei Ihrem örtlichen Strom­versorger nach­fragen, ob er einen güns­tigeren Tarif anbietet. Viele Strom­versorger haben neben den Allgemeinen Tarifen inzwischen auch Sonder­verträge mit Einspar­potentialen zwischen 10 und 15 Prozent im Angebot. Sonder­tarife sind in der Regel jedoch mit längeren Vertrags­lauf­zeiten oder dem Einverständnis zum Last­schrift­verfahren verbunden.
  • Strompakete. Der Kauf vorab vereinbarter Strompakete ist nicht empfehlens­wert. Wer weniger verbraucht, bekommt nichts zurück. Da lohnt sich auch Stromsparen nicht. Bei Mehr­verbrauch muss teuer zugekauft werden.
  • Ökostrom. Fragen Sie nach den einge­setzten Energieträgern. Einige Anbieter geben Garan­tien für eine möglichst umweltschonende Stromerzeugung. Umwelt­freundlich erzeugter Strom ist nicht immer teurer als Strom aus herkömm­lichen Quellen.

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