Transparente Stromkosten

Strom Special

Wer den Stromanbieter wechselt, muss aufpassen, dass er am Ende auch wirklich weniger zahlt als beim alten Anbieter. Um den Wirrwarr der Tarife zu durchschauen, sollte jeder genau wissen, welche einzelnen Kosten anfallen.

Bestandteile des Strompreises

Die einfache Rechnung: Etwa 23 Cent waren 2010 im Schnitt für jede verbrauchte Kilowattstunde zu berappen. Jeweils zu einem Drittel sind das die Kosten für das Netz, die Erzeugung des Stroms sowie für Steuern, Abgaben und Umlagen. Die Kosten im Einzelnen.

  • Energieerzeugung und Vertrieb. 2010 sanken erstmalig nach vielen Jahren die Kosten für Stromerzeugung und Vertrieb auf etwa 8,1 Cent. Mit einem Anteil von 34,6 Prozent (2009: 37,6 Prozent) ist dies aber immer noch der größte Kostenblock am Strompreis. Er setzt sich zusammen aus den Investitionen in Kraftwerke, Betriebskosten, Abschreibungen und den Kosten für die Primärenergieträger wie zum Beispiel Kohle, Uran oder Öl. Letztlich zählen auch die Gewinne der Unternehmen dazu.
  • Netzkosten. Für den Transport und die Weiterleitung von Strom erheben die Netzeigentümer eine Gebühr. Dieses sogenannte Netznutzungsentgeld ist der zweitgrößte Brocken am Strompreis. Er beträgt derzeit etwa 5 Cent. Darin enthalten sind die Kosten für Wartung und Nutzung der Leitungen.
  • Mehrwertsteuer. Auch auf den Strompreis wird die Mehrwertsteuer fällig. Der Satz liegt derzeit bei 19 Prozent. An jeder verbrauchten Kilowattstunde Strom verdient der Staat knapp 4 Cent. Besonderheit: Steigen andere Preisbestandteile des Strompreises erhöht sich auch der prozentuale Anteil der Mehrwertsteuer. Heißt: Der Staat profitiert von steigenden Strompreisen.
  • Stromsteuer. Die Stromsteuer hat der Gesetzgeber 1999 im Zuge der ökologischen Steuerreform eingeführt. Im Gegensatz zur Mehrwertsteuer ist der Anteil fixiert und seit 2003 unverändert. Die Ökosteuer verfolgt zwei Ziele: Drosselung des Energiekonsums und die Entwicklung effizienterer Technologien. Ergebnis: Etwa 2 Cent je verbrauchter Kilowattstunde gehen erneut an den Staat.
  • Konzessionsabgabe. Diese Abgabe fließt an die Städte und Gemeinden. Dafür darf der Energieversorger öffentliche Wege nutzen und seine Netze im Gemeindegebiet verlegen. Der Anteil je Kilowattstunde beträgt etwa 7 Prozent.
  • Erneuerbare-Energien-Gesetz. 2010 gingen rund zwei Cent je verbrauchte Kilowattstunde Strom an Ökostromerzeuger. Die Vergütungssätze sind gesetzlich garantiert und sollen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland vorantreiben. Beispiel: Für Photovoltaikanlagen auf einem Gebäude bis zu 30 Kilowatt-Peak Spitzenleistung erhält ein Betreiber derzeit 28,74 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde (2009 waren es noch 43 Cent). In Zukunft werden die Sätze weiter sinken. Bereits im Juli 2011 ist eine weitere Kürzung um 15 Prozent auf dann 24,43 Cent vorgesehen. Den Ausbau der Erneuerbaren Energien finanzieren daher alle Stromkonsumenten.
  • Kraft-Wärme-Kopplung. Die Förderung finanziert sich aus der KWK-Abgabe. Sie bildet mit weniger als einem Prozent oder umgerechnet etwa 0,1 Cent nur einen kleinen Anteil am gesamten Strompreis.

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