Streitschlichtung Meldung

Streitschlichter
v.l.n.r. (o.):
Prof. Wolfgang Römer
Klaus Wangard
Alfons van Gelder
Dr. Heidi Lambert-Lang
Arno Surminski
v.l.n.r. (u):
Theo Wolf
Horst-Diether Hensen
Peter Gass
Werner Weiß
Dr. Karl Dietrich Bundschuh
Zuständigkeiten:
siehe Tabelle „Unabhängig...“

Nicht immer muss ein Gerichtsverfahren einen Streit mit der Bank, der Versicherung oder der Bausparkasse beenden. Ombudsmänner vermitteln kostenlos und schnell.

Die Deutschen haben den Ruf, dass sie gerne streiten – auch vor Gericht. Aber genau das wollen die neun Ombudsmänner und die eine Ombudsfrau in der Finanz- und Versicherungswirtschaft verhindern. Sie wollen Meinungsverschiedenheiten beilegen, bevor es zu einer langwierigen und teuren Auseinandersetzung vor Gericht kommt.

Ombudsleute gibt es für Banken, Bausparkassen, private Krankenversicherer sowie die Lebens-, Sach- und Rechtsschutzversicherer. Sie kümmern sich um Beschwerden etwa über schlechte Beratung, zu hohe Zinssätze, falsche Bausparsummen oder ungenügende Regulierung von Versicherungsschäden.

Verbraucher, die ihren Ärger nicht mit dem Unternehmen selbst aus der Welt schaffen konnten, schicken ihre Beschwerde schriftlich an den zuständigen Ombudsmann. Sie schildern ihm den Fall formlos. Dem Schreiben fügen sie Belege für den Sachverhalt bei, wie Kopien des bisherigen Schriftwechsels und Vertragsunterlagen.

Zunächst prüft der Ombudsmann, ob er überhaupt zuständig ist. Liegt der Fall des Kunden parallel schon vor Gericht oder hat es gar schon entschieden, dann kann er nicht mehr helfen. Ist er aber zuständig, übermittelt der Ombudsmann die Beschwerde dem Unternehmen. Es muss sich in angemessener Zeit dazu äußern.

Klärt sich der Streit dadurch nicht auf, fällt der „Vertrauensmann“ – so lautet die Übersetzung des aus dem Schwedischen stammenden Begriffs – eine Entscheidung. In den meisten Fällen halten sich die Anbieter daran, auch wenn die Entscheidung rechtlich in vielen Fällen nicht verbindlich für sie ist.

Wie lange die Klärung dauert, hängt vom Fall ab. Leichte Fälle sind nach spätestens zwei Monaten geklärt, länger als ein halbes Jahr muss ein Kunde aber auch bei schweren Fällen in keinem Bereich warten. „Die Schlichter der Sparkassen schließen die meisten Fälle in drei bis sechs Wochen ab“, sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Ist der Kunde mit dem Schlichterspruch nicht zufrieden, bleibt ihm immer noch der Gang vor Gericht.

Das Verfahren beim Ombudsmann ist kostenlos. Der Kunde muss nur seine eigenen Auslagen wie Porto und Kopierkosten bezahlen.

Die Kunden können sich mit ihrem ­Ärger auch an die Bundesanstalt für ­Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wenden (Graurheindorferstraße 108, 53117 Bonn, Tel. 02 28/41 08 15 50, www.bafin.de). Die Behörde ist aber vorrangig aufsichtsrechtlich tätig. Sie versucht zwar zwischen den Parteien zu vermitteln, kann aber keinen Schlichterspruch wie ein Ombudsmann fällen.

Bei Streit mit einem Finanzdienstleister aus einem anderen EU-Land leiten die nationalen Ombudsmänner den Fall an die europäische Schlichtungsstelle Fin-Net weiter.

Dieser Artikel ist hilfreich. 512 Nutzer finden das hilfreich.