Streit unter Nachbarn Meldung

Im Herbst hängen Zankäpfel oft an Ästen, die vom Nachbargrundstück in den Garten ragen. Die Streitfrage: Wer darf Früchte von den Zweigen ernten? Die Antwort gibt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB): Solange Obst am Baum hängt, gehört es dem Baumbesitzer. Er darf es selbst pflücken, muss sich das Betreten des Nachbargrundstücks aber von dessen Besitzer genehmigen lassen. Der kann das Obst indes verzehren, sobald es auf seinem Boden landet. Nachhelfen, etwa durch Schütteln der Zweige, darf er allerdings nicht (Paragraph 911 BGB). Fallen später im Herbst auch noch die Blätter von Nachbars Zweigen, muss der Grundstücksbesitzer das Laub als natürliche Lebensäußerung der Bäume dulden (Paragraph 906 I BGB).

Nicht hinzunehmen braucht er meist, wenn Zweige von nebenan seine eigenen Pflanzen zu sehr verschatten. In einem solchen Fall hat das Amtsgericht Königstein vor kurzem entschieden: Ein Grundstückseigentümer kann vom Nachbarn die Entfernung überhängender Zweige fordern, die das Pflanzenwachstum auf dem Grundstück beeinträchtigen. Die Kosten für das Stutzen der Äste musste der Baumbesitzer übernehmen (Az. 21 C 113/00).

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