Wenn die Wurzeln der Bäume im Garten den Rasen des Nachbarn zerstören, dann müssen sie weg. Das ist der Kern einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Az. 121 C 15076/09).

Das Gericht hatte einen Fall zu entscheiden, in dem vier Bäume an einer Grundstücksgrenze den Rasen beim Nachbarn massiv zerwurzelt hatten. Nachdem der Mann das lange geduldet hatte, forderte er, dass die Wurzeln endlich gekappt werden. Der Baumbesitzer wandte ein, dass dann die Bäume abstürben. Zudem verjähre der Anspruch auf das Fällen von benachbarten Bäumen nach fünf Jahren. Diese Zeit sei um.

Das Gericht entschied dennoch für den Rasenbesitzer. Da die Bäume nach Ansicht von Fachleuten nicht mehr erhaltenswert seien, müsse der Besitzer tätig werden, auch wenn die Bäume dann eingingen. Die bayerische Verjährungsvorschrift komme nicht zum Tragen, da sie nur für das Fällen von Bäumen gelte. Hier gehe es aber um das Kappen von Wurzeln – und das sei etwas anderes, meinte das Gericht.

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