Streit mit dem Versicherer Der Ombuds­mann hilft – nicht immer

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Streit mit dem Versicherer - Der Ombuds­mann hilft – nicht immer
Der Wohn­gebäude­versicherer zahlt nicht: Birgit Kutscher und Reinhard Fritze bleiben auf 5 000 Euro Trock­nungs- und Elektrokosten sitzen. © Stefan Korte

Streitet ein Versicherungs­nehmer mit seinem Versicherer, kann er sich an den zuständigen Ombuds­mann wenden. Ein Schlichter prüft dann kostenlos den Fall und kann bis zu einem Streit­wert von 10 000 Euro verbindlich entscheiden. Die Gesell­schaft muss sich daran halten. Doch es gibt Grenzen.

Der Fall

Versicherungs­nehmerin Birgit Kutscher schilderte Finanztest ihren Streit mit ihrem Versicherer Huk-Coburg, bei dem sie eine Wohngebäude- und eine Hausratpolice hat. Dieser zahlte 2016 nach einem Leitungs­wasser­schaden zwar rund 42 000 Euro. Auf 5 000 Euro jedoch bleiben Birgit Kutscher und Ehemann Reinhard Fritze sitzen. Der Versicherer verweigert die Zahlung und beruft sich auf den Bericht eines Sach­verständigen.

Sach­verständigenbe­richt

Nach Auffassung des Ehepaars enthält der Bericht eine falsche Tatsachenbe­hauptung. Wie nach einem Schadens­fall oft üblich, hatte der Versicherer ein externes Sach­verständigenbüro beauftragt, den Schaden vor Ort einzuschätzen. Sach­verständige ermitteln dann die Schadens­ursache, sichern Beweise und treffen Fest­stel­lungen über die Schadens­höhe. Die Unterlagen sind häufig Grund­lage für die Entscheidung des Versicherers.

Grenzen des Verfahrens

Kutscher wandte sich an den Versicherungs­ombuds­mann, der die Beschwerde jedoch nicht abschließend entscheiden konnte. Der Ombuds­mann kann nur ein vereinfachtes schriftliches Verfahren durch­führen. Referentin Gabriele Hövel sagt: „Steht – wie in Kutschers Fall – Aussage gegen Aussage, kann die Schlichtungs­stelle keine weiteren Beweise erheben, etwa ein neues Gutachten beauftragen oder Zeugen vernehmen.“ Kutscher bleibt nur noch die Klage. Bei einem Streit­wert von 5 000 Euro muss sie in der ersten Gerichts­instanz mit 2 500 Euro Kosten rechnen. Mehr zum Thema Ombuds­verfahren und Schlichtung in unserem Special Schlichtungsstellen.

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Reinhard.Fritze am 11.03.2019 um 18:33 Uhr
Der Ombudsmann hilft - immer noch nicht !!!

Der Versicherer zahlt durch die Entscheidungen des Ombudsmann immer noch nicht!
Der Ombudsmann prüfte den Fall und hat entschieden.
Von allen eingereichten Streitpunkten wurden 6 Entscheidungen nachweislich falsch entschieden, in den restlichen Fällen „konnte“ er nicht helfen.
Das Amtsgericht konnte bei gleicher Sachlage, auf Grund der vorgelegten schriftlichen Unterlagen 3 von 4 Klagepunkten zu gunsten des Versicherten entscheiden.
In beiden Fällen wurden Zeugen nicht vernommen, das vollständige Sachverständigengutachten des Versicherers nicht eingesehen.
Warum konnte das Amtsgericht entscheiden, der Ombudsmann aber nicht ?
Bis heute verweigert mir die Versicherung die Einsicht in die Unterlagen, die zur Regulierung der noch offenen Positionen erforderlich wären.
Weder der Ombudsmann noch das Amtsgericht hat uns zu diesen Unterlagen verholfen, um den versicherten Schadensausgleich durchzusetzen.
Der Ombudsmann erklärte das Verfahren mehrfach für beendet !

Reinhard.Fritze am 11.03.2019 um 18:24 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Reinhard.Fritze am 06.08.2018 um 13:46 Uhr
Der Ombudsmann und die Arbeitsweise seiner Beiräte

Der Beirat des Ombudsmann
Ombudsmann auf seiner Homepage: „Der Beirat des Vereins stellt in besonderem Maße die Unabhängigkeit und Neutralität des Versicherungsombudsmanns sicher und ist deshalb mit wichtigen Befugnissen ausgestattet.“
In unserem Fall wurden 5 Beiräte des Versicherungsombudsmann angeschrieben und die Verweigerungshaltung des Ombudsmann detailliert beschrieben. Keiner der 5 Beiräte hat jemals auf diese Schreiben geantwortet.
Auf telefonische Anfrage wurde mir von 3 Beiräten sinngemäß erklärt: „Wir können nichts für sie tun, wir haben keinen Einflussmöglichkeiten“. Der Vorsitzende des Beirat erklärte am Telefon: Ich werde Ihre Beschwerde bei mir an den Ombudsmann weiterreichen, mehr kann ich nicht für Sie tun.“
Wie stellt der Beirat die Unabhängigkeit und Neutralität des Versicherungsombudsmann sicher ?

Reinhard.Fritze am 05.08.2018 um 16:47 Uhr
Der Ombudsmann (ver)hilft der Versicheung 4.Teil

Eine weitere „Fehlentscheidung“ des Ombudsmann erfolgte am 28.06.18.
Der Sachverständige der Versicherung, der den Schaden dokumentiert hat, erklärte uns damals mündlich vor Ort, Zitat: „Das Haus ist unbewohnbar, hier können Sie nicht bleiben. Auch diese Kosten sind versichert, klären Sie das mit der Versicherung.“
Die Versicherung lehnt die Erstattung dieser Kosten ab mit der Begründung: „Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt, …“
Einsicht in die Unterlagen, die zu dieser Entscheidung geführt haben, werden mir trotz Aufforderung nicht vorgelegt.
Auch der Ombudsmann hat offensichtlich keine dieser Unterlagen und trifft folgende Feststellung: „… ich sehe nach den mir vorliegenden Unterlagen, die allein Grundlage meiner Prüfung sind, keine rechtliche Möglichkeit, Ihrer Beschwerde zu dem von Ihnen gewünschten Erfolg zu verhelfen, …“
Somit ist der Ombudsmann „fein raus“ und kann wieder eine „Fehlentscheidung“ treffen zum Nutzen der Versicherung und zum Nachteil des Versicherten.

Rodener am 28.06.2018 um 09:07 Uhr
EINE GEFÄHRLICHE ENTWICKLUNG


Beim Versicherungsombudsmann in Berlin hat sich mittlerweile eine gefährliche Entwicklung eingestellt. Man verbittet sich zunehmend übliche Sachstandsmitteilungen in der Angst, man würde als Anwalt oder Rechtsvertreter missbraucht. Mir ist seit längerem bekannt, dass es in der Versicherungsbranche Mitarbeiter gibt, die sich jedem Leistungsdruck geschickt verweigern. Diese Mentalität scheint sich auch auf das Büro des Versicherungsombudsmannes übertragen zu haben. In meiner bisherigen Korrespondenz ist ersichtlich, dass niemand die Verantwortung übernehmen will. Immer tragen andere die Schuld. Wesentliche Informationen werden verweigert. Da hilft auch nicht, wenn der BGH gestern mehr Transparenz von den Versicherungen einforderte. Dies werden kurzfristig die Partner der Versicherungen, wie die Banken, spüren müssen. Denn in der Regel geht immer der Schaden auf den Verursacher zurück. Deshalb nicht nur bei den Kunden eine klare Durchsicht fordern, sondern auch bei den Partnern.