Streit mit dem Versicherer Meldung

Der Wohn­gebäude­versicherer zahlt nicht: Birgit Kutscher und Reinhard Fritze bleiben auf 5 000 Euro Trock­nungs- und Elektrokosten sitzen.

Streitet ein Versicherungs­nehmer mit seinem Versicherer, kann er sich an den zuständigen Ombuds­mann wenden. Ein Schlichter prüft dann kostenlos den Fall und kann bis zu einem Streit­wert von 10 000 Euro verbindlich entscheiden. Die Gesell­schaft muss sich daran halten. Doch es gibt Grenzen.

Der Fall

Versicherungs­nehmerin Birgit Kutscher schilderte Finanztest ihren Streit mit ihrem Versicherer Huk-Coburg, bei dem sie eine Wohngebäude- und eine Hausratpolice hat. Dieser zahlte 2016 nach einem Leitungs­wasser­schaden zwar rund 42 000 Euro. Auf 5 000 Euro jedoch bleiben Birgit Kutscher und Ehemann Reinhard Fritze sitzen. Der Versicherer verweigert die Zahlung und beruft sich auf den Bericht eines Sach­verständigen.

Sach­verständigenbe­richt

Nach Auffassung des Ehepaars enthält der Bericht eine falsche Tatsachenbe­hauptung. Wie nach einem Schadens­fall oft üblich, hatte der Versicherer ein externes Sach­verständigenbüro beauftragt, den Schaden vor Ort einzuschätzen. Sach­verständige ermitteln dann die Schadens­ursache, sichern Beweise und treffen Fest­stel­lungen über die Schadens­höhe. Die Unterlagen sind häufig Grund­lage für die Entscheidung des Versicherers.

Grenzen des Verfahrens

Kutscher wandte sich an den Versicherungs­ombuds­mann, der die Beschwerde jedoch nicht abschließend entscheiden konnte. Der Ombuds­mann kann nur ein vereinfachtes schriftliches Verfahren durch­führen. Referentin Gabriele Hövel sagt: „Steht – wie in Kutschers Fall – Aussage gegen Aussage, kann die Schlichtungs­stelle keine weiteren Beweise erheben, etwa ein neues Gutachten beauftragen oder Zeugen vernehmen.“ Kutscher bleibt nur noch die Klage. Bei einem Streit­wert von 5 000 Euro muss sie in der ersten Gerichts­instanz mit 2 500 Euro Kosten rechnen. Mehr zum Thema Ombuds­verfahren und Schlichtung in unserem Special Schlichtungsstellen.

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