Streik bei Ryanair-Streik Meldung

Am Freitag, 10.08.2018, wollen die Piloten der Fluggesell­schaft Ryanair in Deutsch­land und an anderen europäischen Stand­orten streiken. Ryanair hat bereits 250 Flüge von und nach Deutsch­land gestrichen. Hier lesen Sie, welche Rechte Flugreisende haben.

Umbuchung oder Erstattung

Ryanair schreibt auf seiner Internetseite, dass alle betroffenen Passagiere per E-Mail oder SMS informiert würden. Die Kunden können ihren Flug umbuchen oder auf den Flug­verzichten und Erstattung des Tickets verlangen.

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Auf Rechnung von Ryanair Alternativ­flug buchen?

Auf eigene Faust alternative Verkehrs­mittel zu buchen, ist riskant. Zwar dürfen von Stornierungen betroffene Flug­gäste nach Artikel 8 der europäischen Fluggastrechte-Verordnung statt einer Erstattung auch eine „anderweitige Beför­derung“ zum Endziel verlangen. Dieser Anspruch besteht aber nur, wenn die Beför­derung unter „vergleich­baren Reisebedingungen“ statt­findet. Was das aber genau heißt, ist unter Juristen umstritten. Wer also eigen­ständig mit einer anderen Air­line an sein Ziel reist, der riskiert, auf den Extra­kosten sitzen zu bleiben oder sein Geld nur auf dem Weg einer Klage – mit ungewissem Ausgang – wieder­zube­kommen.

Verpflegung und Hotel für Passagiere

Wenn ein Flug annulliert wird, stehen den am Flughafen wartenden Flugreisenden bestimmte Betreuungs­leistungen zu. Bei Flügen bis zu 1 500 Kilo­metern haben Flug­gäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf zwei kostenlose Kommunikations­möglich­keiten via Telefon, E-Mail, Fax oder Telex. Außerdem muss die Air­line Getränke, Mahl­zeiten und falls notwendig eine Über­nachtung im Hotel anbieten (Artikel 9 der europäischen Fluggastrechte-Verordnung). Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Streik oder eine andere Beein­trächtigung des Flug­verkehrs für die Verspätung ursächlich ist.

Zusätzlich finanzielle Entschädigung für Passagiere?

Grund­sätzlich kommen bei Flugannullierungen auch Entschädigungen von bis zu 600 Euro für die betroffenen Passagiere in Frage (Artikel 7 der europäischen Fluggastrechte-Verordnung). 2012 hatte der Bundes­gerichts­hof allerdings bei einem Piloten­streik von Luft­hansa-Piloten entschieden, dass den Streik-Betroffenen keine Entschädigung zusteht („Flugreise: Kein Geld für Reisende bei Pilotenstreik“). Allerdings ist die Recht­sprechung zur Entschädigungs­pflicht bei Streik in Bewegung. Zuletzt hatte der Europäische Gerichts­hof (EuGH) im April 2018 zum „wilden Streik“ bei Tuifly entschieden, dass Flug­gästen in diesem Fall doch eine Entschädigung zusteht (Az. C-195/17; Urteil im Volltext). Möglicher­weise entscheidet der EuGH in einem künftigen Fall zugunsten der Flug­gäste.

Fall bei Flug­gast­portal einreichen

Wer aus dem Urlaub wieder da ist, sollte daher ruhig versuchen, seinen Fall eines stornierten Ryanair-Fluges bei einem der Flug­gast­portale wie Fairplane der Flight­right einzureichen („Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung“). Nimmt ein Portal einen Ryanair-Fall aus der Streik-Zeit an und treibt ihn bis zum Europäischen Gerichts­hof, hätte das Gericht Gelegenheit, die für Kunden negativen Recht­sprechung zu ändern.

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