Fällt ihr Flug streikbe­dingt aus, haben Reisende Anspruch auf Ersatz­flug oder Kosten­erstattung.

Kunden der Fluggesell­schaft Germanwings müssen rund um Silvester mit Flug­ausfällen rechnen. Die Flug­begleiterge­werk­schaft Ufo will Germanwings-Flüge zwischen dem 30. Dezember 2019 und dem 1. Januar 2020, 24 Uhr, bestreiken. Kommt es wegen eines Streiks zu Annullierungen oder Verspätungen, ergeben sich die Rechte der Passagiere insbesondere aus der europäische Flug­gast­rechte­ver­ordnung. Eine finanzielle Entschädigung für streikbe­dingte Warte­zeiten am Flughafen gibt es zwar in der Regel nicht. Wer nicht fliegen kann, weil sein Flug ausfällt, hat aber Anspruch auf eine Ersatz­beför­derung oder Erstattung seiner Ticket­kosten.

Streik bei Germanwings

Die Gewerkschaft Ufo hat die Flug­begleiter der Luft­hansa-Tochter Germanwings für den Zeitraum zwischen dem 30. Dezember 2019, 0 Uhr, und dem 1. Januar 2020, 24 Uhr, zum Streik aufgerufen. Betroffen sind ausschließ­lich Flüge mit Germanwings, Flüge der Luft­hansa selbst nicht. Auch Flüge mit der weiteren Konzern-Air­line Eurowings werden nicht bestreikt. Allerdings fliegen 30 Eurowings-Maschinen im Flug­betrieb der Germanwings. Deshalb können auch Flug­gäste mit einer Eurowings-Flug­nummer („EW“) auf dem Flugti­cket vom Streik betroffen sein. Auf der Eurowings-Website befindet sich eine Liste der bereits abgesagten Flüge. Dort oder über die Eurowings Kunden App können Passagiere auch den aktuellen Status ihres Fluges online einsehen.

Vorm Abflug bei Air­line und Flughafen informieren

Wer einen Flug gebucht hat, sollte sich unbe­dingt vor der Abreise informieren, welche Verzögerungen es gibt und ob der Flieger über­haupt startet. Erster Ansprech­partner dafür ist die eigene Air­line und für Pauschal­reisende der Reise­ver­anstalter. In der Regel können Betroffene den Flug­status online bei ihrer Fluggesell­schaft abrufen.

Umbuchung oder Erstattung des Flugpreises

Flug­gäste, die von einer Annullierung ihres Fluges betroffen sind, können wählen zwischen einer kostenfreien Umbuchung auf einen anderen Flug ihrer Air­line oder einem Rück­tritt vom Vertrag („Storno“). Entscheidet sich der Kunde nach einer Flugannullierung für die Stornierung seiner Reise, bekommt er den gesamten Flugpreis erstattet. Wird der vom Streik betroffene Flug nicht storniert, sondern verspätet sich der Abflug nur, können Flug­gäste erst dann stornieren, wenn sich der Abflug um mehr als fünf Stunden verzögert.

Rechte von Passagieren

Wenn sich ihr Flug verspätet, stehen Flugreisenden Betreuungs­leistungen zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Streik oder eine andere Beein­trächtigung des Flug­verkehrs für die Verspätung ursächlich ist.

Kurz­strecke. Bei Kurz­stre­ckenflügen von maximal 1 500 Kilo­metern haben sie ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Mahl­zeiten, Getränke, Tele­kommunikations­möglich­keiten und gegebenenfalls eine Über­nachtung im Hotel sowie Transfer zwischen Flughafen und Hotel.

Mittel­strecke. Dasselbe gilt bei Mittel­stre­ckenflüge. Ist die Flug­strecke zwischen 1 500 und 3 500 Kilo­meter lang, greift die Vorschrift aber erst ab einer Verspätung von drei Stunden.

Lang­strecke. Bei Lang­stre­cken­fliegern, die 3 500 Kilo­meter oder mehr zurück­legen, liegt die Grenze bei vier Stunden.

Bei Streik kein Anspruch auf Ausgleichs­zahlung

Flugreisende, die von Annullierung, Über­buchung oder einer Verspätung ab drei Stunden betroffen sind, können in der Regel laut EU-Flug­gast­rechte­ver­ordnung eine finanzielle Entschädigung fordern. Diese kann je nach Distanz der Flug­strecke zwischen 250 und 600 Euro pro Flug­gast betragen.

Tipp: Wie Sie in solchen Fällen Ihre Ansprüche geltend machen, erklärt unser Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung.

Bisher haben die Gerichte jedoch in vielen Fällen einen Anspruch der Passagiere auf Ausgleichs­zahlung verneint, wenn es sich um einen von einer Gewerk­schaft organisierten Streik etwa des Air­line- oder Flughafen­personals gehandelt hat (Gerichtsurteile: Wann müssen Airlines eine Entschädigung zahlen?).

Diese Rechte haben Sie als Pauschal­reisender

Wer eine Pauschal­reise mit Flug und Hotel gebucht hat, kann wegen einer Flugannullierung oder einer mehr­stündigen Abflug­verspätung noch nicht den gesamten Reise­vertrag kündigen. Allerdings kann der Reise­preis gemindert werden, wenn sich der Abflug um vier Stunden oder mehr verzögert. Ab der fünften Stunde kann der Tages­preis der Reise für diese und jede weitere ange­fangene Stunde um 5 Prozent gemindert werden. Details lesen Sie in unserem Special Pauschalreise: Flug verlegt, Geld zurück.

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Diese Meldung ist im Jahr 2014 erschienen. Sie wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 30. Dezember 2019.

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