Streiks an deutschen Flughäfen Meldung

Ein Warn­streik des Boden­personals hat am Donners­tag am Düssel­dorfer Flughafen zu Flug­ausfällen geführt. 56 Starts und Landungen sind laut Airport gestrichen worden. Zudem komme es zu Verzögerungen. Auch in Hannover sind Flughafen­mit­arbeiter zu Arbeits­nieder­legungen aufgerufen. Laut einer Flughafen-Sprecherin gab es aber zunächst keine Ausfälle. Es könne aber zu Verspätungen kommen. Die Rechts­experten der Stiftung Warentest sagen, was betroffene Flug­gäste wissen müssen.

Vorm Abflug bei Air­line und Flughafen informieren

Wer einen Flug gebucht hat, sollte sich unbe­dingt vor der Abreise informieren, welche Verzögerungen es gibt und ob der Flieger über­haupt startet. Erster Ansprech­partner dafür ist die eigene Air­line und für Pauschal­reisende der Reise­ver­anstalter. In der Regel können Betroffene den Flug­status online bei ihrer Fluggesell­schaft abrufen, zum Beispiel über die folgenden Seiten:

Lufthansa

Eurowings

Easyjet

Ryanair

Aktuelle Infos gibt es auch auf den Websites der Flughäfen Düsseldorf und Hannover.

Umbuchung oder Erstattung des Flugpreises

Flug­gäste, die von einer Annullierung ihres Fluges betroffen sind, können wählen zwischen einer kostenfreien Umbuchung auf einen anderen Flug ihrer Air­line oder einem Rück­tritt vom Vertrag („Storno“). Entscheidet sich der Kunde nach einer Flugannullierung für die Stornierung seiner Reise, bekommt er den gesamten Flugpreis erstattet. Wird der vom Streik betroffene Flug nicht storniert, sondern verspätet sich der Abflug nur, können Flug­gäste erst dann stornieren, wenn sich der Abflug um mehr als fünf Stunden verzögert.

Rechte von Passagieren

Wenn sich ihr Flug verspätet, stehen Flugreisenden Betreuungs­leistungen zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Streik oder eine andere Beein­trächtigung des Flug­verkehrs für die Verspätung ursächlich ist.

Kurz­strecke. Bei Kurz­stre­ckenflügen von maximal 1 500 Kilo­metern haben sie ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Mahl­zeiten, Getränke, Tele­kommunikations­möglich­keiten und gegebenenfalls eine Über­nachtung im Hotel sowie Transfer zwischen Flughafen und Hotel.

Mittel­strecke. Dasselbe gilt bei Mittel­stre­ckenflüge. Ist die Flug­strecke zwischen 1 500 und 3 500 Kilo­meter lang, greift die Vorschrift aber erst ab einer Verspätung von drei Stunden.

Lang­strecke. Bei Lang­stre­cken­fliegern, die 3 500 Kilo­meter oder mehr zurück­legen, liegt die Grenze bei vier Stunden.

Bei Streik kein Anspruch auf Ausgleichs­zahlung

Flugreisende, die von Annullierung, Über­buchung oder einer Verspätung ab drei Stunden betroffen sind, können in der Regel laut EU-Flug­gast­rechte­ver­ordnung eine finanzielle Entschädigung fordern. Diese kann je nach Distanz der Flug­strecke zwischen 250 und 600 Euro pro Flug­gast betragen.

Tipp: Wie Sie in solchen Fällen Ihre Ansprüche geltend machen, erklärt unser Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung.

Da es sich bei Ausfällen und Verspätungen des Sicher­heits­personals aber um außergewöhnliche Umstände handelt, steht Reisenden in solchen Fällen in der Regel keine Entschädigung zu. Ein Anspruch auf eine Ausgleichs­zahlung kann bei Streik lediglich entstehen, wenn Fluggesell­schaften Ausfälle oder Verspätungen mit Streik­aktionen begründen, die schon Tage zurück­liegen. Dann kann eine Fluggesell­schaft Entschädigungs­ansprüche nur abweisen, wenn sie glaubhaft macht, dass sie zwischen­zeitlich keine Maßnahmen ergreifen konnte, die den normalen Flugplan wieder­herstellen.

Diese Rechte haben Sie als Pauschal­reisender

Wer eine Pauschal­reise mit Flug und Hotel gebucht hat, kann wegen einer Flugannullierung oder einer mehr­stündigen Abflug­verspätung noch nicht den gesamten Reise­vertrag kündigen. Allerdings kann der Reise­preis gemindert werden, wenn sich der Abflug um vier Stunden oder mehr verzögert. Ab der fünften Stunde kann der Tages­preis der Reise für diese und jede weitere ange­fangene Stunde um 5 Prozent gemindert werden. Details lesen Sie in unserem Special Pauschalreise: Flug verlegt, Geld zurück.

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Diese Meldung erschien erst­mals am 26. März 2014 anläss­lich eines Piloten­streiks. Sie wurde seitdem mehr­fach komplett aktualisiert, zuletzt am 7. Februar 2019.

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