Streiks an Berliner Flughäfen Meldung

Zehn­tausende Passagiere müssen umdis­ponieren: Erneut streikt das Boden­personal an den Berliner Flughäfen Tegel und Schöne­feld – fast alle Flüge fallen aus. Wie der Rund­funk Berlin-Brandenburg (RBB) meldet, wurden in Berlin-Schöne­feld bisher 195 und in Berlin-Tegel 465 Flüge gestrichen. test.de sagt, wo sich Reisende informieren können – und welche Rechte sie gegen­über ihrer Fluggesell­schaft haben.

In Schöne­feld geht gar nichts mehr, in Tegel nur 16 Flüge

Laut dem aktuellen Abflugplan der Flughafengesell­schaft sind bis Montagnacht in Schöne­feld alle Flüge gestrichen worden, meldet der RBB unter Berufung auf einen Flughafen­sprecher. In Tegel starten noch 16 Maschinen, darunter solche von Turkish Air­lines und Air Berlin. Ausgenommen von den Flug­streichungen sind laut Air Berlin voraus­sicht­lich die Lang­stre­ckenflüge sowie der Zubringer­flug AB6431 zum airberlin Dreh­kreuz Düssel­dorf. Auch der Flug AB 8380 nach Tel Aviv findet voraus­sicht­lich wie geplant statt.

Keine Einigung im Tarif­streit in Sicht

Zum Hintergrund des Streiks: Die Boden­verkehrs­dienst­leister an den Flughäfen Berlin Tegel und Schöne­feld streiten sich mit der Gewerk­schaft Verdi. Es geht um neue Tarif­verträge und eine Anpassung des Gehalts für Abfertiger und Gepäck­schlepper. Hier konnten Arbeit­geber und die Gewerk­schaft bisher keinen Kompromiss erzielen.

Das bieten die deutschen Air­lines ihren Passagieren an

Betroffene Flugreisende können sich auf den Websites von Air Berlin und Lufthansa informieren. Beide Air­lines bieten ihren Passagieren an, inner­deutsche Flüge gegen Bahn-Gutscheine zu tauschen und Flüge kostenfrei umzu­buchen. Zudem will der Fernbus-Anbieter Flixbus seine Kapazitäten erhöhen, damit Reisende auch mit dem Bus zu anderen Flughäfen in Deutsch­land gelangen können.

Betreuung bei streikbe­dingter Verspätung

Wenn sich ihr Flug verspätet, stehen Flugreisenden bestimmte Betreuungs­leistungen zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Streik oder eine andere Beein­trächtigung des Flug­verkehrs für die Verspätung ursächlich ist.

Kurz­strecke. Bei Kurz­stre­ckenflügen von maximal 1 500 Kilo­metern haben sie ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Betreuungs­leistungen. Dazu gehören Mahl­zeiten, Getränke, Tele­kommunikations­möglich­keiten und gegebenenfalls eine Über­nachtung im Hotel sowie der Transfer zwischen Flughafen und Hotel.

Mittel­strecke. Dasselbe gilt bei Mittel­stre­ckenflüge. Ist die Flug­strecke zwischen 1 500 und 3 500 Kilo­meter lang, greift die Vorschrift aber erst ab einer Verspätung von drei Stunden.

Lang­strecke. Bei Lang­stre­cken­fliegern, die 3 500 Kilo­meter oder mehr zurück­legen, liegt die Grenze bei vier Stunden.

Bei Streik kein Anspruch auf Ausgleichs­zahlung

Flugreisende, die von Annullierung, Über­buchung oder einer Verspätung ab drei Stunden betroffen sind, können in der Regel laut EU-Flug­gast­rechte­ver­ordnung eine finanzielle Entschädigung fordern. Diese kann je nach Distanz der Flug­strecke zwischen 250 bis 600 Euro pro Flug­gast betragen.

Tipp: Wie Sie in solchen Fällen Ihre Ansprüche geltend machen, erklärt unser Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung.

Da es sich bei streikbedingen Ausfällen und Verspätungen um außergewöhnliche Umstände handelt, steht Reisenden in solchen Fällen allerdings keine Entschädigung zu. Ein Anspruch auf eine Ausgleichs­zahlung kann bei Streik lediglich entstehen, wenn Fluggesell­schaften Ausfälle oder Verspätungen mit Streik­aktionen begründen, die schon Tage zurück­liegen. Dann kann eine Fluggesell­schaft Entschädigungs­ansprüche nur abweisen, wenn sie glaubhaft macht, dass sie zwischen­zeitlich keine Maßnahmen ergreifen konnte, die den normalen Flugplan wieder­herstellen.

Diese Rechte haben Sie als Pauschal­reisender

Wer eine Pauschal­reise mit Flug und Hotel gebucht hat, kann wegen einer Flugannullierung oder einer mehr­stündigen Abflug­verspätung noch nicht den gesamten Reise­vertrag kündigen. Allerdings kann der Reise­preis gemindert werden, wenn sich der Abflug um vier Stunden oder mehr verzögert. Ab der fünften Stunde kann der Tages­preis der Reise für diese und jede weitere ange­fangene Stunde um 5 Prozent gemindert werden. Details lesen Sie in unserem Special Pauschalreise: Flug verlegt, Geld zurück.

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Diese Meldung erschien erst­mals am 26. März 2014 anläss­lich eines Piloten­streiks. Sie wurde seitdem mehr­fach komplett aktualisiert, zuletzt am 13. März 2017.

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