Streichung der Eigenheimzulage Meldung

In den vergangenen Jahren stand sie schon mehrmals zur Disposition. Jetzt scheint ihr Schicksal endgültig besiegelt: Setzen CDU/CSU und SPD ihren Koalitions­vertrag in die Tat um, wird es die Eigenheim­zulage ab 2006 nicht mehr geben. Bereits laufende Förderungen sind von der Streichung nicht betroffen. Und auch, wer bis Ende 2005 den Kauf oder Bau der eigenen vier Wände auf den Weg bringt, bekommt noch volle acht Jahre die staatliche Förderung. Entscheidend für die Fristwahrung ist nicht der Einzugstermin, sondern ein viel früher liegendes Datum: das des Kaufvertrags oder - bei Neubauten - des Bauantrags. Wer die Frist beachtet, sichert sich in der Regel einen fünfstelligen Förderbetrag: Für eine Familie mit zwei Kindern beträgt die Eigenheimzulage insgesamt immerhin 22 800 Euro.

Entscheidend: Kaufvertrag oder Bauantrag

Alle diejenigen, die jetzt aktuell den Kauf oder Bau der eigenen vier Wände planen, sollten einen für sie sehr wichtigen Termin im Kalender anstreichen: den 31. Dezember 2005. Schaffen sie es, bis zu diesem Termin den Kaufvertrag zu unterschreiben oder - bei einem Neubau - den Bauantrag zu stellen, ist ihnen die Eigenheimzulage für volle acht Jahre sicher. Voraussetzung ist natürlich, sie erfüllen die sonstigen Förderbedingungen (siehe unten).

Tipps

  • Neubau: Bauantrag. Setzen Sie sich als Bauherr möglichst umgehend mit Ihrem Architekten oder dem Bauträger zusammen. Bereden Sie mit ihnen, was zu tun ist, damit der Bauantrag noch rechtzeitig eingereicht werden kann. Auch ein Gespräch mit dem Bauamt Ihrer Kommune kann nicht schaden: Dabei können Sie klären, welche Unterlagen zwingend erforderlich sind, damit die Behörde den Bauantrag akzeptiert und auch, wie die Öffnungszeiten zum Jahresende liegen.
  • Bestehende Immobilie: Kaufvertrag. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit dem Verkäufer auf und vereinbaren Sie mit ihm möglichst umgehend einen Notartermin noch in 2005. Im Kaufvertrag sollten Sie vereinbaren, dass Besitz, Nutzen und Lasten der Immobilie erst 2006 auf Sie übergehen. Dies zählt nämlich für den Fiskus als „Jahr der Anschaffung“. Das ist das erste Jahr, in dem Sie die Förderung erhalten. Allerdings erwarten die Finanzbeamten auch, dass Sie bereits in Ihrer Immobilie wohnen. Wer also den Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten schon für 2005 vereinbart, dann aber erst 2006 einzieht, verschenkt ein Jahr der Förderung.
  • Einzug. Einziehen sollten Sie im Jahr der Fertigstellung oder der Anschaffung. Nur so erhalten Sie wirklich die vollen acht Jahre Ihren Förderbetrag.

Sonstige Bedingungen: Verdienst

Die wichtigste sonstige Bedingung für die Eigenheimzulage: Bauherren oder Immobilienkäufer dürfen nicht zu viel verdienen. Entscheidend sind die Einkünfte in einem Zeitraum von zwei Jahren: im Jahr der Anschaffung oder Fertigstellung des Eigenheims und im Jahr davor. Alleinstehende dürfen in diesen beiden Jahren zusammen Einkünfte bis zu 70 000 Euro haben, für Ehepaare gilt ein Betrag von 140 000 Euro. Für jedes Kind, für das Eltern Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben, erhöht sich die Grenze um 30 000 Euro. Als Einkommen zählen nur die positiven Einkünfte. Verluste aus einer Einkunftsart, etwa aus einer selbstständigen Nebentätigkeit oder einer vermieteten Immobilie, dürfen nicht mehr von den positiven Einkünften abgezogen werden.

Eigenheimzulage: Beträge

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