Strategien zur Fonds­auswahl im Check Special

Aktien? Fonds? Bloß nicht! Für viele Sparer sind sie nichts als Teufels­zeug. Kein Wunder, nach den schlechten Erfahrungen mit Neuem Markt und Finanz­krise. Minizinsen will auf Dauer aber auch niemand. Und so freunden sich immer mehr Anleger mit dem Gedanken an, die Rendite mit Fonds aufzupeppen. Dazu passt die neueste Unter­suchung von Finanztest: Die Fonds­experten haben sieben Strategien zur Fonds­wahl analysiert und fest­gestellt: Die am wenigsten riskanten Fonds schneiden am besten ab.

Sieben Strategien für die Fonds­wahl im Check

Um heraus­zufinden, nach welchen Kriterien Anleger ihre Fonds am besten aussuchen sollten, haben die Fonds­experten von Finanztest sieben Strategien in der Rück­schau geprüft: sechs Strategien mit aktiv gemanagten und eine mit passiven Fonds. Bei aktiven Fonds wählt ein Manager die Papiere für den Fonds aus. Bei einem passiven Investment gibt es kein solches Management. Ein passiver Fonds, meist ein börsen­gehandelter Indexfonds (ETF), entwickelt sich wie der Index, auf den er sich bezieht. Die Strategie-Analyse bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. Dezember 2013 bis zum 31. Dezember 2014. Fazit des Strategie-Checks: Mit markt­breiten Welt-ETF gab es im untersuchten Zeitraum höhere Zuwächse als mit aktiven Strategien, mit Europa-ETF lagen Anleger im Mittel­feld. Das beste Chance-Risiko-Verhältnis hatten in beiden Gruppen risikoarme Fonds.

ETF – einfach und bequem anlegen mit passivem Fonds

Die einfachste Idee ist, einen ETF zu kaufen, der einen breit gestreuten Index abbildet. Das ist günstig und auf Dauer auch am bequemsten, weil Anleger sich nach dem Kauf nur noch ab und zu um ihr Depot kümmern müssen – um zu über­prüfen, ob der Mix von Aktien und sicheren Anlagen noch stimmt. Die Qualität des markt­breiten Fonds hinge­gen ändert sich nicht. Er bekommt das Urteil „dauer­haft gut“.

Aktiv gemanagte Fonds – Sechs Auswahl­ideen

Anlagestrategien mit aktiv gemanagten Fonds sind aufwendiger, weil Anleger diese Fonds im Blick behalten und mindestens halb­jähr­lich über­prüfen sollten. Ein paar der aktiven Strategien haben im Vergleich mit der passiven Strategie ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis, am besten waren dabei die risikoarmen Fonds, ebenfalls gut abge­schnitten hat die Strategie markt­nah die Details der Strategien.

Tipp: Welche Renditen Sie mit den Strategien jeweils erzielen konnten und wie hoch die Risiken waren – beispiels­weise der maximale Verlust – lesen Sie in der umfang­reichen Finanztest-Unter­suchung aus Heft 3/2015. Sie finden den Artikel als PDF im Produktfinder Fonds. Dort finden Sie zudem die passenden Fonds für die Strategie Ihrer Wahl.

Wissenschaftliche Bestätigung der Ergeb­nisse

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Im test.de-Podcast erklärt Projektleiter Tom Krüger, wie Finanztest Fonds bewertet.

Dafür, dass Anleger mit der bestgetesteten risikoarmen Strategie nicht falsch liegen werden, sprechen nicht nur die kurze Finanztest-Analyse, sondern auch verschiedene Unter­suchungen aus der Wissenschaft. „Je höher die Rendite, desto größer das Risiko“, wissen Anleger. Das stimmt aber nicht immer. Mitunter gibt ein geringeres Risiko eine höhere Rendite. Wissenschaftler haben das als „Low-Risk Anomaly“ beschrieben. Lang­fristige Analysen haben gezeigt, dass risikoarme Aktien oft nicht nur ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis hatten, sondern auch mehr Rendite brachten. Das liegt unter anderem daran, dass Anleger damit weniger Abstürze erleiden und besser durch Krisen kommen.

Übrigens: Die Fonds­experten analysieren laufend Wert­papiere. Im Produktfinder Fonds finden Anleger Bewertungen für rund 3 650 aktiv gemanagte Fonds und ETF aus 38 Fonds­gruppen – von Aktienfonds Welt bis Rohstoff­fonds. Wie man dort mit wenigen Klicks die Auswahl klug eingrenzt, erklärt der Artikel So finden Sie die Fonds für Ihre Strategie.

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