Substanz- und Wachs­tums­strategien: Man kann nicht alles haben

Auf Substanz (Value) und Wachs­tum (Growth) eines Unter­nehmens legen Investoren besonderes Augen­merk. Die wenigsten Aktien vereinen beides. Deshalb konzentrieren sich Strategien entweder auf das Wachs­tum der Umsätze und Gewinne eines Unter­nehmens oder auf seine Substanz.

Der MSCI Europe Value zieht drei Größen heran, um die Substanz zu bestimmen: das Kurs-Buch­wert-, das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (siehe Glossar) und die Dividendenrendite. Der Index hat mit rund 230 Aktien eine hinreichende Risiko­streuung, unterscheidet sich aber deutlich vom breiteren MSCI Europe. Rund ein Drittel des Value-Indexes entfällt auf Finanz­werte, im allgemeinen MSCI Europe ist es nur ein Fünftel. Allerdings wird auch der Value-Index von großen Unternehmen dominiert.

Das ist bei den Stoxx-Europe-Indizes­Strong Value 20 und Strong Growth 20 ganz anders. Der aktuelle Börsen­wert ist für die Auswahl zweitrangig, sodass in den Indizes auch kleine oder mitt­lere Unternehmen stecken. Das macht sie anfäl­lig für starke Wert­schwankungen, zumal 20 Titel pro Index keine gute Risiko­streuung ermöglichen. Das gilt auch für den Index Strong Style Composite 40, der dieGrowth- und Value-Variante in einer reizvollen Aktien­mischung kombiniert. Den Value-Index dominieren Versicherer, Finanz- und Industrieunternehmen, im Growth-Index sind Gesundheit, Technologie und Handel am stärksten vertreten. Der Fokus auf Gewinn­wachs­tum drückt die durch­schnitt­liche Dividendenrendite des Strong-Growth-Indexes. Sie liegt zurzeit unter 1 Prozent, während die Value-Variante knapp 3,8 Prozent bietet.

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