Straßenverkehrs­recht Meldung

Schulterblick. Einmal gucken reicht nicht.

Ein Auto­fahrer, der nach links abbiegen will, ist auch dann zu einer sogenannten doppelten Rück­schau verpflichtet, wenn in dem Straßen­abschnitt ein Über­holverbot besteht, urteilte das Ober­landes­gericht Düssel­dorf (Az. I-1 U 86/17). Der Fahrer muss sich deshalb recht­zeitig vor dem Einordnen und ein zweites Mal vor dem Abbiegen vergewissern, dass er abbiegen kann, ohne jemanden zu gefährden. Geklagt hatte der Halter eines Krankenwagens, der beim Links­abbiegen von einem anderen Auto gerammt worden war. Er behauptete, sich vor dem Abbiegen recht­zeitig nach links einge­ordnet und mit einem Schulter- und Spiegelblick vergewissert zu haben, dass er durch sein Fahr­manöver niemanden gefähr­dete. Zu dem Unfall sei es nur gekommen, weil der Auto­fahrer ihn trotz Über­holverbots über­holt habe. Das sah das Gericht anders. Beide Unfall­beteiligte treffe ein gleich hohes Mitverschulden an der Kollision. Der Fahrer des Krankenwagens habe offensicht­lich die zweite Rück­schau unterlassen.

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