Steigt jemand in eine Straßenbahn ein, wenn sich die Türen bereits schließen und kommt dabei zu Schaden, ist er selbst schuld. So entschied das Landgericht Köln (Az. 20 O 95/02) im Fall einer Frau, deren Daumen bei so einem Einstieg in letzter Minute von den sich schließenden Türen eingeklemmt wurde. Die Bahn fuhr los, die Frau stürzte und brach sich ein Bein.

Die Verunglückte verklagte die Verkehrsbetriebe auf Schadenersatz. Die Türen hätten sich wieder öffnen müssen. Das Gericht sah das anders. Die Türen seien ausreichend gegen das Einklemmen gesichert gewesen. Der eingeklemmte Gegenstand müsse aber eine gewisse Mindestgröße haben. Finger oder Daumen seien zu schmal.

Verkehrsbetriebe müssen nicht dafür sorgen, dass sich Straßenbahntüren bei jedem noch so kleinen Widerstand wieder öffnen.

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