Frische Brise. Jeder darf sich am Meer unentgeltlich erholen.

Eintritts­gebühren für komplette Strand­flächen sind rechts­widrig, beschloss das Bundes­verwaltungs­gericht (Az. 10 C 7.16). Jetzt müssen alle Gemeinden an deutschen Küsten prüfen, ob ihre Gebühren erlaubt sind. Nach dem Bundes­natur­schutz­gesetz darf jedermann die freie Land­schaft auf Straßen und Wegen und ungenutzten Grünflächen unentgeltlich betreten.

Eintritt für Strand­zugang

Im konkreten Fall verlangt die Gemeinde Wanger­land Eintritt für den Zugang zu zwei insgesamt neun Kilo­meter langen Meeresstränden. Sie decken nahezu 90 Prozent der Strand­fläche auf dem Gemeindegebiet ab. Diese Nutzung wider­spreche Artikel 2 des Grund­gesetzes, der die allgemeine Hand­lungs­freiheit vorsieht, so das Gericht. Dass die Gemeinde den Strand sauber halte und regel­mäßig Sand aufschüttet, reiche nicht, um Eintritt zu verlangen. Für Teile der Strände, die mit Umkleidekabinen oder Toiletten ausgestattet sind, darf sie weiterhin eine Gebühr erheben.

Gebühren­erstattung

Wer eine Quittung über Eintritts­gebühren hat oder Ausgaben durch Zeugen belegen kann, kann bei der Kommune Erstattung einfordern.

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