Das Amtsgericht Hamburg hat jetzt über den MSF Master Star Fund Deutscher Vermögensfonds I das Insolvenzverfahren eröffnet. Zuvor war der Fonds von der Bundesanstalt für Finanzdienst­leistungs­aufsicht (Bafin) im Frühsommer gestoppt worden. Finanztest hatte Anleger frühzeitig vor Investitionen in diesen Fonds gewarnt, der von einer ganzen Reihe von Prominenten als Altersvorsorge beworben worden war. Dennoch haben etwa 7 000 Anleger Geld in den von Berlins Ex-Schulsenator Walter Rasch, drei ehemaligen Staatssekretären und sogar zeitweilig von Ex-Bundesverteidi­gungs­minister Rupert Scholz beworbenen Fonds eingezahlt.

Anlegergelder sind verloren

Von den eingezahlten Anlegergeldern in Höhe von 42,6 Mio. Euro sollen nur noch circa 5,3 Millionen Euro übrig sein. Für die rund 7 000 Anleger des Fonds bedeutet das den Verlust des Großteils ihres Geldes. Aus der Insolvenzmasse werden sie – wenn überhaupt – nur in sehr geringem Umfang für ihre Verluste entschädigt werden.

Strafanzeige wegen Untreue

Die Ktag Rechtsanwälte, die etwa 60 geschädigte Anleger des Fonds vertreten, und bereits ein Klage gegen Rasch eingereicht hatten, erklärten gestern: „Es ist skandalös, dass mit den Anlegergeldern keine Investitionen getätigt wurden, sondern das komplette Kapital für so genannte ‚graue Kosten’ verbraucht wurde“. Aus diesem Grund habe die Kanzlei am 19. September 2005 eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wegen Verdachts der Untreue erstattet, erklärte Rechtsanwalt Dietmar Kälberer.

Walter Rasch weist Vorwürfe zurück

Fondsgeschäftsführer Walter Rasch weist die Vorwürfe der Ktag Rechtsanwälte zurück. Es sei ihm „vollkommen unerfindlich, wie die Anwälte darauf kommen, dass rund 37,3 Millionen Euro ausschließlich für „graue Kosten“ aufgebraucht worden wären. Rasch stellte noch einmal klar, dass alle Gelder nach Freigabe durch den Mittelverwendungskontrolleur Deloitte, München, entsprechend der prospektierten Planung verwendet wurden. Nicht einmal die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) behaupte, dass Anlegergelder von den Fondsverantwortlichen veruntreut worden seien. Für strafrechtliche Vorwürfe sei daher kein Raum.

  • Tipp: Anleger, die sich am MSF Master Star Fund Deutschen Vermögensfonds I beteiligt haben, sollten sich umgehend rechtlich beraten lassen.

Vorgeschichte 1: Aufsicht stoppt Promi-Projekt
Vorgeschichte 2: Klage erhoben

Dieser Artikel ist hilfreich. 110 Nutzer finden das hilfreich.