Immer mehr Unternehmen locken rare Spitzenkräfte mit einer besonderen Option: Wenn sie der Firma treu bleiben, können sie unmittelbar am Unternehmenserfolg teilhaben und künftig eine bestimmte Anzahl von Aktien zu einem festgelegten Basispreis erwerben.

Solche Stock Options sind attraktiv, weil der Mitarbeiter nur den einst festgelegten Basispreis für die Aktien zahlen muss, wenn er später seine Option ausübt. Allerdings rechnet der Wertzuwachs der Aktien als geldwerter Vorteil und zählt somit als normaler steuerpflichtiger Arbeitslohn.

In zwei Urteilen bekräftigten die obersten Bundesrichter diese Praxis der Finanzverwaltung (Az. I R 100/98 und I R 119/98). Kann der Mitarbeiter sein Optionsrecht nicht frei handeln, weil die Firma Verfügungsbeschränkungen vorschreibt, greift die Steuerpflicht immer dann, wenn der Mitarbeiter sein Optionsrecht nach einer bestimmten Zeit einlöst. Stock Options seien keine Entlohnung für die Vergangenheit, sondern eine besondere Erfolgsmotivation für die Zukunft, argumentierte der Bundesfinanzhof. Schließlich honorierten sie die zukünftige Tätigkeit bis zur Ausübung der Option.

Wenn zum Beispiel der Basispreis einer Unternehmensaktie bei der Einstellung 100 Mark beträgt und der Aktienkurs in drei Jahren bis zum Zeitpunkt der Ausübung der Option auf 150 Mark steigt, zählen 50 Mark als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Ausgenommen sind davon aber geldwerte Vorteile, die aus Zeiten einer Auslandstätigkeit entstanden sind.

Tipp: Da die Steuersätze bis zum Jahr 2005 erheblich sinken, kann es sich lohnen, die Ausübung der Option so lange wie möglich hinauszuschieben.

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