Höchst zweifelhaft findet Finanztest das Modell der Treuhandstiftung Kapital & Anlage. Es soll nach eigenen Angaben eine „ähnliche Funktion wie der Einlagensicherungsfonds der Banken“ haben, also Anleger im Fall der Insolvenz ihrer Anlagefirma entschädigen.

Mit dem Slogan „Investor geht in Konkurs, Kapital von Anlegern verloren, wir ersetzen den Schaden – und Sie können wieder ruhig schlafen“ wirbt die als Rechtsträger der Stiftung auftretende KAPmedia GmbH in Machern bei ­Finanzdienstleistern und Anlegern für Spenden. Diese sollen in einen Stiftungsfonds fließen. Wenn Vermittler und Anleger spendenwillig sind und dort eine „Prämie“ von 1,5 Prozent der jeweiligen Zeichnungssumme ihrer Anlage einzahlen, verspricht die Stiftung im Falle eines Verlusts „kurzfristig das verlorene Kapital zu 100 Prozent“ zu ersetzen. Kurzfristig kann laut Prospekt auch „mehrere Jahre dauern.“ Warum ein Kapitalanleger „ohne Gewähr“ auf einen Leistungsanspruch für den Fall eines möglichen Totalverlustes seiner Anlage spenden soll, bleibt das Geheimnis der Stifterin.

Für Vermittler könnte das Modell jedoch Vorteile bringen. Laut Prospekt erhält ein Vermittler nicht nur eine Provision, wenn er einen neuen Vermittler wirbt. Er verdient auch – ähnlich wie bei einem Kettensystem – noch bis zu drei weitere Provisionen, wenn der Neue weitere Vermittler wirbt, die an die Treuhandstiftung „spenden“.

Zudem kann er als Sponsor einen Platz im Kuratorium der Treuhandstiftung beanspruchen. Laut Prospekt hat die Mitgliedschaft außerdem „wahrscheinlich“ den Vorteil, „dass Anleger darauf verzichten werden, juristisch gegen ihren Vermittler vorzugehen, weil sie das Geld anderwärtig zurückerhalten ...“ Dann könnten Vermittler mit dem Anleger sogar noch weitere Anlagegeschäfte machen.

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