Stifte und Tinten im Test

So haben wir getestet

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Stifte und Tinten im Test Alle Testergebnisse für Stifte und Tinten

Inhalt
Stifte und Tinten im Test - Unterm Strich unerfreulich
In die Zange nehmen. Ein Prüfer zerlegt den kompletten Text­marker, um Tinten, Schäfte und Kappen auf Schad­stoffe unter­suchen zu können. © Peter Roggenthin

Im Test: Zwölf Sets mit Text­markern, elf Sets mit Tinten­rollern und neun Sets mit Tinten­patronen. Die Produkte kauf­ten wir im Januar und Februar 2022 ein. Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im Mai 2022.

Schad­stoffe

Wir bestimmten in der flüssigen Farbtinte von Text­markern, Tinten­rollern und Tinten­patronen sowie anderen Material­stellen wie etwa Griff­flächen und Kappen folgende Substanzen:

Farb­mittel: Wir untersuchten die Tinten auf Azofarb­mittel, die krebs­erzeugende oder krebs­verdächtige aromatische Amine abspalten können, und auf weitere krebs­erzeugende und sensibilisierende Farb­stoffe. Auf Azofarb­stoffe prüften wir mittels reduktiver Spaltung ohne Extraktion in Anlehnung an die Prüf­methode für Textilien. Bei den Text­markern wählten wir die Farben Blau, Gelb, Grün, Orange und Pink aus. Die Prüfung mittels reduktiver Spaltung erfolgte in Anlehnung an Din EN Iso 14362–1:2017 und Din EN 14362–3:2017–05, die Prüfung auf frei vorliegende primäre aromatische Amine in Anlehnung an Din EN 71–9:2007–09, DIN EN 71–10:2006–03 und Din EN 71–11:2006–01.

Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK): Wir untersuchten die flüssigen Tinten und weitere Material­stellen wie Griff­flächen, Kappen oder Radierer nach den Vorgaben des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit nach Extraktion mit dem Löse­mittel Toluol. Bei den Text­markern wählten wir die Farben Gelb, Orange und Pink aus, bei Tinten­roller-Sets mit mehreren Farben prüften wir zusätzlich zur blauen auch die schwarze Tinte auf PAK. Der Gehalt an PAK wurde nach der GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK untersucht.

Schwer­metalle und weitere Stoffe: Wir untersuchten die flüssigen Tinten auf Schwer­metalle und weitere Stoffe wie zum Beispiel Organozinn­verbindungen, indem wir die Proben mit Salzsäure versetzten und danach analysierten. Aus den Text­marker-Sets wählten wir die Farben Blau, Grün, Orange und Pink aus. Bei Text­markern und Tinten­rollern bestimmten wir zudem in berühr­baren Materialien wie Griffen und Kappen zusätzlich den Gehalt an Blei und Kadmium. Die Freiset­zung der Schwer­metalle und weiterer Elemente prüften wir gemäß Din EN 71–3:2019 + A1:2021. Die Gehalts­bestimmung von Blei und Kadmium erfolgte nach Vollauf­schluss gemäß EPA 3052 mittels optischer Emissions­spektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma beziehungs­weise Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES beziehungs­weise ICP-MS).

Phthalat-Weichmacher: Wir analysierten bei Text­markern und Tinten­rollern Material­stellen wie Griff­flächen, Kappen oder Radierer nach Extraktion mit einem organischen Löse­mittel auf Phthalate, die in Spielzeug verboten sind. Zusätzlich prüften wir auf weitere Phthalate, unter anderem auf die als besonders besorgnis­erregend einge­stuften. Die Bestimmung der Phthalate erfolgte mittels Gaschromatografie mit Massenspektrometrie-Kopp­lung (GC-MS) nach Extraktion mit einem organischen Löse­mittel.

Konservierungs­stoffe: Wir untersuchten die Tinten auf Gehalte, die in der Spiel­zeugnorm aufgeführt werden, und auf weitere Biozide. Aus den Text­marker-Sets wählten wir die Farben Blau, Grün, Orange und Pink aus. Die Konservierungs­stoffe prüften wir in Anlehnung Din EN 71–9:2007–09, Din EN 71–10:2006–03, Din EN 71–11:2006–01 sowie nach Extraktion mit Methanol/Wasser/Essig­säure mittels Hoch­leistungs­flüssig­keits­chromatografie (HPLC).

Löse­mittel: Wir bestimmten für die Tinten die Aromaten Benzol, Toluol und Xylole sowie weitere Aldehyde und Ketone mittels Head­space-Gaschromatografie-Massenspektrometrie. Bei Text­markern haben wir hierfür die Farbe Gelb ausgewählt.

Weitere Prüfung

Sicherheit von Verschluss­kappen: Wir prüften in Anlehnung an Iso 11540:2021–08, ob die Tinten­roller normative Anforderungen an die Verschluss­kappen zur Verringerung eines Ersti­ckungs­risikos einhielten. Alle Verschluss­kappen der Tinten­roller im Test hielten die Anforderungen ein.

Stifte und Tinten im Test Alle Testergebnisse für Stifte und Tinten

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Profilbild Stiftung_Warentest am 04.08.2022 um 12:27 Uhr
Füllfederhalter für Kinder

@widescreen: Einen Grund können wir Ihnen leider nicht nennen, nehmen Ihren Testwunsch aber gerne auf.

widescreen am 04.08.2022 um 10:16 Uhr
Füllfederhalter für Kinder?

Hallo, beim Test 'Schulbedarf' habe ich angenommen, dass Sie auch Füllfederhalter für Kinder testen würden, und war dann etwas enttäuscht, weil das fehlt. Nun habe ich etwas im Web recherchiert - und offenbar haben Sie die noch NIE getestet. Darf man fragen, warum? Ist ein solcher Test vielleicht geplant?

barbara-martin-krug am 22.07.2022 um 12:19 Uhr
Schade das Frixon Light nicht dabei ist

Ich finde es schaden das die Frixon Light von Pilot nicht dabei waren, sind sie, neben den trockenen Buntstift-Lightern doch die einzigen die wirklich Zielgerichtet in Büchern mit Dünndruckpapier wie Gesetzestexten o. ä. anwendbar sind ohne durchzudrücken.
PS. Wäre vielleicht auch mal ein Testkriterium, ich, und wahrscheinlich alle die mit Gesetzen o. ä. Arbeiten, wären glücklich nicht erst für hunderte von Euros Stifte Kaufen und ausprobieren zu müssen :-)

Insomnia am 22.07.2022 um 12:02 Uhr
Nicht haltbare Tinte - Schneider

Wir haben aus Kostengründen die "Rollerpatrone Universal 852" von Schneider in einer Vorratspackung gekauft. In der Originalverpackung aufbewahrt, ist nach rund zwei Jahren die ganze Tinte nur noch blassblau - wässrig. Nach Aussage des Kundendienst garantiert man keine Mindestverwendungszeit.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.08.2019 um 14:51 Uhr
GS-Zeichen für Spielzeug

@megamaus3: Buntstifte gelten nach einer Leitlinie der Europäischen Kommission als Spielzeug. In einem Lack des braunen Buntstiftes von Staedtler fanden wir 3,8 mg/kg Naphthalin. Naphthalin steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Die europäische Spielzeugrichtlinie, die seit 2009 in Kraft ist, erklärt generell, dass in Spielzeug keine Stoffe verwendet werden dürfen, die als krebserzeugend oder krebsverdächtig eingestuft sind, erlaubt dann aber eine Ausnahme von 0,1 bzw 1 % (10.000 mg/kg). Dieser allgemeine Wert ist toxikologisch nicht begründet. Er wird für viele krebserzeugende oder krebsverdächtige Stoffe als nicht ausreichend für den Schutz der Gesundheit der Kinder angesehen. Für immer mehr Stoffe wird daher in der Spielzeugrichtlinie für Spielzeug für Kinder unter drei Jahren der Grenzwert auf die Nachweisgrenze gesenkt. Wir haben uns bei der Bewertung von Naphthalin am GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit orientiert, da wir den allgemeinen Grenzwert in der Spielzeugrichtlinie von 1 % für krebsverdächtige Stoffe als viel zu hoch ansehen. Der Grenzwert für Naphthalin im GS-Zeichen liegt für Spielzeug mit längerem Hautkontakt bei 1 mg/kg bzw. 2 mg/kg für andere Materialien mit längerem Hautkontakt. Da Kinder einer Vielzahl von Schadstoffen aus verschiedenen Produkten ausgesetzt sind, sollten gesundheitsgefährdende Stoffe aus Vorsorgegründen soweit reduziert werden wie es technisch möglich ist. Dass es möglich ist, zeigen die vielen Buntstifte, die die Anforderungen des GS-Zeichens einhalten. (RE/Se)