Bevor Banken ihren Kunden Wertpapiere verkaufen, müssen sie sie nach ihren ­Erfahrungen fragen und über Chancen und Risiken aufklären (Paragraph 31, Wertpapierhandelsgesetz). Je nach Kenntnisstand und Risikobereitschaft gruppiert die Bank die Anleger ein.

Wer nur sichere Bundesschatzbriefe will, kommt auf eine niedrige Stufe. Die höchste Stufe ist die Termingeschäftsfähigkeit. Die brauchen Anleger, die Optionsscheine oder Hebelzertifikate kaufen oder an Terminbörsen handeln wollen. Typisches Merkmal von Termingeschäften ist die Hebelwirkung. Das heißt, dass das von einem Basiswert abgeleitete Wertpapier (Derivat) sich prozentual stärker verändert als der Basiswert.

Meistens ist mit Termingeschäften außerdem ein hohes Verlustrisiko verbunden. Viele dieser Papiere haben eine begrenzte Laufzeit, nach deren Ende sie wertlos verfallen. Wer Futures abschließt, das sind spezielle Geschäfte an der Terminbörse, muss möglicherweise sogar Geld nachschießen.

Die Termingeschäftsfähigkeit erlangen Kunden nur, wenn ihr Bankberater sie schriftlich aufklärt und sie in besonderem Maße auf die Eigenschaften der ­Papiere hinweist (Paragraph 37 d, Wertpapierhandelsgesetz). Eine formlose ­Einstufung wie bei Aktien oder Anleihen genügt nicht. Auch erfahrene Kunden müssen extra informiert werden. Macht die Bank das nicht, können geschädigte Kunden Schadenersatz verlangen.

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