Gesundheitshandwerk: Pro Tag weniger als ein Hörgerät

Rund 605.000 Hörgeräte wurden 1998 in Deutschland insgesamt abgesetzt, davon laut Angaben der Vereinigung der Hörgeräteindustrie 468.000 bei den Hörgeräteakustikern. Umgerechnet auf die 2.400 Fachbetriebe des Hörgeräteakustiker-Handwerks ist das ein Umsatz von etwa 0,78 Hörgeräten pro Arbeitstag. Lässt das auf einen hohen Dienstleistungsaufwand schließen oder auf hoch vergütete Unwirtschaftlichkeit? Obwohl die Einkaufspreise für Hörgeräte leicht gestiegen sind, gelten die Verkaufspreise noch immer als viel zu hoch. Akustiker können die Preise beliebig kalkulieren. Die Abrechnungen sind im Detail häufig nicht nachvollziehbar. Das macht es schwierig, die Qualität der Versorgung zu überprüfen.

"Ein billiger Preis zieht immer einen billigen Preis nach sich", warnte einst Jürgen Mathies von der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und: "Bekennen wir uns endlich zur Dienstleistung, denn sie ist teuer." 0,5 Prozent der Gerätetypen werden zuzahlungsfrei abgegeben ­ dazu hat sich die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker durch "freiwillige Selbstbeschränkung" verpflichtet. Nach Angaben der Bundesinnung sollen das in der Praxis aber etwa 25 Prozent sein ­ im Versandhandel bis zu 90 Prozent.

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