Photovoltaik Steuern sparen mit Solar­strom

Photovoltaik - Steuern sparen mit Solar­strom
Nach­haltig Steuern sparen. In Deutsch­land gab es Ende 2020 bereits rund zwei Millionen PV-Anlagen. © Getty Images / Andriy Onufriyenko

Für Photovoltaikanlagen gelten komplizierte Steuer­regeln. Anlagen­betreiber können vor allem in den ersten Jahren viel Steuern sparen. test.de zeigt, wie.

Inhalt

Betreiber von PV-Anlagen gelten als Unternehmer

Bei Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) ist fast immer auch das Finanz­amt mit im Spiel. Denn sobald Haus­eigentümer den erzeugten Solar­strom ins Netz einspeisen und an den Netz­betreiber verkaufen, ­gelten sie steuerlich als Unternehmer.

Besonders für Arbeitnehmer ändert sich dadurch viel. Als Kraft­werks­betreiber müssen sie sich plötzlich mit Umsatz­steuern und ­Abschreibungs­regeln befassen. Alle Steuererklärungen sind künftig elektronisch über das Finanz­amts­portal Elster.de abzu­geben.

Die gute Nach­richt: Wer die Spiel­regeln kennt, kann vor allem in den ersten Jahren mit ­seiner Anlage kräftig Steuern sparen.

Photovoltaik und Steuern – das bietet unser Special

  • Konkrete Steuertipps. Die Steuer­experten der Stiftung Warentest erläutern, warum es sich für Betreiber von PV-Anlagen lohnt, freiwil­lig auf die Steuerfreiheit für Klein­unternehmer zu verzichten – und was sie dabei beachten müssen. Wir sagen, wie sie Steuerfallen vermeiden, Verluste mit anderen Einkünften verrechnen und von Abschreibungs­möglich­keiten profitieren können. Und verraten, wie sie schon im Jahr vor dem Kauf Steuern sparen – und Steuerfallen vermeiden.
  • Hintergrund. Wir erklären, wie der Kauf eines Stromspeichers steuerlich behandelt wird – und warum das auch von tech­nischen Merkmalen abhängt.
  • Beispiel­rechnung. Wir erläutern an einem Beispiel die Einnahmen­über­schuss­rechnung für das Finanz­amt.
  • Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Artikel aus Finanztest 7/2021.

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Umsatz­steuer zurück­holen

Als Klein­unternehmer mit weniger als 22 000 Euro Jahres­umsatz sind Betreiber einer Solar­anlage zwar von der Umsatz­steuer befreit. Doch es lohnt sich, gegen­über dem Finanz­amt den Verzicht auf die Steuerfreiheit zu erklären. Der Vorteil: Umsatz­steuer­pflichtige Unternehmer können sich die Umsatz­steuer, die sie für ihre Anlage zahlen, sofort wieder vom Finanz­amt zurück­holen. Das gilt auch für Speicher, die sie zusammen mit der Anlage kaufen. Hat die Anlage brutto 10 000 Euro gekostet, erstattet das Finanz­amt 1 597 Euro. Außerdem erhalten Solar­strom­produzenten die Umsatz­steuer zurück, die sie auf Wartungs- und Reparatur­kosten entrichtet haben.

Ohne Aufwand geht es nicht

Der Vorsteuer­abzug ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden. Das Finanz­amt verlangt im Jahr der Inbetrieb­nahme der Anlage und im Folge­jahr nach jedem Quartal eine Umsatz­steuer­vor­anmeldung. Der Eigentümer erhält vom Netz­betreiber 19 Prozent Umsatz­steuer auf die Einspeise­vergütung und muss sie ans Finanz­amt weiterleiten. Außerdem fällt Umsatz­steuer auf den selbst genutzten Solar­strom an. Dafür setzt das Finanz­amt pro Kilowatt­stunde 19 Prozent des Netto­preises an (ohne Umsatz­steuer), den der Eigentümer sonst für Haus­halts­strom vom Energieversorger zahlt.

Nachteile sind befristet

Die Nachteile sind aber befristet: Nach fünf Jahren kann sich der Betreiber wieder von der Umsatz­steuer befreien lassen. Stellt er den Antrag ab dem siebten Kalender­jahr nach Inbetrieb­nahme, darf er die für die Anlage erstattete Umsatz­steuer voll behalten.

Einkommensteuer auf Über­schüsse

Steuer­pflichtig oder nicht – wer eine Anlage mit nicht mehr als 10 Kilowatt (kWp) Leistung auf einem selbst genutzten Haus betreibt, hat diese Wahl jetzt auch bei der Einkommensteuer. Nach einem Schreiben des Bundes­finanz­ministeriums von Anfang Juni 2021 werden Betreiber solcher Anlagen auf Antrag von der Steuer­pflicht befreit. Dann müssen sie Einnahmen aus der Anlage nicht mehr versteuern, können aber auch keine Abschreibungen oder sons­tige Kosten steu­ersparend geltend machen.

Wann das Finanz­amt Verluste anerkennt

Für alle, die eine größere Anlage betreiben, ihre Immobilie vermieten oder zum Beispiel von Sonder­abschreibungen profitieren möchten, bleibt es dabei: Sie müssen Eigentümer müssen in ihrer jähr­lichen Einkommensteuererklärung den Gewinn oder Verlust aus ihrem Betrieb ermitteln, in dem sie Einnahmen den Ausgaben eines Kalender­jahres gegen­über­stellen. Gewinne sind zu versteuern. Steuerliche Verluste führen zu einer Steuerersparnis, weil sie mit anderen Einkünften verrechnet werden. Verluste erkennt das Finanz­amt aber häufig nur an, wenn auf Dauer mehr Betriebs­einnahmen als Betriebs­ausgaben zu erwarten sind.

Selbst­genutzter Strom zählt als Betriebs­einnahme

Betriebs­einnahmen sind die vom Netz­betreiber gezahlte Einspeise­vergütung und Umsatz­steuer sowie die vom Finanz­amt erstattete Umsatz­steuer. Dazu kommt der Wert des selbst verbrauchten Stroms. Dafür können die Betreiber von PV-Anlagen bei der Steuer pro Kilowatt­stunde die Einspeise­vergütung oder die Höhe der anteiligen Herstellungs­kosten (anteilige Abschreibung und laufende Kosten) ansetzen.

Abschreibung

Betriebs­ausgaben sind Versicherungs­beiträge, Reparatur-, Wartungs- und Finanzierungs­kosten und – als mit Abstand größter Posten – die Abschreibung der Anlage. Sie beträgt 20 Jahre lang jeweils 5 Prozent der Anschaffungs­kosten pro Jahr. Dabei zählen Kosten für einen Stromspeicher in der Regel nur mit, wenn der Speicher vor dem Wechsel­richter an die Anlage ange­schlossen wird (DC-Anschluss). Für Anlagen, die bis Ende 2021 installiert werden, können Betreiber statt der 5-prozentigen Abschreibung auch eine degressive Abschreibung in Höhe 12,5 Prozent des Rest­wertes der Anlage wählen. Im Jahr der Anschaffung erkennt das Finanz­amt außerdem eine Sonder­abschreibung von 20 Prozent der Anschaffungs­kosten an. Sie kann auch beliebig auf die ersten fünf Jahre verteilt werden.

Informationen rund um Solar­energie

Aktuelle Unter­suchungen und Informationen rund um Solar­strom­anlagen und ihre Versicherung finden Sie auf unser Themenseite Photovoltaik.

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