Steuervorteil Meldung

Deutsche Steuerzahler, die im EU-Ausland einen Nebenjob haben, können auch den Übungsleiterfreibetrag erhalten. Dieses Urteil hat der Bundesfinanzhof heute veröffentlicht.

EU-weit sind 2 100 Euro steuerfrei

Kinder im Fußballverein trainieren, den Kirchenchor leiten, Unterricht geben: Wer sich engagiert, darf jetzt dafür bis zu 2 100 Euro auch dann steuer- und sozialabgabenfrei kassieren, wenn er das im Ausland tut. Bisher konnten nur Mitarbeiter im Inland den Übungsleiterfreibetrag erhalten. Den gewähren Finanzbeamte, wenn Steuerzahler eine Aufwandsentschädigung für nebenberufliche Betreuungs-, Lehr- oder Übungsleitertätigkeit bekommen.

Auch Helfer profitieren

Damit hat der Bundesfinanzhof eine geplante Gesetzesänderung vorweggenommen. Danach sollen auch ehrenamtliche Helfer, die für begünstigte Vereine im EU-Ausland oder im europäischen Wirtschaftsraum arbeiten, die gleichen Freibeträge erhalten wie für deutsche Vereine: Sie dürfen 500 Euro steuerfrei dazuverdienen.

Rechtsanwalt gewinnt vor Bundesfinanzhof

Geklagt hatte ein deutscher Rechtsanwalt, der einen Lehrauftrag an der Universität Straßburg inne hatte. Für die von der Universität bezahlte Aufwandsentschädigung hatte der Jurist vergeblich eine Steuerbefreiung beantragt. Der Bundesfinanzhof gab dem Rechtsanwalt, der zunächst den Europäischen Gerichtshof angerufen hatte, Recht. Die Richter erklärten die auf das Inland beschränkte Steuerbefreiung als europarechtswidrig.

In der Steuererklärung angeben

Den Freibetrag erhalten Engagierte im Ausland nach Abgabe ihrer Steuererklärung, in der sie ihre Einnahmen angeben. Hausfrauen, Vermieter, Studenten, Rentner oder Arbeitslose, die steuerrechtlich keinen Hauptberuf ausüben, können nebenberuflich die 2 100 Euro Übungsleiterpauschale auch im Ausland erhalten. Welche Besonderheiten für gemeinnützige Vereine und Übungsleiter gelten, erläutert ausführlich der neue „Steuerwegweiser“ unter www.hmdf.hessen.de unter dem Stichwort „Infomaterial“.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 22.07.2008
Aktenzeichen: VIII R 101/02

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