Steuervereinfachung Meldung

Die Bundesregierung hat sich nach langem Streit nun darauf verständigt, einen Teil der ursprünglich erst für 2012 vorgesehenen Steuer­verein­fachungen schon auf dieses Jahr vorzuziehen. Damit ist auch eine geringfügige Ersparnis für viele Arbeitnehmer verbunden. test.de informiert.

Arbeitnehmerpauschbetrag: Erhöhung vorgezogen

Der Arbeitnehmerpauschbetrag soll jetzt schon in diesem Jahr von 920 auf 1 000 Euro steigen. Angestellte erhalten dadurch vom Jahresgehalt automatisch 80 Euro mehr steuerfrei. Wer keine Werbungskosten beim Finanzamt angibt, spart dadurch je nach Steuersatz zwischen 11,20 und 36,00 Euro. Die Ersparnis soll nach den derzeitigen Plänen erst mit der Lohnabrechnung für Dezember berücksichtigt werden.

Nicht alle Arbeitnehmer profitieren

Wer schon bisher Werbungskosten von mindestens 1 000 Euro in der Steuererklärung angegeben hat, profitiert nicht von der Anhebung. Die Grenze von 1 000 Euro überschreiten Arbeitnehmer zum Beispiel schon dann, wenn sie 15 Kilometer entfernt von der Firma wohnen: Allein die Fahrtkosten ergeben dann Werbungskosten von 1 035 Euro. Dann lohnt es sich auch, Fortbildungskosten, Gewerkschaftsbeiträge und andere Werbungskosten nachzuweisen.

Geplante Vereinfachungen für 2012

Die anderen geplanten Vereinfachungen sollen weiterhin zum Teil erst 2012 in Kraft treten. Geplant sind hier bisher zum Beispiel:

  • Weg zur Arbeit. Berufstätige entscheiden in der Steuererklärung für das ganze Jahr, ob sie für die Entfernung zur Arbeit Ausgaben für Bus oder Bahn oder – unabhängig vom Verkehrsmittel – 30 Cent pro Kilometer absetzen. Die Möglichkeit, strecken- oder tageweise unterschiedlich abzurechnen, entfällt.
  • Kinderbetreuung. Eltern müssen nicht mehr angeben, ob sie berufstätig, in Ausbildung, krank oder aus anderen Gründen ohne Arbeit sind. Sie können unabhängig von der Lebenssituation für ihr Kind bis zu 6 000 Euro Betreuungskosten im Jahr abrechnen. Es wird erwartet, dass dadurch mehr Mütter und Väter ihre Ausgaben absetzen können. Außerdem wird das Ausfüllen der Anlage Kind einfacher.
  • Volljährige Kinder. Es wird nicht mehr geprüft, wie viele Einkünfte und Bezüge volljährige Kinder haben. Eltern erhalten unabhängig davon das Kindergeld oder die Kinderfreibeträge. Es kommt nur noch darauf an, dass die Jugendlichen studieren, eine Lehre machen, einen Ausbildungsplatz suchen oder aus anderen Gründen noch zu berücksichtigen sind. Bisher fallen das Kindergeld oder die Freibeträge weg, wenn die Einkünfte und Bezüge höher als 8 004 Euro im Jahr sind.
  • Anleger. Anleger müssen ihre Kapitaleinnahmen nicht mehr in der Steuererklärung angeben, nur weil sie Spenden oder Krankheitskosten absetzen wollen. Sie spielen für die Steuerersparnis keine Rolle mehr.

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