Steuertipps zum Jahresende Meldung

Mit Spenden Steuern sparen: Allein das Deutsche Komitee von Unicef hat 2006 über 74 Millionen Euro Spenden gesammelt – zur Freude der unterstützten Kinder, hier in einer Schule in Myanmar, dem früheren Burma.

Gut zwei Monate bleiben, um die Steuerlast für 2007 zu senken. Finanztest sagt, was Arbeitnehmer, Selbstständige und Rentner jetzt dafür tun können.

Das Jahr 2007 ist für zahlreiche Steuerzahler ein teures Jahr: Neuregelungen wie die gekürzte Pendlerpauschale oder der halbierte Sparerfreibetrag dürften dafür sorgen, dass viele nach der Steuererklärung weniger Geld vom Finanzamt zurückbekommen als früher.

Bei der Pendlerpauschale kann sich jedoch noch etwas ändern: Erst vor kurzem hat der Bundesfinanzhof erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Neuregelung geäußert, durch die Arbeitnehmer für die ersten 20 Kilometer des Arbeitswegs keine Werbungskosten mehr absetzen können (Az. VI B 42/ 07). Das letzte Wort hat das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 1/07, 2 BvL 2/07, siehe Meldung Pendlerpauschale).

Nur auf die Hilfe der Richter müssen sich Steuerzahler aber nicht verlassen: Wenn sie jetzt selbst genau rechnen, zum passenden Zeitpunkt Rechnungen bezahlen und mit Unterstützung des Staates vorsorgen, können sie ihre Abgabenlast für 2007 noch deutlich senken.

1. Für Arbeitnehmer: Ausgaben für den Job vorziehen

Unabhängig von der Zukunft der Pendlerpauschale erkennt das Finanzamt mindestens 920 Euro im Jahr als Werbungskosten an. Sind die Ausgaben für den Job schon jetzt höher, etwa durch einen Umzug oder einen doppelten Haushalt, sollten Arbeitnehmer geplante Ausgaben bis Jahresende vorziehen: Eine Fortbildung oder ein neuer PC, der sowieso für Arbeiten daheim benötigt wird, bringen dann Steuervorteile.

Tipp: Beachten Sie, dass sich wegen der Änderungen beim Arbeitsweg viele von Ihnen nicht mehr an den Werten aus dem Vorjahr orientieren können, wenn Sie Ihre Werbungskosten berechnen: So kam 2006 jemand, der täglich 14 Kilometer zur Arbeit fährt, über die Werbungskostenpauschale von 920 Euro (230 Tage x 14 Kilometer x 0,30 Euro = 966 Euro). 2007 wird nach derzeit geltendem Recht die Grenze erst bei 34 Kilometern übertroffen.

2. Für alle Steuerzahler: Mit Spenden neue Vorteile nutzen

Helfen und Steuern sparen – das gilt 2007 mehr als früher. Das Finanzamt erkennt nun Spenden bis 20 Prozent der Einkünfte als Sonderausgaben an. Je nach Spendenzweck konnten früher nur 5 oder 10 Prozent der Einkünfte abgesetzt werden.

Tipp: Ohne weitere Angaben und Belege zieht das Finanzamt pauschal 36/72 Euro (Alleinstehende/Ehepaare) für Sonderausgaben wie Spenden oder Kirchensteuer ab. Jeder gespendete Euro über dieser Grenze bringt auf jeden Fall Steuervorteile.

3. Für Erwerbstätige: Altersvorsorge jetzt angehen

Arbeitnehmer und Selbstständige, die noch bis Jahresende einen Riester- oder Rürup-Vertrag abschließen, können ihre Sonderausgaben für 2007 erhöhen und so die Steuerlast senken. Riester-Sparer mit geringem Einkommen sichern sich zumindest die staatlichen Zulagen.

Tipp: Steuervorteile haben Sie auch, wenn Sie in eine betriebliche Altersvorsorge wie Direktversicherung oder Pensionsfonds einzahlen. Bis zu 2 520 Euro des Gehalts können Sie im Jahr anlegen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben leisten zu müssen. Da anders als zunächst vorgesehen die Sozialabgabenfreiheit auch nach 2008 gelten soll, bleibt die betriebliche Altersvorsorge weiter so attraktiv wie bisher.

4. Für Eltern mit Kindern in Ausbildung: An Kindergeld denken

Für Auszubildende kann die Zahlung in eine betriebliche Altersvorsorge einen weiteren Vorteil haben: Damit sinkt das Gehalt, das für den Kindergeldanspruch ihrer Eltern maßgeblich ist. Nur wenn Einkünfte und Bezüge eines volljährigen Auszubildenden unter 7 680 Euro im Jahr bleiben, können die Eltern Kindergeld erhalten.

Tipp: Behalten Sie die Einkünfte Ihrer Kinder im Auge: Addieren müssen Sie neben Lohn und Gehalt auch mögliche Waisenrenten und einen Bafög-Zuschuss. Von der Summe können Sie neben Ausbildungskosten unter anderem die von den Kindern gezahlten Beiträge zur Sozialversicherung und auch private Krankenversicherungsbeiträge abziehen. Wird der Wert von 7 680 Euro knapp überschritten, reicht es vielleicht schon aus, zum Beispiel Fachliteratur noch dieses Jahr zu besorgen, um die Ausbildungskosten zu erhöhen und die Einkünfte des Kindes zu senken.

5. Für alle Steuerzahler: Ausgaben für die Gesundheit berechnen

Zahnersatz, Zuzahlungen im Krankenhaus, Medikamente: In manchen Jahren sind die Ausgaben für die Gesundheit sehr hoch. Diese Ausgaben bringen als außergewöhnliche Belastung Steuervorteile, sobald sie über einer bestimmten Grenze liegen: Die Höhe der zumutbaren Belastung richtet sich nach dem Einkommen und der familiären Situation der Steuerzahler. Hat eine Familie mit zwei Kindern Jahreseinkünfte von 50 000 Euro (Einnahmen minus Werbungskosten, Betriebsausgaben und eventuell Sparerfreibetrag) ist die zumutbare Belastung 1 500 Euro (3 Prozent).

Tipp: Wenn Sie ausrechnen, dass Sie nur knapp unter der jeweiligen Grenze bleiben, prüfen Sie, ob Sie noch dieses Jahr beispielsweise den längst fälligen Termin beim Augenarzt bekommen. Vielleicht kommen sie mit den Ausgaben für die notwendige neue Brille über den Grenzwert.

6. Für Senioren: Doppelt vom Entlastungsbetrag profitieren

Steuerzahler, die 2007 mindestens 65 Jahre alt sind, haben Anspruch auf einen Altersentlastungsbetrag. Mit ihm sind Nebeneinkünfte etwa aus Geldanlage oder Vermietung zum Teil steuerfrei. Die Höhe der Entlastung richtet sich nach dem Geburtsjahr. Ehepartner sollten prüfen, ob sie mit einer Umverteilung der Einkünfte den Entlastungsbetrag doppelt nutzen können.

Tipp: Angenommen, ein 65-jähriger Ehemann erzielt dieses Jahr 12 000 Euro Zinsen. Nach Abzug des Werbungskostenpauschale und der Sparerfreibetrags für Ehepaare (1 602 Euro) bleiben 10 398 Euro. Davon sind für ihn 36,8 Prozent (maximal 1 748 Euro) als Altersentlastungsbetrag steuerfrei, sodass der Mann 8 650 Euro Kapitaleinkünfte hat. Ist auch seine Frau 65 Jahre alt, profitiert das Paar von einem gemeinsamen Konto (Und-/Oder-Konto): Das Finanzamt teilt die Kapitalerträge auf, und beide erhalten für ihren Teil die Entlastung von 1 748 Euro.

7. Für alle Steuerzahler: Abzug für Handwerkerleistung verteilen

Wer plant, bald sein Wohnzimmer renovieren oder eine neue Küche einbauen zu lassen, kann mit einem schnellen Auftrag an Handwerker noch 2007 seine Steuerschuld um bis zu 600 Euro drücken.

Die Möglichkeit, mit haushaltsnahen Dienstleistungen Steuern zu sparen, ist nicht neu. Doch im Laufe der Zeit wurde der Katalog der begünstigten Tätigkeiten erheblich erweitert. Nun lassen sich etwa auch mit der Reparatur der Spülmaschine oder den Ausgaben für einen Hausmeister Steuern sparen. Das Finanzamt erkennt bis zu 3 000 Euro für Arbeits- und Fahrtkosten des Dienstleisters an und zieht 20 Prozent davon direkt von der Steuerschuld ab.

Tipp: Wenn Ihre Ausgaben höher sind oder Sie einen Teil der 3 000 Euro bereits in Anspruch genommenen haben, fragen Sie den Handwerker, ob er die Rechnung splittet. Entscheidend für das Finanzamt ist, wann Sie eine Rechnung bezahlen. Wenn Sie einen Teil der Arbeit 2007 und den Rest 2008 bezahlen, können Sie in beiden Jahren vom Steuervorteil profitieren.

8. Für Arbeitnehmer: Jetzt noch mehr Nettogehalt sichern

Lassen sich Arbeitnehmer noch bis spätestens Ende November Freibeträge auf ihrer Steuerkarte eintragen – zum Beispiel für Kinderbetreuungskosten oder Unterhaltszahlungen – können sie ihren Nettolohn und ihr Weihnachtsgeld direkt erhöhen. Wenn sie auch ihre neue Steuerkarte zum Finanzamt mitnehmen, können sie gleich für 2008 Freibeträge mit eintragen lassen.

Tipp: Prüfen Sie zusätzlich, ob der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse infrage kommt. Auch so können Sie direkt Ihr Nettogehalt erhöhen und müssen nicht bis zur nächsten Steuererklärung auf Ihr Geld warten. Der Steuerklassenwechsel kann sich auch lohnen, wenn absehbar ist, dass Sie im nächsten Jahr Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I beziehen: Wenn Sie noch bis Ende 2007 für das neue Jahr von Steuerklasse V in Klasse IV wechseln, erhöhen Sie den Leistungsanspruch.

9. Für alle Steuerzahler: Stichtag Silvester nicht verpassen

Den Stichtag Silvester 2007 sollten Nachzügler beachten, die nicht zur Steuererklärung verpflichtet sind – etwa, weil sie nur Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit haben. Nur bis Ende 2007 können sie eine freiwillige Steuererklärung für 2005 abgeben und Lohnsteuer zurückholen.

Tipp: Auch wenn Sie rückwirkend für 2005 noch eine Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksamen Leistungen oder die Wohnungsbauprämie beantragen wollen, haben Sie nur bis Jahresende Zeit.

10. Für alle Steuerzahler: Ruhig bleiben bei der Geldanlage

Die Abgeltungsteuer kommt erst 2009, doch der Wechsel in der Besteuerung von Kapitalerträgen wirft seine Schatten voraus. Wer zum Beispiel jetzt Geld sicher anlegen will und einen hohen persönlichen Steuersatz hat, kann etwa mit dem Kauf von Bundesschatzbriefen Typ B die Zinszahlung nach hinten verschieben, sodass nur noch 25 Prozent Steuern fällig werden.

Tipp: Überstürzen Sie nichts: Nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Anlagestrategie mit Blick auf die neue Steuer zu prüfen und womöglich zu überarbeiten. Finanztest wird in nächster Zeit ausführlich auf die Auswirkungen der Steuer eingehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 131 Nutzer finden das hilfreich.