Steuertipps zum Jahres­ende Special

Wer seine Steuerlast für dieses Jahr noch drücken will, kann jetzt noch etwas tun. Wir rechnen 15 Steu­erspartipps durch.

Steuern sparen ist leichter als gedacht. Die Band­breite reicht von der Abschieds­feier im Büro über Frei­beträge für Fahrt­kosten bis zum güns­tigen Hochzeits­termin. Vor dem Jahres­wechsel ist der richtige Zeit­punkt, eine erste Bilanz zu ziehen.

Wer sich einen Über­blick über seine Ausgaben verschafft und genau hinschaut, welche Investitionen demnächst ohnehin anstehen und welche er davon steu­ersparend vorziehen möchte, kann auf üppige Steuer­nach­lässe hoffen.

Wir geben 15 Tipps, wie sich die Steuerbelastung für 2015 noch um hunderte oder sogar tausende Euro drücken lässt.

Ausstand im Büro

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Arbeitnehmer, die Anfang nächsten Jahres ihren Job wechseln oder in Rente gehen, können sich ihre Abschieds­feier für Kollegen, Kunden und Geschäfts­partner vom Finanz­amt sponsern lassen. Voraus­setzung: Die Party hat einen rein beruflichen Anlass. Der Fiskus erkennt alle Kosten an, wenn Bekannte und Verwandte als Gäste tabu sind (FG Münster, Az. 4 K 3236/12 E).

Beispiel: Ein leitender Angestellter wechselt nach 15 Jahren zum 1. Januar 2016 seinen Job. Zum Abschied gibt er in seiner alten Firma im Dezember 2015 eine Feier. Kosten für Getränke und Catering: 5 000 Euro. Sein zu versteuerndes Einkommen beträgt 68 000 Euro. Weil er nur Kollegen und lang­jährige Geschäfts­partner einge­laden hat, beteiligt sich der Fiskus. Den Arbeitnehmer-Pausch­betrag von 1 000 Euro hatte er bereits durch Fahrt­kosten über­schritten. Durch den zusätzlichen Werbungs­kosten­abzug spart er etwa 2 215 Euro Steuern inklusive Solidaritäts­zuschlag.

Tipp: Heben Sie als Nach­weis für den rein beruflichen Anlass der Feier auch die Gästeliste und die Einladungs­karten auf.

Berufliche Posten

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Arbeitnehmer sparen Steuern, wenn ihre Werbungs­kosten über dem Pausch­betrag von 1 000 Euro liegen. Zusätzliche Werbungs­kosten durch Fahrt­kosten, Fort­bildungs­kosten oder Arbeits­mittel können ein paar hundert Euro bringen.

Beispiel: Pro Kilo­meter der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit erkennt das Amt pauschal 30 Cent an. Wer 230 Tage 15 Kilo­meter fährt, hat Werbungs­kosten von 1 035 Euro.

Tipp: Wenn die Grenze fast erreicht ist, sparen Sie Steuern durch weitere Ausgaben, wie den Kauf eines Computers. Kosten bis 487,90 Euro sind sofort abzieh­bar.

Fort­bildung und Umschulung

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Machen Arbeitnehmer eine Fort­bildung noch im Dezember, steigen ihre Werbungs­kosten weiter über die 1 000-Euro-Grenze.

Beispiel: Ein zwei­tägiges Seminar kostet 580 Euro Teilnehmer­gebühr. Die Fahr­kosten von 120 Euro, Hotel 150 Euro und zweimal 12 Euro Verpflegungs­pauschale erhöhen die Werbungs­kosten um 874 Euro.

Tipp: Auch wenn die Weiterbildung erst im Folge­jahr ist, können Sie schon 2015 Steuern sparen. Voraus­gesetzt, Sie über­weisen das Geld für die Fort­bildung noch 2015.

Frei­beträge sichern

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Mehr Netto zu Weih­nachten: Arbeitnehmer können für ihre Ausgaben im Jahr 2015 bis Ende November einen Frei­betrag beim Finanz­amt beantragen – etwa für ihren Arbeitsweg oder Unterhalt. So zahlen sie gleich im Dezember weniger Steuern.

Beispiel: Stefan Mann hat einen Brutto­lohn von 4 000 Euro. Er lässt sich Unter­halts­zahlungen an seine studierende Tochter eintragen. Seit Juli entfällt das Kinder­geld, weil die Tochter im Juni 25 Jahre alt geworden ist. Der Frei­betrag von 4 236 Euro (8 472 Euro Existenz­minimum, gekürzt auf ein halbes Jahr), bringt ihm im Dezember 756 Euro mehr Netto.

Tipp: Den Antrag auf einen Frei­betrag 2015 müssen Sie bis zum 30. November 2015 stellen, damit sich die steuerliche Entlastung noch dieses Jahr auswirken kann. Einen Frei­betrag für 2016 können Sie bis zum 30. November 2016 stellen. Frei­beträge für das kommende Jahr können erst­mals gleich für zwei Jahre, das heißt bis Ende 2017, beantragt werden. Den „Antrag auf Lohn­steuer-Ermäßigung“ finden Sie im Internet unter Formulare-bfinv.de.

Frei­stellungs­auftag

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Frei­stellungs­aufträge, die vor dem Jahr 2011 der Bank erteilt wurden, sind ab 1. Januar 2016 nicht mehr gültig, weil sie noch keine Steueridentifikations­nummer (Steuer-ID) enthielten. Anleger müssen jetzt prüfen, ob deshalb Aufträge für ihre Kapital­erträge ungültig werden. Jeder kann im Jahr bis 801 Euro Erträge für Zinsen, Dividenden, Verkaufs­gewinne steuerfrei stellen (Ehepaare, einge­tragene Lebens­partner 1 602 Euro).

Beispiel: Berta Müller hat im Jahr 500 Euro Zinsen. Diese bleiben steuerfrei. Wenn der Frei­stellungs­auftrag wegen fehlender Steuer-ID erlischt, zieht die Bank 25 Prozent Abgeltung­steuer ab. Einschließ­lich Solidaritäts­zuschlag sind das 132 Euro.

Tipp: Damit Ihr Frei­stellungs­auftrag gültig bleibt, müssen Sie Ihrer Bank Ihre Steuer-ID mitteilen. Die Nummer steht im Einkommensteuer­bescheid oder auf Ihrer Lohn­steuer­bescheinigung. Oder Sie fordern sie über die Internetseite des Bundes­zentral­amts für Steuern neu an (Bzst.de).

Flücht­lings­hilfe

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Wer Unterhalt an Bürger­kriegs­flücht­linge zahlt, die in Deutsch­land eine Aufenthalts- oder Nieder­lassungs­erlaubnis bekommen, kann die Zahlungen als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Wer eine Verpflichtungs­erklärung (Paragraf 68 Aufenthalts­gesetz) unter­schreibt und alle Kosten des Unter­halts trägt, dem steht der Höchst­betrag zu (BMF-Schreiben, Az. IV C 4 ).

Beispiel: Familie Schröder nimmt eine Frau mit Kind ab September in ihrem Haus auf. Diese entfernten Verwandten sind als Flücht­linge nach Deutsch­land gekommen. Familie Schröder hat eine Verpflichtungs­erklärung abge­geben. Folg­lich steht ihr ab September der Abzug von Unter­halts­leistungen zu: 4/12 von 8 472 Euro x 2 Personen = 5 648 Euro. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 70 000 Euro verringert das die Steuerbelastung inklusive Solidaritäts­zuschlag um 1 977 Euro.

Tipp: Sammeln Sie Belege über Ihre Ausgaben für die unterstützte Person. Etwas anderes gilt, wenn Sie Flücht­linge in Ihrem Haushalt aufgenommen haben. Dann geht der Fiskus davon aus, dass Sie Aufwendungen in Höhe des Höchst­betrages (dieses Jahr: 706 Euro pro Monat) hatten.

Hand­werk­erkosten

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Küche und Wohn­zimmer brauchen einen neuen Anstrich? Das Finanz­amt erkennt jähr­lich Ausgaben für Hand­werker bis zu 6 000 Euro an. 20 Prozent der Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten zieht es im Steuer­bescheid von den zu zahlenden Steuern ab, maximal 1 200 Euro.

Wer größere Reno­vierungs­arbeiten plant und den ganzen Betrag noch nicht ausgeschöpft hat, sollte über­legen, ob er einen Teil vorziehen kann. So nimmt er den vollen Steuer­vorteil für 2015 mit.

Beispiel: Kostet die Reno­vierung 3 000 Euro Arbeits­lohn, zahlt der Auftrag­geber 600 Euro (20 Prozent von 3 000 Euro) weniger Steuern. Dazu sinkt der Solidaritäts­zuschlag um 33 Euro (5,5 Prozent).

Tipp: Entscheidend ist das Datum, an dem Sie die Rechnung bezahlen, nicht das Rechnungs­datum. Haben Sie den Höchst­betrag 2015 schon ausgeschöpft, bezahlen Sie möglichst nach Jahres­wechsel. Ist der Höchst­betrag noch nicht erschöpft, die Baumaß­nahme aber noch nicht beendet, vereinbaren Sie mit dem Hand­werker eine Abschlags­zahlung. So erhalten Sie die Ersparnis 2015 und haben 2016 noch den Höchst­betrag.

Hochzeits­termin

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Lässt sich ein Paar kurz vor Silvester trauen, gilt es steuerlich wie für das ganze Jahr verheiratet. Es profitiert dann von der meist güns­tigeren Zusammen­ver­anlagung (Splitting­tarif). Eine Hoch­zeit am Jahres­ende lohnt sich immer, wenn ein Ehepartner Allein­verdiener ist oder das Haupt­einkommen erzielt.

Beispiel: Ein Partner hat ein zu versteuerndes Jahres­einkommen von 60 000 Euro, der andere 30 000 Euro. Heiraten sie in diesem Jahr, sparen sie 964 Euro Einkommensteuer mit Solidaritäts­zuschlag.

Tipp: Sie wollen wissen, welchen Steuer­vorteil Ihnen der Trau­schein bringt? Ermitteln Sie unter Bmf-steuerrechner.de einzeln Ihre Steuerlast. Vergleichen Sie die Summe mit dem Ergebnis, das der Rechner bei Ihrem zusammenge­rechneten Einkommen und „verheiratet“ auswirft. Das ist Ihr konkreter Splitting­vorteil.

Krank­heits­kosten

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Die Zahn­spange der Tochter, die neue Brille für den Vater und die Zuzahlung für die Mutter-Kind-Kur: In Familien summieren sich schnell größere Beträge für die medizi­nische Versorgung. Bis zu einer individuellen Grenze, der „zumut­baren Belastung“, muss jeder die Kosten selbst tragen. Nur höhere Ausgaben bringen Steuer­vorteile.

Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern hat 2015 Einkünfte von 48 000 Euro. Für sie gilt eine zumut­bare Belastung von 3 Prozent. Das sind 1 440 Euro. Die Mutter über­legt, ob sie dieses Jahr eine Brille für etwa 400 Euro noch kaufen soll. Damit käme die Familie auf Ausgaben von 1 650 Euro und läge 210 Euro über der zumut­baren Belastung. Die 210 Euro wirken sich steuer­mindernd aus.

Tipp: Prüfen Sie, ob es sich lohnt, die Brille noch im Dezember zu kaufen, oder ob Sie den Kauf besser ins neue Jahr schieben. Auch hier ist das Datum der Zahlung entscheidend.

Selbst­beteiligung. So hoch ist die zumut­bare Belastung, bis zu der jeder seine Krank­heits­kosten ohne Steuer­vorteil bestreiten muss.

Familien­stand

Prozent­satz vom Gesamt­betrag der Einkünfte1

bis 15 340 Euro

bis 51 130 Euro

über 51 130 Euro

Steuerzahler ohne Kinder

Mit Grund­tarif

5

6

7

Mit Splitting­tarif

4

5

6

Steuerzahler mit Kindern2

Bis zwei Kinder

2

3

4

Ab drei Kindern

1

1

2

    • 1 Differenz zwischen Einnahmen und Werbungs­kosten/ Betriebs­ausgaben.
    • 2 Kinder, für die Eltern mindestens einen Monat im Jahr Kinder­geld oder Kinder­frei­beträge bean­spruchen können.

    Riester-Zulagen

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    Zahlen Riester-Sparer die Mindest­beiträge (4 Prozent des Vorjahres­einkommens) nicht, werden die Zulagen gekürzt.

    Beispiel: Werner Keil hatte 2014 ein versicherungs­pflichtiges Brutto­einkommen von 50 000 Euro. Er kann für sich und seine beiden Kinder Zulagen von 754 Euro erhalten (154 + 2 x 300), wenn er mindestens 2 000 Euro (4 Prozent von 50 000) zahlt. Da die Zulagen ange­rechnet werden, muss er tatsäch­lich nur 1 246 Euro einzahlen. Zahlt er nur 50 Euro monatlich, also 600 Euro im Jahr, werden die Zulagen um mehr als die Hälfte gekürzt (600/1 246). 390 Euro gehen verloren. Das kann er bis Ende Dezember mit Nach­zahlungen noch vermeiden.

    Tipp: Prüfen Sie Ihre Zulagen für 2015. Haben Sie im Vorjahr mehr verdient als 2015, kann es sein, dass Ihre Riester-Beiträge zu nied­rig sind. Das kann auch auftreten, wenn Kinder­zulagen wegfallen, weil das Kind ausgelernt hat. Durch den Wegfall müssen Sie mehr zahlen.

    Rürup-Verträge

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    Bei Arbeitnehmern und Selbst­ständigen gehören Renten­versicherungen mit Rürup-Förderung steuerlich zur Basis­vorsorge fürs Alter wie die gesetzliche Renten­versicherung und berufliche Versorgungs­werke. Jeder Versicherte darf 2015 insgesamt Beiträge bis zu 22 172 Euro abrechnen, Eheleute und einge­tragene Lebens­partner 44 344 Euro. Der Fiskus erkennt 80 Prozent als Sonder­ausgabe an.

    Beispiel: Ein lediger Arbeitnehmer mit 50 000 Euro Brutto­lohn kann dieses Jahr 12 822 Euro mit Förderung in einen zusätzlichen Vertrag einzahlen (22 172 – 2 x 4 675 Rentenbeitrag). 80 Prozent erkennt das Finanz­amt an, also 10 258 Euro. Bei einem Einkommen von 41 000 Euro spart das mit Solidaritäts­zuschlag 3 703 Euro.

    Tipp: Trotz Zeit­drucks sollten Sie nicht unüber­legt Verträge zur Alters­vorsorge unter­schreiben.

    Spenden

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    Weihnachts­zeit ist Spenden­zeit. In diesem Jahr geben viele Deutsche vor allem etwas für Flücht­linge. Spenden zählen grund­sätzlich zu den Sonder­ausgaben. Ohne Nach­weis rechnet das Finanz­amt mit einer Pauschale von 36 Euro. Für Spenden bis 200 Euro genügt ein Konto­auszug. Für alle Sonder­konten für die Flücht­lings­hilfe gilt der vereinfachte Zuwendungs­nach­weis – ohne betrags­mäßige Beschränkung. Es reichen Einzahlungs­belege, Konto­auszüge oder PC-Ausdrucke.

    Beispiel: Eine 500-Euro-Spende eines Allein­stehenden bringt bei der Grund­tabelle (siehe Tabelle unten) und einem steuer­pflichtigen Einkommen von 30 000 Euro mit Solidaritäts­zuschlag 166 Euro Steuerersparnis, wenn der Sonder­ausgaben-Pausch­betrag von 36 Euro über­schritten war.

    Tipp: Auch Sach­spenden wie Kleidung, Möbel und Hausrat zählen. Notieren Sie detailliert Beschaffenheit und geschätzten Wert und lassen Sie sich von der Spenden­organisation einen Beleg geben.

    Steuerersparnis. Die Tabelle zeigt, wie viel Ersparnis mit Solidaritäts­zuschlag drin ist, wenn das Finanz­amt noch zusätzliche Ausgaben anerkennt. Die Höhe hängt vom Umfang der Ausgaben und zu versteuernden Einkommen ab.

    Online­rechner. Die Steuerersparnis für andere Einkommen und Ausgaben finden Sie mit unserem Onlinerechner heraus.

    Zu versteuerndes Einkommen (Euro)

    Ersparnis für zusätzliche Ausgaben in Höhe von ... (Euro)

    500

    1 000

    2 000

    3 000

    4 000

    6 000

    8 000

    10 000

    Allein­stehende

     30 000

    166

    330

    655

    976

    1 292

    1 910

    2 507

    3 085

     40 000

    190

    379

    752

    1 121

    1 485

    2 199

    2 893

    3 568

     50 000

    214

    427

    849

    1 266

    1 679

    2 489

    3 280

    4 051

     60 000

    222

    443

    886

    1 329

    1 772

    2 659

    3 544

    4 411

     70 000

    222

    443

    886

    1 329

    1 772

    2 659

    3 545

    4 431

     80 000

    222

    443

    886

    1 329

    1 772

    2 659

    3 545

    4 431

    Ehepaare und einge­tragene Lebens­part­nerschaften

     40 000

    143

    285

    565

    844

    1 118

    1 665

    2 199

    2 724

     60 000

    167

    331

    660

    987

    1 310

    1 952

    2 585

    3 205

     80 000

    190

    380

    757

    1 131

    1 504

    2 243

    2 971

    3 688

    100 000

    215

    428

    855

    1 279

    1 699

    2 532

    3 357

    4 171

    120 000

    222

    443

    886

    1 329

    1 772

    2 659

    3 545

    4 431

    140 000

    222

    443

    886

    1 329

    1 772

    2 659

    3 545

    4 431

        Steuerklassen

        Steuertipps zum Jahres­ende Special

        Droht einem Ehepartner Arbeits­losig­keit oder erwartet das Paar ein Kind, lohnt sich ein Blick auf die Steuerklassen­verteilung. Wechselt der Partner, der bislang in Steuerklasse V war, in die güns­tigere Klasse III, steigt sein Netto­gehalt und im nächsten Jahr fallen Lohn­ersatz­leistungen wie Arbeits­losen-, Kranken- oder Eltern­geld dann höher aus. Achtung: Beim Wechsel in eine güns­tigere Steuerklasse erhält der Partner auto­matisch die ungüns­tigere. Das ist normaler­weise kein Problem, weil sich zu viel gezahlte Steuern mit der Steuererklärung ausgleichen. Ein finanzieller Nachteil kann aber entstehen, wenn er selbst arbeitslos oder länger krank werden sollte.

        Beispiel: Als Tischlerin hat Sarah Behrend monatlich ein Brutto­einkommen von 2 000 Euro verdient. Sie war in Steuerklasse V, weil ihr Mann Sascha mehr verdient hat.

        Wird sie arbeitslos, erhält sie 670 Euro Arbeits­losengeld, wenn sie in Steuerklasse V bleibt. Wüsste sie vorher, dass sie im nächsten Jahr ihren Job verliert, und wechselt daher recht­zeitig in Steuerklasse III, bekäme sie 925 Euro Arbeits­losengeld. Das sind etwa 255 Euro mehr nur durch den recht­zeitigen Wechsel in eine andere Steuerklasse.

        Tipp: Bei Ihnen stehen Veränderungen an? Beantragen Sie den Steuerklassen­wechsel recht­zeitig noch in diesem Jahr beim Finanz­amt. Es zählt die jeweilige Steuerklasse am 1. Januar.

        Verluste aus Kapital

        Steuertipps zum Jahres­ende Special

        Anleger können Wert­papier­verluste, die sie bei einem Bank­depot gemacht haben, über die Steuererklärung mit Erträgen bei anderen Banken verrechnen. Dafür beantragen sie eine Verlust­bescheinigung bei ihrer Bank bis zum 15. Dezember 2015.

        Beispiel: Rolf Groß hat aus dem Verkauf von Wert­papieren 500 Euro Verlust erzielt. Bei einem anderen Depot hat er 1 000 Euro Gewinn realisiert. Da er diese Kapital­anlagen bei einer anderen Bank hat, werden Verluste und Gewinne nicht miteinander verrechnet. Er lässt sich daher für die 500 Euro eine Verlust­bescheinigung ausstellen und nimmt die Verrechnung auf der Anlage KAP in der Steuererklärung vor. Damit spart er 52 Euro Abgeltung­steuer und Soli.

        Tipp: Kurs­verluste aus Aktien­verkäufen können nur mit Gewinnen aus Aktien­verkäufen verrechnet werden und nicht mit Zinsen aus Spar­einlagen. Für Verluste aus Fonds gilt diese Einschränkung nicht, auch nicht bei reinen Aktienfonds.

        Vermögens­wirk­same Leistungen

        Steuertipps zum Jahres­ende Special

        Bis Silvester müssen die Anträge auf Zulage für vermögens­wirk­same Leistungen aus dem Jahr 2011 beim Finanz­amt sein.

        Tipp: Zum Jahres­ende laufen wichtige Fristen ab. Lassen Sie sie verstreichen, verlieren Sie Geld. Prüfen Sie mit unserer Tabelle (siehe unten), ob Sie jetzt handeln müssen.

        Diese Fristen laufen zum Jahres­ende ab

        Zweijäh­rige Frist

        • Antrag auf Wohnungs­bauprämie für 2013
        • Antrag auf Riester-Zulagen für 2013
        • Einwilligung für Beamte an den Dienst­herrn zur Über­mitt­lung der Daten für die Riester-Förderung
        • Einwilligung zur Daten­über­tragung für Kranken­versicherungs­beiträge und private geförderte Alters­vorsorge (Rürup und Riester) – für 2013

        Vierjäh­rige Frist

        • Arbeitnehmer­spar­zulage 2011
        • Antrags­ver­anlagung für das Steuer­jahr 2011
        • Fest­stellung von Verlusten bis Veranlagungs­zeitraum 2011 (mit der Antrags­ver­anlagung zusammen)
        • Antrag auf Kinder­geld 2011

        Siebenjäh­rige Frist

        • Pflicht­ver­anlagung für das Steuer­jahr 2008:

        Der recht­zeitige Eingang reicht nicht aus, um die Verjährung zu hemmen. Zusätzlich zur Steuererklärung ist ein formloser Antrag auf Steuer­fest­setzung zu stellen.

        • Fest­stellung von Verlusten für 2008, wenn noch keine Steuererklärung abge­geben wurde (BFH- Recht­sprechung, Az. IX R 22/14)

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