Vorsorge und Versicherung

Steuertipps zum Jahres­ende Special

Sonder­ausgaben für alle

Das Finanz­amt erkennt die Basisbeiträge für die gesetzliche Kranken- und Renten­versicherung immer als Sonder­ausgabe an – sie gehören also zum Pflicht­programm für jede Steuererklärung. Daneben lassen sich auch andere Beiträge angeben: zum Beispiel solche für Arbeits­losen-, Unfall-, Haft­pflicht­versicherungen oder für Kranken­zusatz­policen. Die kommen aber nur zum Tragen, wenn die Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge unter 1 900 Euro (Selbst­ständige 2 800 Euro) gelegen haben.

Riester-Versicherung

Mit der geförderten Alters­vorsorge gibt es nicht nur Zulagen vom Staat, sondern auch Steuererspar­nisse. Wer einen geförderten Riester-Vertrag sein Eigen nennt, sollte die Beiträge auf jeden Fall in der Steuererklärung angeben. Bis zu 2 100 Euro inklusive staatlicher Zulagen können direkt förderberechtigte Riester-Sparer angeben. Dieser Fall gilt für alle, die den Höchst­betrag einzahlen – also 4 Prozent des Brutto­einkommens. Dürfen beide Ehepartner direkt riestern, weil beide renten­versicherungs­pflichtig sind, zählt das Finanz­amt die Ersparnis zusammen und gewährt 4 200 Euro an Sonder­ausgaben. Ist nur ein Partner direkt förderberechtigt, gibt es maximal 2 160 Euro.

Beispiel: Das Ehepaar Blum­feld kommt auf ein Haus­halts­einkommen von 60 000 Euro. Sie zahlen den Höchst­betrag in ihre Riester-Verträge ein und lassen sich zusammen veranlagen. Dafür bekommen sie 892 Euro vom Finanz­amt zurück.

Kinder­reiche Familien profitieren oft nicht vom Sonder­ausgaben­abzug. Die staatlichen Kinder­zulagen über­steigen in der Regel den Steuer­vorteil. Wer Kinder hat, sollte auf jeden Fall seinen Anbieter darüber informieren, dass er Anspruch auf die Kinder­zulage hat. Die wird für jedes Kind gezahlt, für das es auch Kinder­geld gibt.

Rürup-Verträge

Die Rürup-Versicherung gilt für viele als Steu­ersparmodell und diesen Ruf hat sie nicht zu Unrecht – zumindest für Selbst­ständige mit hohem Einkommen (Test Rürup-Rente: Bröckelnde Vorsorge, Finanztest 12/2016). Arbeitnehmer würden deutlich weniger zurück­bekommen.

Selbst­ständige mit einem Rürup-Vertrag können für 2015 bis zu 22 172 Euro (44 344 Euro für Ehepaare) angeben. Für 2015 zählen 80 Prozent davon als Sonder­ausgabe.

Beispiel: Der Unternehmer Christian Naschmaier hat ein Einkommen von 70 000 Euro und in diesem Jahr 5 000 Euro in seinen Rürup-Vertrag einge­zahlt. Nimmt er den Sonder­ausgaben­abzug in Anspruch, vermindert sich die Steuer des Allein­stehenden letzt­lich um 1 680 Euro.

Wichtige Formulare

In der Anlage Vorsorgeaufwand sind Beiträge für Versicherungen einzutragen. Hierzu gehören gesetzliche die Kranken- und Pflege­versicherung, aber auch Rürup-Verträge. Riester-Sparer machen außerdem Angaben in der Anlage AV. Die ist wichtig, um den Sonder­ausgaben­abzug zu bekommen. Ehe- und gesetzliche Lebens­partner nehmen zusammen ein Formular.

Dieser Artikel ist hilfreich. 23 Nutzer finden das hilfreich.