Gesundheit

Krank­heits­kosten

Medizi­nisch notwendige Kosten für ambulante, stationäre oder zahn­ärzt­liche Behand­lung, Heil- und Hilfs­mittel, Zuzah­lungen und Medikamente gehen theoretisch unbe­grenzt in die Steuererklärung ein. Voraus­setzung für einen Steuer­abzug ist allerdings, dass die persönliche Zumut­barkeits-grenze für außergewöhnliche Belastungen über­schritten wurde. Zum Beispiel muss ein Steuerzahler mit zwei Kindern bis zu einem Einkommen von 51 130 Euro 3 Prozent seines Einkommens selbst aufbringen, ein Allein­stehender ohne Kinder sogar 7 Prozent, wenn er mehr als 51 130 Euro verdient. Als Kosten­nach­weis gilt etwa ein ärzt­liches Attest. Es lohnt sich, Belege für diese Behand­lungen zu sammeln:

Medikamente. Zuzah­lungen zu verordneten Arzneien werden immer anerkannt. Ausnahme: die Verhütungs­pille.

Zahn­ersatz. Zuzah­lungen zu Inlays, Kronen und Implantaten.

Brille und Kontaktlinsen. Sogar Kosten für eine ärzt­lich verordnete Laser-Augen­operation können durch­gehen.

Reha und Kur. Nur mit einem amts­ärzt­lichen Attest lässt sich das Finanz­amt über­zeugen.

Hilfs­mittel. Roll­stuhl, Prothese oder Hörgerät mit ärzt­licher Bescheinigung sowie ein Treppenlift-Einbau.

Therapien. Für die Physio­therapie reicht das Rezept, bei einer Psycho­therapie muss der Amts­arzt die medizi­nische Notwendig­keit bestätigen.

Pflege zu Hause

Für Pflege und Betreuung zu Hause lohnt es sich, bis zu 20 000 Euro im Jahr in der Steuererklärung anzu­geben. Das Finanz­amt erkennt davon dann maximal 4 000 Euro (20 Prozent) steuer­mindernd an. Kommen Pfle­gekräfte und Betreuer in Wohnung oder Heim, zählen Kosten für ambulante Dienste, Grund­pflege, Servieren der Mahl­zeiten, Wäsche­service und Zimmerreinigung. Daneben gilt auch Begleitung zum Arzt oder Einkauf.

Tipp: Für die Steuerermäßigung müssen Sie keine Pfle­gestufe nach­weisen, Sie benötigen auch keine ärzt­liche Verordnung.

Angehörige pflegen

Lebt der Gepflegte mit Pfle­gestufe I bei Verwandten im Haushalt und bezahlen diese die Pflege, können sie Kosten für haus­halts­nahe Dienst­leistungen angeben. Einen Eigen­anteil wie für außergewöhnliche Belastungen gibt es dann nicht.

Für die Pflege eines Angehörigen mit Pfle­gestufe III kann es über den Pflegepausch­betrag von 924 Euro hinaus einen Steuer­abzug geben, wenn die nahen Verwandten die Kosten einzeln nach­weisen können.

Unterhalt für Angehörige

Wer nahe Angehörige finanziell unterstützt, kann dafür bis zu 8 472 Euro absetzen – zum Beispiel für Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge des Unterstützten. Für diese Kosten gibt es keine zumut­bare Belastung, die selbst zu tragen ist.

Mehr­kosten, die über den Höchst­betrag hinaus gehen, lassen sich zusätzlich ansetzen. Dabei gilt dann aber wieder die entsprechende Grenze für den Eigen­anteil.

Tipp: Denken Sie daran, alle Zahlungen zu dokumentieren und zahlen Sie nicht bar.

Wichtige Formulare

Im Haupt­vordruck (Mantelbogen) werden Sonder­ausgaben und außergewöhnliche Belastungen einge­tragen, darunter auch Pflege- und Betreuungs­kosten in Haushalt und Heim. Wenn nahe Angehörige unterstützt werden, sind die Kosten in der Anlage Unterhalt anzu­geben.

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